Diese Woche hatte ich einen 4tägigen Lehrgang in Adobe Photoshop CS3. 2 Tage Einführung, 2 Tage Aufbau.
(Deswegen kann ich das hier auch zu dieser Uhrzeit schreiben. Mein Teilzeit-freier Mittwoch fiel aus, stattdessen habe ich heute frei.)
Ich habe im Büro erst lange genug gequengelt, bis ich die Software endlich auf dem Rechner hatte, und habe dann noch eine Runde weiter gequengelt, bis auch ein entsprechender Lehrgang extern eingekauft wurde.
- Was jetzt alles nicht so schwierig war, weil ohnehin die Macromedia-Produkte (Fireworks) und Corel-Produkte (Draw und Photopaint), die in unserem Sachgebiet zur Standard-Ausrüstung für uns Webentwickler gehörten, gegen Adobe-Produkte ausgetauscht werden sollen, da unser Haus das lieber sieht. (Wir haben definierte Standard-Software, Photoshop ist demnach das Mittel der Wahl.) Zudem bietet die Behörde ab dem nächsten Jahr selbst Photoshop-Lehrgänge an.
Momentan habe ich alles davon – was zusammen unheimlich viel Geld gekostet hat – auf meinem Arbeitsrechner, weil ich mich mit Photoshop noch nicht gut genug auskenne, aber demnächst kommt der Corel-Stuff weg.
Damals hatten mein Kollege Stephan und ich das Zeug inklusive Dreamweaver und Flash haben wollen, aber für Grafik hat sich mittlerweile Photoshop durchgesetzt und den Rest brauchen wir wegen der Barrierefreiheit nicht mehr.
Das Gute damals war, dass wir schon jahrelang privat die Sachen benutzt hatten. – Allerdings alles, ohne das jemals gelernt zu haben, nur learning by doing. Normalerweise ist das eine gute Taktik, wir sind ja nicht doof, aber bei so mächtigen Programmen kann man sicher sein, dass man ohne Lehrgang oder zumindest Handbuch die Möglichkeit nie alle oder auch nur richtig nutzt. Selbst Leute, die jahrelang mit so etwas arbeiten, entdecken oft noch für sie neue Funktionen.
Ich hatte mir Photoshop angesehen und nach einigem Herumprobieren zugeben müssen, dass es zu kompliziert ist, um auf die Weise damit zurecht zu kommen.
Die Ergebnisse mit Fireworks und Photopaint und meinen zusammengeschusterten Kenntnissen waren zwar ganz gut – man betrachte dieses Blog, meine Cosplay-Website und alle Vorläufer-Layouts der beiden – aber wenn ich z.B. bedenke, was ich immer für ein Gezappel veranstaltet habe, um Objekte freizustellen…! Und ich habe nie Tastenkombinationen benutzt, sondern mich wild durch die Gegend geklickt, was viel länger dauert.
Meine bescheidenen ersten Versuche mit Photoshop:
Aus einem Boot und einer Möve wird ein Bild:
Aus diversen Elementen wird ein Bild:
Ein Hochhaus wird ein paar Stockwerke verlängert:
(Mit Fluchtpunkt-Filter und Kopierstempel.)
Ein Hund, ein Schlauch und eine Bürste werden wegretuschiert:
(Auch mit Fluchtpunkt-Filter und Kopierstempel. Ist eigentlich noch nicht ganz fertig, es sind noch Reste zu sehen.)
Ein bißchen Manipulation lässt das Bilds schon anders wirken:
(Tonwert und Helligkeitskorrektur, Farbsättigung in Bereichen geändert, Boot im Hintergrund wegretuschiert, Spiegelung im Bootsrumpf hervorgehoben.)
