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Mozart ist schuld, dass ich heute nacht weniger als 4 h Schlaf hatte.
Ich habe ein Stück gesucht und da ich geizig war und mir damals nur den Querschnitt der “Zauberflöte” und keine Komplettaufnahme gekauft habe, musste ich wieder einmal YouTube bemühen und bin dann wie üblich dort hängen geblieben.
Ich liebe YouTube. Ich liebe Mozart.
Und ich bin fündig geworden: schöne Version von “Bald prangt, den Morgen zu verkünden” mit Kathleen Battle als Pamina. Gibt’s auch als Version des Tölzer Knabenchors.
Auch schön: “Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen” mit Natalie Dessay als Königin der Nacht. Gut gesungen und gespielt, so richtig schön irre und bösartig.
Ich mag besonders den Teil ab Minute 2:10. Es gab mal eine ebenfalls gute Version mit Julia Kogan als Königin der Nacht, bei der ich die Mimik der Frau noch besser fand, aber das Video ist mittlerweile leider nicht mehr verfügbar.
Und zu guter Letzt: “Ach ich fühl’s” mit Genia Kühmeier als Pamina. Die Arie gibt es bei YT auch mit erwähnter Kathleen Battle als Pamina, aber diese Aufnahme finde ich besser. Gesanglich sind beide spitze, aber Battle macht ganz merkwürdige Dinge mit ihrem Mund, bei denen meine Gesangslehrerin mir ordentlich etwas auf die Finger geben würde.
Nicht Mozart, aber immer wieder schön: die “mad scene” aus “Lucia di Lammermoor” von Donizetti mit Katia Ricciarelli als Lucia. Das Ende ist allerdings anders als ich es kenne, hier mit noch mehr Koluraturen. (Unglaublich, aber wahr.) Mein Lieblingsteil ist der ab Minute 7:00. Toll gesungen, finde ich – nur irgendwie sollten Lucias nicht blond sein. Ganz furchtbar fand ich eine Aufnahme mit Joan Sutherland als Lucia. Am Gesang war nichts zu bemängeln, aber dieses grauenhafte Overacting…! Wem das Stück bekannt vorkommt: Durchaus möglich, das ist die Arie (plus Rezitativ) der Diva Plava Laguna aus dem “5. Element”, zumindest der Anfang.
Zum Abgewöhnen dagegen: dieselbe Arie mit Vitas als Lucia. Örks!
Die Geigerinnen und die rockig-poppige Abwandlung des Stücks im Musikvideo-Stil finde ich nicht schlecht, aber Countertenöre?!? Fürchterlich. Wie jemand sagte: Amazing but damn, he sounds like dolphins in heat.
Sorry, aber ich kann nichts Schönes daran finden. Bloß weil jemand Töne in dieser Höhe produzieren kann, klingt es für mich noch lange nicht schön. Ich mag ja schon Tenöre nicht sonderlich, geschweige denn diesen Kastraten-Sound.
Man ignoriere übrigens am besten die Flamewars in den Kommentaren bei YouTube. Bei klassischen Stücken finden sich in Nullkommanichts immer Dutzende von selbsternannte Opern-Experten, Gesangsstudenten und Jünger bestimmter Komponisten oder Sänger ein, die gerade diese Interpretation ganz grauenvoll finden, weil bla blubb (hier irgendeine schlau klingende Erklärung einsetzen) und Sängerin XY (in den meisten Fällen Callas) sowieso die beste in allem war. Ätzend.
Ganz schlimm wird es bei Amateuraufnahmen. Das ist manchmal dermaßen oberlehrerhaft, gehässig und herablassend, dass es mich echt anwidert.
Siehe hier, hier und besonders bei dieser Dame hier, die Mozart getötet haben soll. Ja, es ist viel zu langsam, ja, die ganz hohen Töne klingen nicht schön, ja, viel zu viel Vibrato, ja, es fehlt Ausdruck – aber für einen Amateur finde ich es bei dem schwierigen Stück trotzdem nicht schlecht. Die schlechteste Aufnahme des Stückes ist das jedenfalls nicht auf YouTube, das ist von der unerreichten Florence Foster Jenkins.
Ich wäre froh, wenn ich schon so weit wie einige dieser Amateure wäre. Oder vielleicht ist auch mein musikalisches Gehör völlig kaputt. Oder war nie vorhanden.
Ich frage mich, ob es auch solche Kommentare gäbe, wenn es nur eine Audio-Aufnahme wäre, die nicht als Amateur-Aufnahme zu erkennen ist und wo man nicht sieht, dass die Sängerin keine Modell-Figur hat.
Menschen können ja so ekelig sein. Selbst wenn ich meinte, dass man man meine Aufnahmen auf die Menschheit loslassen könnte, würde ich sie deshalb nie bei YouTube hochladen.
- Das scheint jedoch ein spezielles Klassik-Problem zu sein: Wenn man als Teenager Melodien von “Nightwish” & Co trällert bis krächzt, gibt es immer eine Menge von Leuten, die den tollen Gesang loben. Sicher auch nicht das Gelbe vom Ei, aber dieses pseudo-elitäre Getue bei allem, wo auch nur ansatzweise “Klassik” drauf steht, ist absolut lächerlich. Ich erinnere mich auch an jenes Video, wo sich Klassik-Freaks darüber aufgeregt haben, dass Mozarts “Lacrimosa” als Hintergrund für den gleichnamige “Evanescence”-Song (nicht zu verwechseln mit der ebenfalls gleichnamigen Gruftie-Band, von Kritikern auch gerne genannt “Lackiermichrosa”) “missbraucht” wurde. Offenbar sind die Jungs neidisch, dass Amadeus schon tot ist und Amy Lee nicht.
Jedenfalls: Wenn die erwähnte Amateur-Sängerin oben Mozart schon getötet hat, dann habe ich ihn vermutlich post mortem vergewaltigt, zerstückelt und anschließend gut durchgebraten verspeist.
Neben einfacheren Stücken habe ich mich nämlich auch schon an “Ach ich fühl’s” versucht. Ist zwar nicht lang und ohne viele Koluraturen, aber wirklich schwierig mit den recht statischen höhen Tönen auf ekligen Vokalen wie i, die dann meist auch noch relativ lange gehalten werden. Zudem liegen die h’’s in dem Stück einen Halbton bis Ton über dem, was ich aktuell ohne Mühe schaffe.
Da finde ich die 10 Minuten jener “Lucia die Lammermoor”-Arie wesentlich einfacher. – Ja, den Herrn Donizetti habe ich auch auf dem Gewissen!
Aber um wieder zum Anlass zurückzukehren: Ich hatte tatsächlich einen guten Grund, jenes Stück zu suchen.
Ich weiss nicht, welcher Teufel mich geritten hat, aber diesmal – zum ersten mal seit 2 Jahren – habe ich mich nicht hinreichend gewehrt, als es um die Planung des nächsten Musikschulkonzertes ging.
Damit es nicht nur Pop und Musical gibt – was die überwiegend weiblichen Schülerinnen im Teenager-Alter ausschließlich nehmen – steht ebenjenes Quartett aus dem Finale der “Zauberflöte” auf dem Programm.
Pamina übernimmt eine Schülerin, die auch professionell singt, die Knaben sind alle mit Laien besetzt, weiblichen. – Das ist oft üblich, wie z.B. auch bei dieser Schulaufführung. Sandra hat selbst schon in einer Opern-Produktion den Mezzosopran-Knaben gespielt.
Ich soll Knabe #1 sein.
Sie meinte, das wäre ein guter Einstieg für die erste Teilnahme an einem Konzert, einfacher als ein Solo-Stück. Als ich meinte, ich hätte ja schon vor über einem Jahrzehnt immer Angst davor gehabt, dass man mich aus dem Chor heraushört, sagte sie, man wird mich ganz sicher heraushören, immerhin ist es der Sopran-Knabe.
Nachdem ich mir das Stück angehört habe, weiss ich, was sie meinte. Mit einigem Entsetzen habe ich festgestellt, dass der den von den dreien den meisten Text alleine hat und am deutlichsten herauszuhören ist.
Hinter den anderen verstecken ist also nicht drin.
Abgesehen davon ist das Stück nicht gerade einfach. Mit Höhen habe ich kein Problem, aber mein Part da bewegt sich ausschließlich in den höchsten Tönen. Zudem ist es nicht so, dass die Knaben alle das Gleiche singen, nur versetzt, sondern es geht auch in den ähnlich klingenden Teilen ständig auseinander. Ich fürchte, dass es mich total irritiert oder gar rausbringt, wenn ich die anderen neben mir singen etwas anderes singen höre. Habe ich ja auch noch nie gemacht.
Sandra meinte, sie würde mich nicht fragen, wenn sie nicht glaube, dass ich das kann.
Ich fühle mich natürlich geschmeichelt und das Stück ist wunderschön. Und irgendwann wollte ich ja auch mal den Sprung ins kalte Wasser wagen.
Aber ich habe noch nie irgendetwas aufgeführt, nicht so jedenfalls.
Das Theaterstück damals im Aachener Eurogress zählt nicht, ich war ein stummer Soldat in Napoleons Gefolge. In so einer Uniform fühlt man sich gleich sicherer, da machte mir auch die Fernsehübertragung bei einer der mehreren Aufführungen durch RTL nichts.
Und kostümwettbewerbs- und stuntshow-mäßig machen mir Auftritte nichts aus, weil man mein Gesicht eh nicht sieht und ich in der Regel nichts Schwieriges machen muss. (Wenn ich nervös war, dann wegen anderer Sachen: Weil ich gerade in einem Vorlonen steckte und kaum etwas sah oder nur vernünftig atmen konnte und ein halber Zentner auf meinen Schultern lastete, weil unser Ent erst kurz vor dem Auftritt angezogen werden konnte und auf seinen Stelzen bedrohlich schwankte, weil mein Bruder aufgetreten ist nicht mal 24h nach einer größeren OP mit Drainage-Schläuchen im Körper und seine Perücke im Hotel vergessen hatte, die jemand in letzter Minute holen musste, weil ich fürchtete, dass unser Anheizer mit seiner Pyro-Show das halbe Publikum in Brand setzt usw.
Aber ohne jegliche Tarnung ein schwieriges Opern-Stück singen…?
Schon bei den Proben werde ich sterben, bisher waren meine Gesangsstunden eine 2-women-show. So eine Aktion ist für Leute wie mich wirklich hart. Ich habe nicht nur normales Lampenfieber. Schon größere Besprechungen verursachen mir körperliche Beschwerden, und auch da musste ich bisher nie Opern singen. (Quatschen schon, aber eben nicht singen.
) Ich mache das hauptsächlich für mich selbst und es drängt mich gar nicht auf eine Bühne. Mitunter bin ich schon beim Üben zu hause gehemmt. (Aber über Soziophobie und Gesang wollte ich noch ausführlich schreiben.)
Und ja, wir reden hier über das große halbjährliche Konzert, im Konzert-Saal von Bechstein in Düsseldorf. – Irgendwie wirkt es so dahingeschrieben noch schlimmer als mündlich. Mir wird beim Gedanken daran schon ziemlich schlecht.
Und eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nichts darüber zu schreiben, wenn es mal soweit ist.
Wie damals bei meiner Führerschein-Prüfung, damit ich im Fall der Fälle heimlich durchfallen kann, ohne dass es hinterher dumme Bemerkungen gibt, weil ich es groß angekündigt habe. Hinterher kann man es schließlich immer noch erzählen, wenn alles gut gegangen ist. (Ich habe bestanden, das nur für die Akten. Und meine damals beste Freundin hat schon heimlich im Bekanntenkreis Glückwunschkarte und Präsent vorbereitet.)
Und da durchzufallen wäre nicht so schlimm gewesen. Es hätte zwar Geld gekostet, aber immerhin betraf es nur mich. Wenn ich diese Sachen hingegen vergeige, gibt’s neben mir drei wütende Sängerinnen und eine enttäuschte Lehrerin.
Genau wie bei dem Kostüm-Stuff frage ich mich: Warum tue ich mir sowas eigentlich an?
(Rein rhetorisch. Ich kenne die Antwort.
)
Id 319
02.08.2007
22:40 Uhr
1616 Wörter
Kategorie(n) Muse, Vertraulichkeit: 0
Tags düsseldorf, gesang, musik, oper
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wow, ich bin beeindruckt! Und bin auch ganz stolz auf Dich! Und wehe Du verheimlichst uns den Termin! Ich würde gerne kommen, d.h. falls Du kein Problem damit hast?
Wir sollten auch unbedingt mal schaun, was so in Düsseldorfer Theatern an Opern gespielt wird. Ich hab ein Faible für Wagner, und so mehr freut es mich, dass sie den “Der Fliegender Holländer” diese Saison am Aachener Theater aufführen, doch für Wagner und einen Abend mit Dir, komm ich gerne nach Düsseldorf! Bei der Gelegenheit können wir auch das schon lang geplante Eis verspeisen.
Kommentar 1
03.08.2007
11:08 Uhr
DruMalfoy
Hey, toi toi toi für deinen Auftritt!
Den ersten Knaben musste ich auch mal singen *g* Eigentlich ist das kein Problem gewesen, aber als dann Pamina dazukam, hat’s mich zuerst einmal gehörig rausgeschmissen. Meine Gesangslehrerin damals meinte, das sei normal: Soprane hätten immer ein Problem, wenn sie nicht mehr die höchste Stimme singen dürften. Die wollen eben immer ganz oben sein. Ich weiß nicht, wie ernst das gemeint war
Übrigens… ich fand die Stelle “Doch seht, Verzweiflung quält Paminen” – “Wo ist sie denn?” – “Sie ist von Sinnen!” immer ungeheuer lustig. “Von Sinnen” ist jetzt also eine Ortsangabe
Tja, ich kann deine Liebe zur Oper nicht wirklich nachvollziehen und ich bin enorm stolz auf mich, dass ich auch ENDLICH dazu stehen kann, dass ich Opern einfach ENTSETZLICH LANGWEILIG finde *g* Das hat mich sehr viel gekostet, so weit zu kommen *g* Endlich kann ich mir die ganzen Mozarts, Pergolesis, Verdis und Puccinis schenken und mich lieber meinen geliebten Sondheims, Schwartzes, Colemans und Schönberg&Boublils widmen
Kommentar 2
03.08.2007
15:06 Uhr
Nur Mut Jessica! Bis jetzt waren alle Deine Leistungen auf der Bühne hervorragend! Und Gesang ist eine neue Herausforderung…zumindest in der Öffentlichkeit. Stell Dir einfach vor, Du hättest das Diva-Kostüm an und wärst auf der FedCon…dann klappt alles wie am Schnürchen
Kommentar 3
04.08.2007
13:21 Uhr
Du kannst mir schon mal eine Karte für das Konzert reservieren, denn das werde ich mir natürlich nicht entgehen lassen.
Auch wenn Du 1001 Tode stirbst, ich freue mich auf Deinen Auftritt und es ist doch toll, dass Sandra Dich für so gut hält
Wir wollten doch auch mit Mohmoh in eine Wagner-Oper gehen. Habe gerade mal in das Repertoir der Rheinoper geschaut. Folgende Wagner-Opern stehen auf dem Programm:
Der fliegende Holländer
Tannhäuser
Meistersinger
Parsifal
Tannhäuser gibt es ab 16.12., vielleicht können wir das mit dem Schulkonzert-Besuch verbinden? Das wäre toll
Ob ich wohl bei meinem Besuch eine Privat-Vorstellung kriege?
Kommentar 4
05.08.2007
17:47 Uhr
Ingo
Hi Jessica,ich schließe mich der Meinung von Micha an.Und auch von mir,wehe du verheimlichst uns den Termin.
du hast mir schon so viel von deinem Gesangsunterricht erzählt und geschrieben.Jetzt bin ich natürlich auch neurierig geworden.
Und mach dir wegen dem Lampenfieber mal keinen kopf,das ist
völlig normal.Wenn jemand der auf der Bühne steht sagt er hat kein Lampenfieber dann Lügt er.Ich bin da quasi auch ein kleiner Experte-.
Aber das erlär ich dir ein andermal
,
bis dahin,live mal wieder long and prosper,lieben Gruß Ingo
Kommentar 5
05.08.2007
21:26 Uhr
Hallo,
“Parsifal” find ich jetzt nicht so berauschend, doch “der Fliegende Holländer” ist toll und “Tannhäuser” sowieso meine Lieblingsoper! Oder wir gehen in “Die Meistersinger”, die Oper kenn ich noch nicht….
Mir egal, in welche Oper wir gehen. Die Hauptsache ist doch, dass man einen schönen Abend zusammen hat.
LG, Mohmoh
PS. und wenn’s dann eine nicht zu moderne Inszenierung wäre, wäre ich noch glücklicher. Die find ich nämlich meistens doof. Ich hab mal Mozarts “Entführung aus dem Serail” in einer Inszenierung gesehen, wo sie in modernen Alltagsklamotten (Männer hatten schon Anzüge an, die Frauen Sommerkleider) rumgelaufen sind – grauenvoll!!!!
Wenn ich in ne Oper mit einem arabisch angehauchtem Flair gehe, dann wil ich auch was orientalisches sehen!
Kommentar 6
06.08.2007
14:37 Uhr
@Mohmoh:
Parsifal würde ich auch an letzter Stelle setzen, wäre vor allem für den Wagner-Newbie Raven eine zu schwere Kost.
Tannhäuser liebe ich auch über alles
. Meistersinger sind auch klasse und Holländer auch. Aber da Tannhäuser wahrscheinlich terminlich am besten klappt, würde ich den vorschlagen. Alle anderen Opern gibt es nämlich erst 2008.
Genau wie Du bin ich bekennender Hasser von modernen Inszenierungen, leider findet man schöne Inszenierungen kaum noch
Kommentar 7
07.08.2007
12:36 Uhr
Ah, Tharanis und ich sind uns einer Meinung!
Wie schön, jemanden gefunden zu haben, der nicht gleich die Nase rümpft, wenn man ihnen preis gibt, dass man ein Opernfan ist. Und Jessica werden wir dann auch mit dem Opernvirus anstecken. So schön einzelne Arien doch sind, so gehören sie doch in eine komplette Oper. Und erstaunlicherweise ist die Oper Düsseldorf auch günstiger als ich befürchtet hatte…
Okay, dann der Tannhäuser!
Meine erste Wahl, und ich hab bis jetzt nur eine Inszenierung davon gesehen. Hoffentlich denkt der Dramaturg nicht, dass er das sprichwörtliche Rad neu erfinden und den Tannhäuser in einen neuen Kontext setzen soll. Bei dem Gedanken rollen sich mir die Fußnägel hoch und ich würde wütend auf den armen Dirigenten einschlagen…
… naja, nicht wirklich….
In kleinen Häusern wird oft konservativer gespielt. Die hängen noch mehr an ihren gediegenen Abonementen, sodass sie Musiktheater oft konservativer und altmodischer inszenieren.
Ein Hoch auf die kleinen Stadttheater wie das Landestheater Coburg eines ist!!!!
Kommentar 8
07.08.2007
13:32 Uhr
@Dru: Genau das habe ich auch gedacht – wo liegt nur dieses ominöse Örtchen von Sinnen?
Es ist nicht so, dass ich die Sondheims, Schwartzes, Colemans, Schönberg&Boublils und auch die Webbers nicht mag.
Ich weiss nicht, ob ich wirklich so ein Opernfreak bin. HÖREN tue ich gar nicht so oft welche und peinlicherweise habe ich bisher nur eine gesehen – witzigerweise eben die “Zauberflöte”, und das ist schon Jahre her. In Musicals war ich sehr viel häufiger. Ich würde gerne öfter in beides gehen, aber es gibt nicht viele Leute, die ich kenne, die auf Oper stehen, und die wohnen auch noch alle weit weg.
Ich kann mir auch oft nur bestimmte Stücke anhören. Manche gehen mir auf die Nerven und ich mag aus irgendwelchen Gründen klassische Männerstimmen nicht so gerne.
Aber die genannten Stücke oben finde ich tatsächlich wunderschön.
Und singen kann ich selbst fast nur Klassik.
Zum einen habe ich Pop / Rock / Musical und Belting nicht gelernt und fahre schon jahrelang die Klassikschiene. Es gibt nur wenige Stücke, die für mich in Frage kommen. Im Moment arbeiten wir z.B. an “Somewhere over the Rainbow” und “Summertime” und sowieso immer mal wieder am “Phantom der Oper”. Ich finde “Elisabeth”, “Tanz der Vampire” oder “Les Misérables” usw. auch total klasse und würde gerne etwas daraus singen, und erst recht auch einige Stücke von “Evanescence” oder “Within Temptation”, aber ich kann es einfach nicht. Vielleicht könnte ich es mit viel Übung und umlernen, aber so dringend ist mein Bedürfnis dann doch wieder nicht.
Zum anderen stehe ich total auf Koloraturen und dergleichen, je mehr, desto besser. Und so etwas gibt es im Musical nun einmal nicht, sondern nur in “Lucia die Lammermoor” & Co. Ich singe deshalb auch gerne geistliche Stücke, obwohl ich schon als Teenager aus der Kirche ausgetreten bin und mit dem Christentum nun gar nichts mehr am Hut habe.
Aber ich glaube, Du bist generell mehr ein Musical-Typ als ich. Bisher gab es zwar kein Musical, was ich gesehen habe, das mir nicht gefallen hat, aber ich war auch nur in den moderneren, die alten Klassiker reizen mich schon von der Musik her kaum bis überhaupt nicht.
Und Pop… Ich höre Pop nicht mal gerne, das Bedürfnis das zu singen habe ich schon mal gar nicht.
Ab und zu schiebe meinen Lehrern “Nightwish” unter, aber dummerweise gibt es nur ein Songbook bisher (”Once”) – natürlich nicht mit meinen Lieblingsliedern – was bei der Begleitung für Gitarre & Co gedacht ist statt Piano. (Hat jemand zufällig eine Metal-Band für mich übrig?
) Vielleicht opfere ich mal ein, zwei Stunden, damit sie mir eine ordentliche Klavierbegleitung zu “Sleeping Sun” oder so basteln…
@Ingo: Habe ich oft davon erzählt? Es gibt hier außer diesem nur einen Eintrag über Gesang. Ansonsten habe ich es nur beiläufig erwähnt in Nebensätzen oder höchstens mal einen Paragraphen (meist in Zusammenhang mit Kopfschmerzen und Depression als das Einzige, was mir noch Spass macht).
@Tharanis und Micha: “Tannhäuser” ist okay für mich. Da ich noch keine Wagner-Oper gesehen habe, bin ich da nicht festgelegt, aber Micha hat mir mal von der Handlung erzählt, die fand ich ganz interessant. Außerdem ist es in der Tat die einzige, die vom Zeitpunkt her passt, wenn man das mit dem Schul-Konzert verbinden möchte.
Wobei ich generell befürchte, dass ich eher der Mozart-Typ bin.
Ich habe mir kürzlich eine komplette Aufnahme vom “Fliegenden Holländer” gekauft. (Ich gebe zu, Davy Jones hat seinen Teil zur Wahl beigetragen.
) Ich habe sie noch nicht oft gehört, aber sooo sehr begeistert mich Wagner bisher nicht. Da sind eindeutig zu wenig Koloraturen drin.
@Wolfgang: Der Gedanke an Plava Laguna beruhigt mich irgendwie überhaupt nicht.
Ich habe mich damals (2002) ja schon nicht getraut, die Nummer als Playback zu performen.
@Alle, die zum Konzert kommen möchten:
Finde ich ja total süß, dass Ihr kommen wollt.
Seelische Unterstützung und / oder Interesse tut immer gut.
Aber Ihr wisst schon, dass das nicht gerade dazu beiträgt, dass mein Lampenfieber weniger wird? Vor Freunden blamiere ich mich noch weniger gerne als vor völlig Fremden.
Da muss ich mich jetzt wohl noch mehr anstrengen und endlich wieder regelmäßig üben.
Den Termin weiss selbst noch nicht. Ich werde Orlando mal fragen, wenn ich am Freitag Unterricht bei ihm habe. Üblicherweise ist es immer Mitte Dezember bzw. Juni.
Kommentar 9
09.08.2007
01:36 Uhr
DruMalfoy
Das Nightwish Songbook hat also nur Begleitung für Gitarre? Nicht Klavier? Gut, dass du mir das sagst, das stand nämlich auf meinem Wunschzettel, aber wenn das so ist, dann hat das ja wohl nicht sehr viel Sinn *seufz*
Oh und übrigens… es gibt schon ein Musical, wo eine Koloraturarie vorkommt: Candide. Auf YouTube gibts eine herrliche Version von Natalie Dessay von Glitter and Be Gay.
Aber okay, ja, EINS ist nicht gerade viel
Und ja, ich bin eindeutig der Musical-Typ. Ab und zu mal eine Opernarie finde ich auch Okay, aber … naja, ich hatte mal eine Gesangslehrerin, die hat mir immer nur Opernarien gegeben und nicht viel von mir und meiner Stimme gehalten. Irgendwann hab ich ihr mal ein Musicalstück ungegejubelt (”Children of the Wind” aus Rags – wunderschön und auch recht anspruchsvoll) – wir hatten da grad einen Correpetitor da und ich hab es mit ihm gesungen und sie wäre hinter mir fast vom Sofa gefallen, “Gute Güte, Mädel, seit wann kannst du so singen?? Warum singst du die Arien, die ich dir gebe nicht so???” Naja, was soll ich sagen… Arien gehen mir eben nicht nahe… Musical schon.
Kommentar 10
11.08.2007
14:34 Uhr
So ganz schlau werde ich aus dem Song-Book nicht, es gibt auch leider keine Erklärung dazu.
Ich bin jetzt auch nicht der Spezialist für Noten aller Instrumente.
Wie meine üblichen Noten für Stimme und Klavier sehen sie jedenfalls nicht aus.
Offensichtlich ist es für eine Mini-Band gemacht, es gibt in der Regel 3 Parts: Noten für Vocals (halt Tarjas Sologesang plus gegebenenfalls Chor), Tabs für Gitarre und meist irgendwelche Akkorde vermutlich für ein Keyboard. Manchmal gibt es auch Teile, die sie aussehen, als könnte man zwei Hände an einem Keyboard / Piano damit beschäftigen, aber eben nicht durchgehend und nur selten.
Nun kann der Pianist natürlich die Akkorde und Vocals zusammenspielen, das klingt dann relativ passabel, aber ist natürlich keine richtige schöne Begleitung am Klavier. Noch übler wird es bei manchen Instrumental-Teilen. Die Akkorde alleine sind halt langweilig und aus den Gitarren-Tabs kann selbst eine gute Musikerin wie Sandra nichts ad hoc basteln.
Klar soweit?
Vielleicht hätte ich Dir einfach eine Seite scannen sollen, damit Du selbst siehst, was ich meine.
Kommentar 11
12.08.2007
02:58 Uhr