Aber machen wir uns nichts vor: Ich bin ganz am Anfang. Wenn ich die Kenntnisse jetzt nicht auch anwende, ist das Wissen schnell wieder weg. Ich fühle schon förmlich, wie es aus meinem siebartigen Hirn schnell davonrinnt…
Es ist viel einfacher, wenn man einen Dozenten hat, den man jederzeit fragen kann und der einem in die richtige Richtung schubst. Oder wenn man schon auf Grund der Lektionen weiss, welches Werkzeug oder welche Methode hier das Mittel der Wahl ist.
Wenn ich im Büro wieder allein vor dem Programm sitze, werde ich mich fragen, wie das doch gleich mit den Ebenenmasken war und den Smart Objects, und und und….
Mal ganz von der Tatsache abgesehen, dass das Programm sehr mächtig ist und gefühlte 4.711 Menüs, Werkzeuge, Filter und Einstellungsoptionen bietet und 4 Tage Lehrgang sowieso viel zu kurz sind. Andere Leute lernen dem Umgang mit Photoshop in 6wöchigen Lehrgängen…
Bei den Programmierer-Lehrgängen bin ich immer als einer der ersten mit den Aufgaben fertig und habe die Ausgabe mit CSS schon ganz toll formatiert und selbst meinen Quellcode schon auf schön getrimmt, wenn das Ding bei den meisten anderen Teilnehmern nicht einmal funktioniert. Dies war der erste Lehrgang, wo ich ständig hinterher hinkte. (Es war auch der einzige Lehrgang, wo mich nicht wildes Tastaturgeklapper in den Wahnsinn getrieben hat, sondern exzessives Mausgeklicke.)
Einige von uns haben in ihrem früheren Leben – es sind ja nicht alle immer schon Beamte gewesen wie ich – schon mit Photoshop gearbeitet oder eben vor einiger Zeit bereits so einen erwähnten wochenlangen Lehrgang absolviert. Ich dagegen hatte wirklich null Ahnung und hatte ständig irgendwo ein Häkchen oder die falsche Ebene aktiviert, weshalb ich dann Fehlermeldungen bekam und nicht wusste, woran das gerade lag und wieso bei mir das Ergebnis nicht so aussah, wie es sollte.
Dass die Lehrgangs-Zeiten viel länger und die Pausenzeiten viel kürzer als bei uns in Lehrgängen sonst üblich waren, hat seinen Teil dazu beigetragen.
Zudem war ich mal wieder total müde und zappelig. Die Tage waren sehr lang… Ab 16 Uhr war zwar frei, aber ich hatte jeden Tag Musikschule, Arzttermine und Physiotherapie. Manchmal war es totale Hetze, manchmal musste ich stundenlang Zeit totschlagen, weil es sich nicht lohnte, nochmal nach hause zu fahren, was bei den Temperaturen auch keinen Spass mehr macht. Mir ging es die Woche im Vergleich zu den letzten zwar richtig gut, aber ich hatte natürlich dennoch Schmerzen. Der Kopf ging zum Glück, das war nicht der Rede wert, aber die Gelenkschmerzen nervten sehr. Wenn ich im Büro bin, stehe ich dann auf, gehe zum Klo oder steige im Treppenhaus ein paar Stufen. Während eines Lehrganges geht das nicht. Ich bin ständig auf meinem Stuhl herumgerutscht und mit allen möglichen Körperteilen herumgewibbelt, um mich abzulenken. An 2 Tagen nahm ich schon morgens Schmerztabletten, aber das hilft bekanntlich kaum bzw. nicht lange.
Außerdem war das für mich ein weiterer Beweis, dass die Teilzeit eine gute Entscheidung war. Seit Mai habe ich nun nicht mehr als 2 Tage am Stück gearbeitet, jetzt merke ich, dass ich keine normale 5-Tage-Woche mehr schaffe und selbst 4 Tage bei ungünstiger Verteilung schwierig sind. Der Mittwoch ging noch, aber der 4.Tag hintereinander, der Donnerstag, war schon sehr hart.
- Wohlgemerkt, obwohl ich den Lehrgang wollte so sehr wie noch keinen anderen!
Das Schöne an meinem Job ist ja, dass das Thema mal ein Hobby war und mir keiner verbieten kann, dienstlich erworbenes Wissen auch privat zu nutzen.
Man muss allerdings sagen, dass das erst nach Jahren so war. Am Anfang habe ich jahrelang privat erworbenes Wissen dienstlich genutzt.
Aber ob nun zu hause oder im Büro: Um eine Chance zu haben, das Programm je zu beherrschen, muss ich es reichlich benutzen. Es gibt im Internet Gigabyte-weise Gradienten, Pinsel und Tutorials, die alle darauf warten, von mir getestet zu werden.
Eigentlich ist Photoshop ein gigantischer Zeitfresser und somit etwas, was ich nun überhaupt nicht gebrauchen kann. Aber zum Glück gibt es im Büro durchaus auch Zeiten, wo ich mir etwas Spielerei leisten kann. Chef, ich kann mich nicht um den kaputten Export des Webauftrittes von Ministerium XY kümmern, ich muss erst mein Photoshop-Tutorial fertig machen und Mona Lisas Lächeln wegretuschieren.
Oder so.
Montag werde erst einmal ein fettes Kompendium beantragen. (Und ich füge eines auch meiner privaten Wunschliste für zu hause hinzu.)
Was man mit Photoshop machen kann, wenn man es irgendwann richtig gut beherrscht, zeigen nicht nur die Icon-Contests auf Livejournal, die mich jedes Mal richtig neidisch machen – z.B. auch die von Astro – sondern auch Webseiten wie Worth 1000, wo es auch Tutorials gibt. Allein bei den Out-of-bound-Bildern fallen mir die Augen aus dem Kopf. Ich habe hier mal ein “paar” Highlights aufgelistet. Es sind nicht alle so gut, aber manchmal zählt einfach die Idee:
Errate:
Wer meint, Menschen werden immer nur schlanker und jünger gephotoshopped, der irrt. Manchmal lässt man sie auch
Hey Raven,
Sieht doch alles klasse aus, nur weiter so.
Adobe ist ein sehr schönes Program.
Haben die Unterlagen, welche ich dir gab, dir weitergeholfen?
Lg
Marwien
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch keine Zeit hatte, die Lektionen durchzuarbeiten.
Ich sage ja, Photoshop ist ein Zeitfresser-Monster. Die Weiterbildung verlagere ich daher zu einem Teil soweit möglich ins Büro.
Sehr hilfreich ist aber schon mal auf jeden Fall etwas anderes gewesen, was Du mir gegeben hast…
Tharanis
Als Lipophile haben mir natürlich die Bilder mit den dicker werdenden Leuten sehr gut gefallen
Als Möchtegern-Künstler kann ich auch nur ein Loblied auf Photoshop singen, wobei ich da auch nur das kann, was ich für die Scan- und Kolorierungsarbeit brauche (Viel Ebenen-Kram, Filter und stuff) und durch zahlreiche Anwendungen nach einem Tutorial hängengeblieben ist.
Bei anderen Sachen wie Freistellen und sowas stell ich mich immer noch extrem dumm an – ich kannte ja nichtmal das Magnet-Lasso
.
Jepp Photoshop ist ein tolles Programm, ich liebe es. Was mir damals sehr weitergeholfen hat, waren die Tutorials bei http://photoshopdesign.de/ – allerdings frisst das auch jede Menge Zeit, weshalb ich auch wieder aufgehört habe damit. Aber das ist eine tolle Seite, wo man Schritt für Schritt erklärt bekommt, was man so alles Tolles machen kann – eben ein Photoshop Kurs übers Internet. Leider muss man sich anmelden und dann hoffen, dass ein Kursplatz frei wird – zumindest war das damals bei mir so, keine Ahnung wie es jetzt ist. Hab auf jeden Fall viel gelernt dort – und vielleicht wäre das ja auch was für dich.
*winke* Tina
Die aktuellsten 10 Einträge sind auf der Startseite zu finden, ältere Einträge sind über das Archiv aufrufbar: