Die aktuellsten 10 Einträge sind auf der Startseite zu finden, ältere Einträge sind über das Archiv aufrufbar:
Der Gesundheitswahn und die diesbezügliche Panikmache einiger Mitmenschen nehmen wirklich abstruse Züge an.
Glaubt man ihnen, setze ich meine Gesundheit aufs Spiel – mit dem Genuss von deutschem Leitungswasser.
Bekanntlich besitze ich kein Auto, habe seit Mai wegen der Teilzeit weniger Geld zur Verfügung und nach dem Umzug ist es mit über 1km bis zum nächsten Supermarkt noch weiter als zuvor. Die letzten 2 oder 3 Jahre habe ich mir alle 1 bis 2 Monate ein halbes Dutzend Getränkekästen vom Lieferservice bringen lassen, aber das kostete jedes Mal zwischen 45 und 60 Euro und irgendwo muss ich logischerweise anfangen mit dem Sparen.
Selbst schleppen, vor allem vom Discounter, ist da deutlich günstiger. Aber selbst die Wochenration an Eistee und Cola – also Genußgetränke – führte zusammen mit dem wöchentlichen “größeren” Lebensmitteleinkauf dazu, dass ich samstags immer zweimal mit dem Fahrrad auszurücken musste.
Ziemlich lästig und zeitaufwändig im besten Fall, bei schlechtem Wetter und mit Kopfschmerzen ganz schön ätzend. Wenn ich künftig noch Blubber-Wasser auf diese Weise besorgen muss, werden es locker 3 Touren, und dazu habe ich nun wirklich auch unter den besten Umständen keine Lust.
Genauso wenig mag ich jedoch schnödes Leitungswasser weder mit Geschmack noch Blubber und am besten noch lauwarm. Also überlegte ich mir eines von den Wasseraufbereitungs-Geräten zu kaufen, mit denen man Leitungswasser selbst in gewünschtem Maße aufsprudeln und ggf. noch mit einem Sirupzusatz Geschmack hinzufügen kann.
Da ich mich damit nicht auskenne, fragte ich in einem Forum nach Erfahrungen – Preise von Geräten und Zubehör, Verfügbarkeit der CO²-Patronen empfehlenswerte Marken, kurz halt alle Vor- und Nachteile.
Ich bekam erstaunlich viel Resonanz: Per Mail und Telefon fast nur gute, über das Forum ausschließlich nur schlechte. (Was mich irgendwie nicht überrascht bei meinen Foren-Erfahrungen der letzten, ähem, 10 bis 13 Jahre.)
Witzig bis paradox fand ich dabei die Argumente der Wassersprudler-Gegner:
Sie lauern in der Küche, besonders Kühlschränken und Spülschwämmen, auf PC- und Handytastaturen, nisten in Teppichen und Matratzen. Man findet sie – wer hätte es gedacht – sogar in der Kloschüssel, wie uns in einer aktuellen Werbung eines Desinfektionsmittelherstellers der Onkel im weissen Kittel mit ernster Miene erklärt, während er mit einem Wattestäbchen im Abort herumstochert.
Wer wirklich auf das Bisschen mehr an Mineralien aus dem Mineralwasser angewiesen ist, hat ganz andere Probleme. Vielleicht sollte man es mal mit vernünftiger Ernährung probieren? Erinnert mich sehr an das Geschrei der Marke “Vegetarier bekommen böse Mangelerscheinungen, weil sie die ganzen tollen Nährstoffe aus dem toten Tier nicht haben”. Sagen vorzugsweise Leute, die sich fast ausschließlich von Fast Food, Nudeln, Toastbrot und Sachen mit fetter Soße ernähren und viele Dinge aus meinem Gemüsefach nicht einmal mit Namen kennen.
Danke, ich weiss wie Leitungswasser schmeckt, ich habe es schon mal probiert. Schmeckt wie… H2O halt. Fast so wie es der Schöpfer gewollt hat. Außerdem mag ich sowieso keine lauwarmen Getränke und besitze einen Kühlschrank, das Ding läuft eh und darin ist auch noch Platz für eine Flasche Wasser.
Da kann man nur hoffen, dass die Herrschaften nicht nach ähnlich logischen Argumenten schwerwiegendere Entscheidungen treffen als die Wahl des richtigen persönlichen Wässerchens. :x
Zurück zu mir: Selbst wenn Edelwässerchen besser schmecken und Wasser vom Discounter billiger ist als so ein Gerät und Kartuschen: Ich möchte zumindest gegenüber dem teuren Lieferservice Geld sparen, mir trotzdem den Luxus von Blubber-Wasser gönnen und mich dabei nicht totschleppen.
Dieser ganze Gesundheitskrempel ist mir völlig egal. Zumindest in solchen Dingen vertraue ich naiv, aber durchaus berechtigt, auf die Korrektheit und Strenge deutscher Kontrollinstitutionen. Was den Zustand der Wasserrohre in meinem Haus betrifft, kann ich hingegen nur hoffen. So oder so finde ich diesen Gesundheitskult als Religionsersatz bis hin an die Grenzen der Hysterie höchstgradig lächerlich. Auch hier passt der beliebte Pessimisten-Spruch: Das Leben ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die in jedem Fall tödlich endet. Mein Körper freut sich jedenfalls über die Kilos weniger, die er durch die Gegend schleppen oder radeln muss, und meine Psyche über mehr Zeit und Ruhe für schönere Dinge als Getränkeeinkaufstouren.
Die Umwelt könnte sich ebenfalls darüber freuen. Ich habe erst am Wochenende im Spiegel gelesen, dass der steigende Verbrauch von Mineralwässern ein riesiges Umweltproblem darstellt, in manchen Ländern wegen der Müllentsorgung, hierzulande zumindest wegen der kosten- und energieaufwändigen Herstellung der Flaschen, wobei selbst hier nicht alles wieder im Recycling landet. – Und DAS ist für mich ein weitaus gewichtigeres Argument. Vegetarier bin ich schließlich auch nicht wegen meiner Gesundheit, sondern der Umwelt und den Tieren zuliebe. Wenn man es ein Weilchen nutzt, dürfte das Gerät trotz des Energie- und Emissionsaufwandes bei seiner Herstellung ökologischer sein als Flaschenmineralwasser.
Inzwischen habe ich einen Wassersprudler, ebay sei Dank.
Sieht schick aus in Edelstahl, da ist nichts zum Versiffen dran, funktioniert gut und kostete nicht mehr als eine Getränkelieferung in gewohntem Maße, was schon zur Hälfte durch das Leergut in meinem Keller beglichen ist. Und die CO2-Kartuschen bekomme ich in Büronähe schon mal an jeder Ecke nachgeworfen für relativ wenig Geld. Den Geschmack des schrecklich faden Leitungswassers ertrage ich bisher auch noch.
Einziger Nachteil in meinen Augen ist, dass man nicht so viel Blubber in das Wasser hineinbekommt wie in manchen Flaschenmineralwassern enthalten ist, und dass es sich nicht lange in der Flasche hält. Wer auf mehr steht oder das aufbereitete Wasser nicht innerhalb von 1 bis 2 Tagen aufbracht, sollte es lassen.
Falls ich irgendwann demnächst tot umfalle wisst Ihr Bescheid: Das gute Kraneberger hat mir den Rest gegeben. Bis dahin sage ich wie Harald Schmidt ja zu deutschem Wasser!
Id 292
26.05.2007
12:16 Uhr
1638 Wörter, 64mal angesehen
Kategorie(n) Alltagswahnsinn, Vertraulichkeit: 0
Tags alltag, ernährung, foren, Gesundheit, gesundheitswahn
24 Kommentare
RSS-Feed für Kommentare zu diesem Eintrag abonnieren
Trackbacks / Pings erlaubt
drucken
Link per Mail versenden
Link per Twitter veröffentlichen
May
Ich kann nur sagen, geniese dein Wasser.
Diese Hygienefanatiker sind meistens die kränksten. Vor lauter Hygiene züchten sie sich nämlich erst recht die Allergien an. Ist jedenfalls meine Meinung.
Alle Putzfanatiker, die ich kenne – ich meine die, die dir schon die leere Tasse unter der Hand wegräumen, bevor du noch den letzten Schluck heruntergeschluckt hast, haben jedenfalls solche Probleme. Und nebenbei recht ungemütliche Wohnungen – eben steril und keimfrei.
Und was ich auch immer zum besten gebe: Mein damals kleiner Cousin hat am Strand Sand in den Mund gesteckt, von einem griechischen! Busfahrer dessen Wasserflasche zum trinken bekommen und bliebt putzmunter und gesund. Seine Mutter und meine Tante (eben merke ich, das Verwandtschaftsverhältnis zu ihm muss ich um “Groß-” erweitern) hatten, da sie alle Gesundheitsrisiken penibel ausschlossen, Muntezumas Rache.
Ein gesundes Mass der Dinge reicht.
Kommentar 1
26.05.2007
13:36 Uhr
Hallo Jessica,
wir trinken zu Hause nur Leitungswasser. Ist sauber, billig und hervorragend kontrolliert. Und sogar oftmals sauberer als Mineralwasser. Ausserdem kann der menschliche Körper die Mineralien aus gleichnamigem Wasser eh schlecht aufnehmen, da sie anorganischer Natur sind. Mineralien aus Obst und Gemüse sind da wesentlich wirkungsvoller.
Zur Kohlensäure kann ich nur sagen, dass Blubberblasen zwar sensorisch nett sind, aber halt eine Süre sind. Da der Körper im basischen Bereich am Besten arbeitet und die meisten Menschen eh übersäuert sind, kann ich getrost auf Kohlensäure verzichten.
Andere “saure” Lebensmittel wie Fleisch, Industriezucker und Weißmehl schaffe ich kaum zu reduzieren. Aber theoretisch weiß ich, wie es geht…
Kommentar 2
26.05.2007
19:40 Uhr
Hey,
Kraneberger ist in der tat gesundheitlich besser wie manch ein anderes Mineralwasser. Durch die Deutschen Bestimmungen ist auch kein Gesundheitsrisiko im Leitungswasser.
Ich nehme das Wasser seit ich laufen kann und lebe immer noch.
Das muß was gutes heißen.
Kommentar 3
26.05.2007
22:21 Uhr
DruMalfoy
Ich muss gestehen, ich hab das Wasser draußen in NRW einfach nicht runtergekriegt. Aber ich bin auch von unserem Berg-Quellwasser verwöhnt *g*
Eine nette Geschichte fällt mir dazu ein: an meinem Arbeitsplatz ist eine Abteilung in ein anderes Gebäude umgezogen und irgendwie hat ihnen dort das Wasser, ja selbst der mit diesem Wasser gekochte Kaffee nicht mehr geschmeckt. Sie haben dann eine Untersuchung angeordnet. Nach ca einem Monat ist dann rausgekommen, dass die Installateure das falsche Wasser (nämlich das Löschwasser statt des Trinkwassers) an die Leutung angeschlossen hatten und die armen Kollegen ca einen Monat lang Löschwasser getrunken haben. Bei sowas vergeht’s mir dann. *schüttel* (Was jetzt nicht heißen soll, sowas passiere dauernd. Fällt mir jetzt nur immer ein, weil’s irgendwie so bizarr war.)
Ich bin echt froh, dass ich hier einfach Wasser aus der Leitung trinken kann: es scheckt gut und ist auch noch kalt
Aber grundsätzlich finde ich es auch lachhaft, was einem heute alles als ungesund eingeredet wird. Und ich habe auch schon die Beobachtung gemacht, dass die Leute, die einem dauernd erklären, wie man sich ungesund ernähren, selbst jeden Müll in sich reinstopfen. So wie meine Kollegin, die dauernd krank ist und sich – wenn sie dann tatsächlich mal da ist – dann 3mal in 4 Stunden was Deftiges zu Essen holt und das mit literweise Kaffee runterspühlt, zu dem’s dann auch jedesmal ein bis zwei Zigaretten gibt.
Zwischendurch kaut sie dann an einer Ingwer-Wurzel rum, weil das ja so gesund ist und ich solle das auch mal probieren. Nur für die Akten: ich bin allergisch gegen Ingwer. Irgendwann bin ich eh ausgerastet und hab ihr gesagt, dass ich nicht glaube, dass sie die richtige Person sei, mir Gesundheitstipps zu geben. Manche Leute sind mir echt zu hart…
Kommentar 4
27.05.2007
10:29 Uhr
Juhu Jessica
Also wir haben unser Wasser ja auch lange Zeit selber gesprudelt – und ich lebe noch *g*. Leider muss ich sagen, dass wir inzwischen doch wieder zum Mineralwasser zurückgekehrt sind, aus dem einfachen Grund, dass das Wasser hier aus der Leitung einfach furchtbar schmeckt. Ich hab keine Ahnung ob das an alten Leitungen liegt – oder das Wasser so nicht gut schmeckt, aber ich kann das gerade noch als Tee/Kaffee trinken – oder halt zum Kochen verwenden.
Ist echt blöd, das Selbersprudeln fand ich immer so praktisch.
Liebe Grüße Tina
Kommentar 5
27.05.2007
20:37 Uhr
Gwen
Hallo, Jessica, schönes rosa und schönes design. Die Ideen gehe bei dir nicht aus
Grüße, Gwen
P.S. Leitungswasser würde ich lieber nicht trinken. Hier in München ist es zu kalkhaltig. Da gehen selbst Kaffemaschinen daran zugrunde
Kommentar 6
27.05.2007
22:21 Uhr
Astro
Ich sag ja immer: Alles eine Frage der richtigen Handhabung.
Also in Bezug auf diese Sprudelgeräte. Wenn man’s versiffen lässt, darf man sich über Bazillen und Pilz nicht wundern. Ab und zu etwas Essigessenz dran, dann ist’s wieder “gesund steril”.
Und was das Wasser in NRW betrifft. Ich hab’s auch Jahre meines Lebens getrunken. Da gibt’s keine Nebenwirkungen zu befürchten.
@ Gwen
Ist doch gut. Dann schmeckt es wenigstens nach etwas.
Mir ist das Wasser hier in Tirol fast zu weich. Das schmeckt nach gar nichts.
Kommentar 7
28.05.2007
15:20 Uhr
Als überzeugte, langjährige Leitungswasser-Vieltrinkerin breche ich hier eine Lanze für das Leitungswasser.
Dieser Gesundheitswahn ist nicht nur eine Ersatzreligion sondern artet schon in Gesundheits-Faschismus aus.
Wie jede Armee muss auch das Immunsystem in Übung bleiben und braucht die lieben kleinen Prokaryonten als Sparring-Partner. Diese Hygenie-Fanatiker sind doch die kränkesten von allen und diese antibakteriellen Putzmittel gehören in die Kategorie: “Wie überzeuge ich den Konsumenten, etwas zu kaufen, was er garantiert nicht braucht!
Das Argument mit dem Mineralienmangel durch den Genuss von Leitungswasser ist der größte Schwachsinn überhaupt. 1. Ist die Minaralienkontentration in den Mineralwässerchen auch nicht sooo hoch und 2. werden die anorganisch vorliegenden Ionen vom organischen Metabolismus sowieso nicht gut aufgenommen. Es kommt eben nicht alles beim Empfänger an, was man oben reinschüttet.
Trinkwasser – steigende Abwassergebühr? Äh was soll das denn? Das Leitungswasser, welches Du trinkst kann wohl kaum Deinen Abwasserzähler in die Höhe treiben, denn Du gießt es Dir ja in den Mund und nicht in den Abfluss. Klar später kommt es unten wieder raus, aber das würden die teuer gekaufen Mineralwässer ja auch.
Deutsches Trinkwasser ist streng kontrolliert und hat eine hervorragende Qualität, sagt ein mir bekannter Hydrogeologe.
Man kann dem Leitungswasser nur eines vorwerfen: Wassermoleküle bilden durch die Wasserstoffbrückenbindungen untereinander Cluster aus. Diese Cluster werden beim Pumpen durch die Rohre zerstört und reduzieren die biophysikalische Qualität. Das Ganze gilt allerdings noch viel mehr für Mineralwasser, welches in Fabriken in enge Flaschen gequetscht wird.
Von allen Lebensmitteln ist Wasser sicher das Natürlichste. Klar Leitungswasser kann es nicht mit frischem Quellwasser aufnehmen, aber es ist gut genug und macht keinen Verpackungsabfall.
Es lebe das Leitungswasser.
Kommentar 8
28.05.2007
19:45 Uhr
Dann reih ich mich mal ein in die Phalanx der überzeugten Leitungswassertrinker. Muß man nicht herschleppen, kann man nicht vergessen zu bersorgen, ist in aller Regel auch nicht plötzlich alle, mir persönlich ist es direkt aus dem Hahn (nach etwas Vorlauf) kalt genug, es ist der perfekte Durstlöscher, schadstofftechnisch unbedenklicher als wahrscheinlich fast alles, was ich sonst noch so zu mir nehme, billig und macht noch nicht mal dick. Was will man mehr? Kohlensäure mag ich, zumindest wenn’s um den Durst und damit größere Mengen geht, eh nicht, also brauch ich auch keinen Sprudler.
OK, nachdem ich nach Berlin gezogen bin hab ich mich eine Weile an Ersatzwässern versucht, da das Wasser hier sehr hart ist und damit doch merklich anders schmeckt als das sehr weiche Wasser in Chemnitz. Auch gaben mir die Kalkablagerungen in unserem Wasserkocher doch irgendwie zu denken. Eine kurze (und eher halbherzige *g*) Internetrecherche ergab jedoch, daß das wegen der enthaltenen Mineralien sogar besser sein solle als weiches Wasser. Ist auch egal, inzwischen trinke ich es hier und in Chemnitz mit Genuß.
Und beim Thema krankhaftes Desinfizieren könnte ich mich auch permanent aufregen. Es mag den netten Herren aus der Werbung wundern, aber ich hatte nicht vor aus meinem Klo zu essen… Die Sache mit den Allergien wurde ja schon angesprochen und leuchtet mir auch sehr ein. Schlimmer ist allerdings, daß die Manie auch zu immer mehr Resistenzen bei Bakterien führt, wodurch es immer schwieriger wird, die Keime in Umgebungen, in denen sie wirkich gefährlich sind (intensivstationen z.B.), in Schach zu halten. Nee, ich hab für so was wirklich kein Verständnis…
Kommentar 9
29.05.2007
01:32 Uhr
Gwen
Schade, dass ich den Wasserkocher meiner Schwiegermutter weggeworfen habe, weil es 2-4 cm dicke Ablagerungen an den Wänden gab. Ich hätte das Gerät vorher fotografieren sollte um euch zu zeigen. Grässlich grauer Kalk fingerdick. Wie wird es wohl in unseren Arterien aussehen, wenn man solches Wasser jahrzehnte lang trinken würde???
Was mir hier aufgefallen ist, es gibt Branchen, die besitzen mafia ähnlichen Strukturen und die lassen keinen Konkurenten auf dem Markt. Die Getränkemafia z.B. Man sieht immer die gleiche Sorten auf den Regalen. Habe ihr vielleicht einmal das Mineralwasser aus Georgien getrunken??Natürlich nicht! Wird hier nicht verkauft.Dabei handelt es sich um ein echtes Heilwasser (23 Sorten) aus den Kaukasus, wo es saubere Flüsse und sauberes Luft gibt. Zugegeben das Wasser ist kein Tafelwasser, weil es schmeckt irgendwie salzig. Aber, bei Magen oder Galle Problemen hilft es sehr gut. ich habe das Wasser in den russischen Supermärkten gekauft (”Mix Markt”) Leider, gibt es z.Z. keines zu kaufen, wegen der politischen Problemen
Kommentar 10
29.05.2007
09:49 Uhr
Hi Gwen,
diese “mafia ähnlichen Strukturen” nennt man freie Marktwirtschaft! Okay, offiziell nennt sie sich “soziale Marktwirtschaft”, doch auch hier kann man die Darwinschen Evolutionstheorien anwenden: “survival of the fittest”. Es ist zwar schade, dass sich in den verschiedenen Lebensbereichen immer nur ein oder zwei Großanbieter durchsetzten und die kleinen schlucken, doch Otto-Normalbürger unterstützt das kräftig. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier!
Zurück zum Wasser:
Schwören auf importiertes Wasser aus Nicht-EU-Ländern würde ich nicht. Eher im Gegenteil, ich würde es meiden wo es nur geht!
Deutschland hat mit die strengsten Bestimmungen, was die Wasserreinheit angeht. Meine Eltern haben /hatten (wir haben ihn mittlerweile still gelegt) einen Brunnen unterm Haus. Ich weiß wovon ich rede. Es kam ein bis zweimal im Jahr das Wasserwirtschaftsamt und hat eine Probe gezogen. Und wenn was nicht in Ordnung ist, dann wird nicht lang gefackelt und der Brunnen versiegelt bis die Ursache gefunden, behoben und die Werte wieder innerhalb der Toleranzen sind. Und wir haben das Wasser ausschließlich für die Landwirtschaft, also zum Gartenbewässern, Nutzwasser und als Trinkwasser für die Tiere genommen; und für Trinkwasser für Menschen sind die Bestimmungen noch weitaus schärfer!
Wie sieht’s mit den Trinkwasserbestimmungen in Georgien aus?
Sind die Kontrollen da auch so scharf?
Sind die Beamten unbestechlich? Okay, auch in Deutschland gibt’s Bestechungsfälle, doch bestimmt weitausweniger als in Georgien, einem Land, in dem die Menschen weniger verdienen….
Die Bauern in Georgien sind bestimmt nicht auf einem mittelalterlichen Level stehengeblieben, bestellen ihre Felder noch mit Ochsen und nutzen nur die Gülle ihrer Nutztiere um zu düngen. Das ist eine sehr naive Sicht der Dinge. Auch sie benutzen Düngemittel, Pestizide usw.
Wie sieht’s da mit den Bestimmungen aus?
Sind die so streng wie hier?
oder sind dort eventuell ganz andere Grenzwerte zugelassen?
Oder sind Spritzmittel, die in Deutschland schon vor Jahrzehnten verboten wurden, dort noch zugelassen (was ich für seeeehr wahrscheinlich halte)?
Hast Du Dich auch schon mal gefragt, was der Transport von ausländischem Wasser nach Deutschland an Ressourcen kostet?
Wieviel Liter Diesel braucht man z.B., um 100 l georgisches Wasser, Volvic & Co in deutsche Verbrauchermärkte zu karren?
Dann überleg ich mal weiter: wenn das Wasser so lange unterwegs ist und in den Tanks steht, muss man dann nicht auch Zusätze zugeben, damit das Bakterien- und Algenwachstum zu hemmen? Das Wasser wird nämlich erst im Endverbraucherland abgefüllt und per Tanklastwagen nach Deutschland gekarrt.
Ganz ehrlich, Ist das umweltfreundlich?
Ich arbeite in einem Institut, wo auch eine Menge Lebensmittelchemiker angestellt sind. Es ist interessant, die ganze Lebenmittelreinheits- und Ökologische Landwirtschaftsdiskussion druch die Augen von Lebensmittelchemikern zu sehen. Die haben ein ganz anderes Hintergrundswissen als Otto-Normalbürger…
… und wenn DIE Leitungswasser trinken, dann können wir das auch mit ruhigem Gewissen tun.
Ich selbst hab seit etwas mehr als 2 Jahren einen Trinkwassersprudler und ihn mehr oder weniger häufiger in Gebrauch. Das ist eine feine Sache. Das einzige, worauf man achten muss, ist dass man die Flaschen ordentlich sauber hält und sie regelmäßig durch neue ersetzt (hat auch sicherheitstechnische Gründe). Ich würde nicht gerade den Sirup in die Flasche tun, mit der man das Wasser sprudelt. Man benutzt diese ja schon bis zu einem Jahr. Und da man die Flaschen nicht so heiß spülen darf wie Glasflaschen, ist es klar, dass die Flasche nicht so sauber wird und eventuell Reste von dem Sirup zurückbleiben. Ich selbst benutze keinen Sirup, schmeckt mir zu künstlich. Ich mach mir dann lieber Saftschorle oder trink’ das gesprudelte Wasser pur..
Sachgemäßger Gebrauch ist auch hier das Motto!
Grüßle,
Mohmoh
PS. gegen zu kalkhaltiges Wasser gibt’s Entkaltungsanlagen. Bei meinen Eltern ist das Wasser auch sehr kalkhaltig, sodass ohne die Entkalkungsanlage im Keller schnell jede Waschmaschine, WAsserkocher usw. verkalten würde. Doch was ist so schlimm an CaCO3? Arteriosklerose holt man sich bestimmt nicht durch den Konsum von Leitungswasser.
Also, CaCO3 ist allenfalls lästig, weil man die Maschinen öfters entkalten muss, doch in den Mengen, die Du als Mensch so im Verlauf des Tages aufnimmst, bringt es Dich bestimmt nicht um.
Um mal den Chemiker raushängen zu lassen: “die Dosis macht das Gift”
Kommentar 11
29.05.2007
12:14 Uhr
Wenn es nach Gwen ginge, dann müsste auf jedem Wasserhahn ein Warnhinweis angebracht werden: “Vorsicht, langjähriger Leitungswasser-Konsum gefährdet Ihre Gesundheit, verursacht Kalkablagerungen in ihren Blutgefäßen und kann zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen.”
Ich wußte gar nicht, dass sich der menschliche Metabolismus mit der Funktionsweise eines Wasserkochers, alternativ einer Waschmaschine, vergleichen läßt.
Der Volksmund spricht zwar von Aterienverkalkung, das bedeutet aber nicht, dass man einfach nur hartes Wasser oben reinschütten muss und schon lagert sich Kalk (Calciumcarbonat) in den Aterien ab. Ateriosklerose ist ein komplizierter Stoffwechselprozess und hat mit Kalk erstmal rein gar nichts zu tun. Verkürzt gesagt kommt es zu einer Schädigung der Gefäßinnenwand, in Folge dessen lagern sich dort Fett- und Proteinkomplexe ab, die schließlich von einer neuen Zellschicht überzogen werden. Da kann zwar auch etwas Kalk hängen bleiben, aber das ist nicht initial für die Ateriosklerose verantwortlich.
Kalk=Calciumcarbonat ist eine mögliche Calcium-Quelle und gerade Calciumhaltige Mineralwasser werden von den Gesundheitsaposteln z.B. zur Vorbeugung von Osteoporose empfohlen. Wobei gesagt sein muss, dass die Resorption von Calciumcarbonat aus Wasser im Darm nicht sonderlich gut ist.
Ich habe im Internet sogar eine Studie gefunden, in der die Resorption von Calciumcarbonat aus Mineralwasser untersucht wird, denn viel Calcium aufnehmen gilt als gut.
In Deinem Organismus Gwen flitzen ständig Calcium-Ionen hin und her. Ohne die funktionieren die Muskeln nicht und in den Knochen findet ein ständiger Umbauprozess statt.
Kurzum: der Genuß von hartem Leitungswasser führt bestimmt nicht zur Arterienverkalkung.
Mit bestem Gruß von Madame Dipl.-Bio
Kommentar 12
29.05.2007
12:44 Uhr
Leute, ihr kennt euch wirklich aus
Selten habe ich Kommentare gelesen, die wirklich sachgemäß und von Profis stammen. Das freut mich. A-B-E-R, die Bemerkung “aus nicht EU-Länder”…nee..die gefällt mir überhaupt nicht. Polen und Littauen sind schon deshalb vertrauenswürdig, weil sie seit ein Paar monaten in der EU sind..Warst du schon mal in littauen????ich ja. Und in Polen war ich auch. Und als Kind war ich in Georgien, weil ich am Kaukasus geboren bin( rein zufällig) Und auch mir spricht kein Patriot, weil ich keine Georgierin bin, wenn ich sage: wo bitteschön gibt es dort etwas, was man als verseucht betrachten könnte??Doch nicht die Berge, Weinberge, Wälder und Schafe??? Hierzulande in der schönen EU tummeln sich Millionen auf die mickrigen Paar Hundert kilometer und Krebs ist jedem sicher. in meiner Familie war das Wort Krebs völlig unbekannt bis zum Ur-urgroßmutter und keine Magenkrankheiten weit und breit zu finden. Seit 20 Jahre in Deutschland und bereits seit 10 Jahren magenkrank. Und kein Arzt weiss genau, was los ist. Habe morgen ein Termin in der Klinik rechts der Isar (Allergie). Allergisch auf alles, was man hier als Lebensmittel so verkauft! Keimfreies, totes, wertloses Futter. Danke, EU!
P.S. das mit dem Schlaganfall sicherlich hast du recht. Ganz gewiss sogar, weil du vom Fach bist
aber, dennoch, ich möchte dieses komisches Wasser einfach nicht in mich hineinfliessen lassen! Und das ist mir völlig wurscht, ob es aus EU stamm, oder nicht
ich leben eigentlich in Wales. In Deutschland bin ich immer seltener. Und dort verkauft man “Spring water” oder ähnliches Wässerchen aus dem schottischen Hochland in den Flaschen und…..ich kaufe es nicht!!!Weil es sinnlos ist. Hinter meinem Haus befindet sich water reservoir, wo wir unseres Leitungswasser beziehen. ich kann es sehen
) Meine Wasserkässel sind nicht verkalkt, meine Waschmaschine braucht kein entkalker und wenn ich meine Haare damit wasche, brauche ich keinen conditioner
In München ist das Wasser wirklich schrott .
Kommentar 13
29.05.2007
13:53 Uhr
Äh, Gwen, jetzt aber mal langsam:
1. ist Krebs ist keine Erfindung des 20. oder 21. Jahrhunderts! Und erstrecht nicht der Industrienationen! Krebs gab es schon immer, überall auf der Welt! Sogar in Georgien!
Krebs ist sogar früher schon eine häufige Todesursache gewesen, d.h. wenn man vorher nicht an einer Blinddarmentzündung, Erkältung oder sonstigen Säuchen erkrankt und gestorben ist. Ich weiß von bewiesenen Krebsfällen im 16. Jahrhundert von exumierten Leichen (oft war’s bei den Frauen wie heute auch Brustkrebs, die Herren hatten wohl oft was am Verdauungstrakt). Im Mittelalter war ein Mensch über 35 oder 40 Jahren schon alt, heute hat man eine durchschnittliche Lebenserwartung von über 85 Jahren. Ist doch klar, dass man da mit anderen Krankheiten zu kämpfen hat.
Okay, durch unseren jetztigen Lebenswandel wird vielleicht das Entstehen von Krebs gefördert oder Krebs gar hervorgerufen, das will ich nicht abstreiten. Ich selbst habe statistisch gesehen eine um 5 Jahre verkürzte Lebenserwartung durch meinen Beruf; Krebs ist durchaus zu erwarten…
Früher war nicht immer alles besser, sauberer und reiner. Alleine wenn ich an die hygienischen Begingungen noch vor 100 Jahren zurückdenke, rollen sich mir die Fußnägel hoch. Und Du musst auch die erheblich gesteigerte Lebenserwartung in Betracht ziehen, die der Fortschritt mit sich bringt. Doch es gibt immer eine Licht- und eine Schattenseite. Und so bringt der Fortschritt nicht nur Positives. Doch Krebs ist keine Ausgeburt des Fortschrittes!!!!!!!!!!!!!
Fazit: Früher sind die Leute gestorben und keiner hat sich Gedanken darüber gemacht, woran genau die Leute gestorben sind. Man hatte auch gar nicht die Möglichkeiten das herauszufinden.
Woher willst du so genau wissen, dass Deine Ururoma nicht an Krebs gestorben ist? Doch war es Altersschwäche, Krebs, eine Lungenentzündung o.ä.? Deine Uroma “sagt” dann vielleicht, die Frau war eben alt. Mehr Gedanken hat sie sich darüber nicht gemacht; die Frau war alt, krank und ist dann gestorben: “Punkt, aus, Komma, keinen weiteren Gedanken darüber verschwenden. Das ist der Lauf der Welt!” Man hat früher nicht so viel nach dem Wieso und Warum gefragt.
—
2. ich habe nicht sagen wollen, dass alle EU-Länder vertrauenswürdig sind, und alle außerhalb sind “böse”. Ich wollte nur darstellen, dass die Richtlinien in der EU im ALLGEMEINEN strenger sind, als in Nicht-EU-Ländern. Und zweifelsfrei gibt’s Nicht-EULänder, die auch noch strengere Richtlinien besitzen…. Das steht nicht zur Diskussion.
Prinzipiell steh ich allen ehemals kommunistischen Ländern EHER skeptisch gegenüber. Nicht aus dem Grund, dass sie kommunistisch waren, noch weil ich den Leuten mißtrauen. Sondern aus dem Grund, dass die kommunistischen Regierungen IM ALLGEMEINEN nach anderen Prinzipien handelten. So wurde nicht so viel auf Umweltschutz Wert gelegt. Länder wurden ausgebeutet.
Berge kann man nicht verseuchen? Sorry, aber da muss ich lachen.
Man kann seinen Atommüll in Bergwerke einlagern. Man kann Uran aus den Bergen schürfen und die Abräumhalden nicht ordentlich reinigen. So kann radiaktives Material in die Flüsse kommen!!!!!!
Man kann Schwermetalle schürfen, was bei unsachgemäßem Umgang verdammt viel Schaden anrichten kann. Und wenn’s es in einem noch so abgelegenen Tag was gibt, was sich abzubauen lohnt, dann holt man das raus => Profit!
Sorry, aber “wir” schürfen Erdöl im zugefrorenen Alaska und fördern Erdgas im permafrostboden im tiefsten Sibirien. Die energiehungrige Gesellschaft verlangt nach mehr und macht vor Georgien bestimmt nicht halt…
Weinberge: Auch bei Weinbergen werden Schädlingsbekämpfungsmittel, Fungizide und Herbizide gespritzt, damit sich der Ertrag erhöht! Die Menschen leben davon, und da werden sie alles dafür tun, den Ertrag zu erhalten und zu erhöhen.
Wälder: Wald ist für die Besitzer auch Kapital. Du wirst kaum jemanden treffen, der einfach so Wald beitzt.
Sorry, aber Du kannst mir nicht weißmachen, dass ein Grundbesitzer nicht was gegen Schädlinge im Wald unternimmt. Wenn die Borkenkäfer seine Bäume zerstören, dann ist die Grundlage, von der er lebt, weg. Defacto wird er was gegen die Schädlinge tun => mit einem Helikopter drüberfliegen und was spritzen!
Okay, das ist ein krasses Beispiel, ist aber so.
Auch in Georgien gibt’s Sauren Regen, Radioaktive Strahlung und ein Ozon-Loch und noch vieles mehr, was mir auf Anhieb nicht einfällt.
=> auch im so “abgelegenen” Georgien ist nicht alles rein, was auf dem ersten Blick so aussieht!!!!
=> Georgien ist nicht so abgelegen, als dass es so unberührt und rein wäre.
Die Welt ist viel kleiner als man es für möglich hält. Und die großen unberührten Weiten sind oftmals nicht so groß und weit wie man denken mag.
Kommentar 14
29.05.2007
14:54 Uhr
@Gwen:
Wie Raven in Ihrem Artikel geschrieben hat, stellt die Gier nach Mineralwasser eine erhebliche Umweltbelastung dar. Hier ist nochmal der link zum Spiegelartikel darüber.
Welchen Sinn macht es also, Wasser aus Georgien in das extrem wasserreiche Deutschland zu importieren? Das ist wie Eulen nach Athen tragen und eine Verschwendung von Resourcen unserer Mutter Erde.
Zweifellos ist firsches Bergquellwasser schmackhafter, gesünderund bekömmlicher als das Leitungswasser einer Großstadt, aber da die wenigsten von uns das Privileg haben, über eine eigene Quelle zu verfügen, tut es auch das Leitungswasser, ohne dass man davon Krebs oder andere Scheußlichkeiten bekommt, es gibt genug andere Noxen die Krebs verursachen, da muss man nicht Kranewasser bemühen.
Bekanntlich gibt es viele Heilbäder in Deutschland und damit auch viele Heilquellen. Vor ein paar Wochen habe ich mich im Kurhaus von Bad Pyrmont durch die Heilquellen getrunken, jedes Wasser schmeckte anders. Wer also ein Heilwasser zur Behandlung diverser Krankheiten braucht, dem sei es gegönnt. Wer einfach nur seine Flüssigkeitsspeicher auffüllen will, ist mit Leitungswasser aus deutschen Landen gut bedient.
Übrigens kochen die Menschen hierzulande ja auch mit Leitungswasser und das ist dann im Essen drin. Und die Pflanzen, die wir essen, enthalten auch Wasser, welches nicht aus georgischen Heilquellen stammt.
Dass das moderne Leben krank macht und besonders in der Landwirtschaft so gut wie alles im Argen liegt, ja das ist ganz sicher so – nur das Wasser, das kann nichts dafür.
Kommentar 15
29.05.2007
16:57 Uhr
Das Blacksmith Institute hat kürzlich eine Liste der 10 am schlimmsten verschmutzten Orte der Welt veröffentlicht. Immerhin 5 davon liegen in einer der ehemaligen Sowjetrepubliken. Nun muß ich zugeben, daß mein Wissen über die diversen doch sehr unterschiedlichen Regionen dort in recht überschaubaren Grenzen hält, aber prinzipiell bin ich _sehr_ skeptisch wenn es um reine, unberührte Natur und die Ex-SU geht.
Abgesehen davon bin ich ein Kind der DDR. Ich brauche eigentlich keine irgendwie gearteten Statistiken irgendwelcher Wissenschaftler, ich habe im Zuge der Wende schlicht gerochen wie toll sich der Osten bemüht hat, Schadstoffausstoße in Grenzen zu halten. Abgase allein werden wohl eher keine Region auf Jahrzehnte hinaus verseuchen, aber diese Abgase waren halt nur Symptom einer überaus bedenklichen Grundeinstellung, die sich auch oft genug noch schwerwiegender manifestiert hat.
Kommentar 16
30.05.2007
01:09 Uhr
Hey, was ist denn hier los?!
Ich hätte nicht gedacht, dass überhaupt jemand auf diesen Eintrag antwortet. Den habe ich eigentlich aus Langeweile geschrieben habe bzw. weil ich mich an die anstehenden komplexeren und ernsteren Dinge derzeit nicht rantraue mangels Zeit und Ruhe…
@Wolfgang: Ich möchte auf die Kohlensäure nicht verzichten. Gegen Übersäuerung habe ich mir mal Basepulver gekauft, aber bisher nicht konsequent benutzt. Wie gesagt, ich bin kein Gesundheitsfreak. Ich trinke auch Cola in Mengen. – Nur light zwar, aber all die die Phosphorsäure, das Koffein und Süsstoffe sind sicher auch nicht gut.
Was ich ja noch nie verstehen konnte: Wieso Leute sich Evian, Volvic oder sonstige stillen Edelwässerchen kaufen.
Schmeckt genauso langweilig wie Leitungswasser und blubbert nicht einmal. Muss man aber trotzdem heranschleppen und es ist viel teurer.
@Dru: Boah, wie eklig das mit dem Löschwasser.
Das erinnert mich an mein Büro: Seitdem mal die Kühlanlage über mir ein Leck hatte und wochenlang rostiges und verkalktes Wasser die Decke heruntertropfte und halbe Stalagtiten und schöne Rostflecken an der Tür bildete, kann ich das Wasser dort auch nicht mehr so trinken. Ich glaube zwar, ich würde merken, wenn es kein Trinkwasser wäre, aber ich bekomme das Bild nicht aus dem Kopf.
Ich habe mir so einen Brita-Wasserfilter gekauft – benutze ich aber auch nur, wenn ich das Wasser kalt und pur trinke.
Ich glaube gern, dass Quellwasser besser schmeckt als NRW-Wasser, aber leider hat’s hier so wenig Berge und Quellen. Da bleiben nur die Flüsse und Stauseen und Oberflächenwasser.
Und solche Leute wie Deine Kollegin sind genau was ich meinte! Total paradox!
@Astro: Ein Hoch auf das gute NRW-Wasser!
Ich habe es schon in Aachen sowie in sämtlichen Käffern drumherum getrunken, der Eifel, Köln, Neuss und Düsseldorf. Lebe immer noch und am Geschmack habe ich auch nichts auszusetzen.
@Geli: Was, Du ißt NICHT aus dem Klo?
Jetzt sag nicht, Du ißt auch nicht vom Fußboden.
- Im Ernst, ich finde die Werbung so bescheuert. Wundert es irgendwen, dass man IM Klo Bazillen findet? Wer packt denn da so herzhaft rein, selbst wenn es geputzt ist?
@Tharanis: Das mit der Abwassergebühr ist nicht unlogisch – sie wird nach dem Verbrauch berechnet, ganz egal wieviel davon wieder zurück durch den Abfluss fließt.
@Mohmoh: Bei meinem deluxe Wassermaxx stand extra in der Bedienungsanleitung, dass man den Sirup aus hygienischen Gründen nie in der Sprudelflasche, sondern immer erst im Glas beimischen soll. Und die Flaschen soll man nur mit der Hand spülen. (Ich habe mir einen Isokannenreiniger dafür gekauft.) Die PET-Sprudelflasche hat ein Verfallsdatum, das gilt allerdings bis 2009.
Man kann über deutsche Beamte lästern wie man will, sie sind erwiesenermaßen unter den unbestechlichsten weltweit. Da gibt es jährlich eine Korruptionsstatistik. Deutschland schneidet immer gut ab. Und das sage ich nicht nur, weil ich ein deutscher Beamter bin.
Ansonsten haben unsere Biologen und Chemiker hier schon alles gesagt, denke ich. Ich fasse mal zusammen:
Kalk im Wasser hat nichts mit Arterienverkalkung zu tun, ist sogar gut und höchstens Geschmackssache.
Für die Waschmaschine gibt’s Antikalktabs, für den Wasserkocher Entkalker. Für die Haare gibt’s Spülung. (Selbst mit dem weichesten Wasser brauche ich eine, sonst kann ich bei der Länge nicht durchkämmen. Meine Haare haben sich auch an das kalkige Kölner/Neusser/Düsseldorfer Wasser gewöhnt, bei weichem Wasser sehen sie auch frisch gewaschen regelrecht fettig aus.)
Umweltverschmutzung ist global und macht auch vor idyllischen grünen Hügeln keinen Halt.
Krebs gab es schon immer, nur starben die Leute früher eher an anderen Krankheiten.
Sonstige Krebsauslöser würde ich eher in der sonstigen ungesunden Lebensweise suchen – kosmische Strahlung, Ozonloch, Feinstaub, Acrylamid in den Pommes, Pestizide im Obst, Hormone im Fleisch, Stress, Überarbeitung, sucht Euch was aus – im Wasser jedenfalls zuletzt.
Und ich erwähnte ja schon, dass ich das hektoliterweise Herankarren von irgendwelchen Edelwässerchen für unlogisch, unökonomisch und unökologisch halte? Ich kaufe auch keine Melonen aus Costa Rica und erst recht kein Grundnahrungsmittel von einem Hunderte oder Tausende Kilometer entfernten Ort, wo es hier in Massen auf uns herabregnet und unter strengsten Richtlinien aufbereitet wird.
Und ja, ich traue deutschen Behörden und Wasserwerken immer noch mehr als georgischen oder schottischen. Ich sagte ja bereits, dass das deutsche Trinkwasser besser abschnitt in den Tests (Stiftung Warentest/Umweltbundesamt) als die Flaschenwässerchen, oder? Schon allein weil die Richtwerte für Schadstoffe in Deutschland für das Trinkwasser geringer liegen als die für Mineralwasser.
Einziges Problem sind die Zuleitungen im Haus, denn die Rohre im Haus sind Sache des Eigentümers! Wenn da noch Bleirohre aus den 50ern liegen, Pech gehabt. Und vielleicht noch, dass auch der Preis für Trinkwasser ungerechtfertigt hoch ist auf Grund des Monopols. (Kam gerade eben in den Nachrichten – Spitzenreiter in Deutschland Essen mit über 250 Euro für Wasser für einen 1-Personen-Haushalt jährlich, in Augsburg z.B.nur ein Drittel.)
So, ich genehmige mir jetzt ein schönes kühles Glas frisch aufgesprudeltes Düsseldorfer Wasser!
Kommentar 17
30.05.2007
02:01 Uhr
@ Geli, glaub nur den Statistiken, die du selbst gefälscht hast
Die Dimensionen des größten Landes der Welt (Russland + Republiken
)sind dermaßen unfassbar, dass es kaum einer Statistik gerecht wird. Allein die HalbInsel Kamchatka ist wahrscheinlich zigmal so groß wie das ganze Deutschland. ich war schon mal dort und du kannst getrost aus jedem Bach trinken, was ich auch getan habe. eine Statistiken können gar nicht umfassen, was und wo was verseucht ist. Ich kenne das Land und das nicht aus der Zeitung! Ich musste schon fot schmunzeln, was alles in der Presse für dummes Zeug steht. Manchmal stimmen nicht einmal die Ortsnamen.
Kommentar 18
30.05.2007
11:48 Uhr
Ich glaub Dir ja, daß Du da warst und die Gegend selbst gesehen hast. Ich weiß aber dummerweise auch, daß es jede Menge schädlicher bis höchst gefährlicher Stoffe gibt, die man schlicht nicht sieht. Rund um Tschernobyl sieht’s auch wieder grün aus. Essen möchte ich Gemüse von dort trotzdem nicht. Sprich, was anderes als anderer Leute Statistiken bleibt mir einfach nicht, um so etwas zu beurteilen.
Kommentar 19
01.06.2007
10:50 Uhr
Hoch interessant, was so alles geglaubt und vermutet wird. Den tollsten Wassersprudler habe ich hier gesehen:
http://www.aquaspender.de/wasserspender/wassersprudler.htm
Sogar Wein kann damit aufgesprudelt werden. Und die 10 Jahre Garantie sind auch nicht schlecht.
Zum Thema Gesundheit und Trinkwasser findet man hier massenhaft Informationen
Grüße an alle
Kommentar 20
14.12.2007
18:49 Uhr
Das ist mit Abstand der beste Kommentar zum Thema Panikmache und Leitungswasser. Ich befasse mich seit vielen Jahren mit Trinkwasser aus der Leitung und verkaufe auch entsprechende Geräte. Auf meiner Webseite steht zum Beispiel hier: Wasserspender und Gesundheit
viel über Hygiene, Ernährung etc.
Ich schreibe heute besonders, weil es einen Wassersprudler gibt, mit dem sich mühelos bis 10 g Kohlensäure pro Liter Wasser aufsprudeln läßt. Das ist mehr als in den gekauften Mineralwasserflaschen. Außerdem können an dieses Gerät (bei Google unter “AquaPrivat” nachsehen) sogar 10kg Kohlensäureflaschen angeschlossen werden. Der Preis der Kohlensäure ist dann um Faktor 4-5 geringer als bei den kleinen Gaszylindern.
Kommentar 21
01.06.2008
08:35 Uhr
Gwen
@mohmoh, irgergendwas stimmt da nicht. Angeblich verursacht das fette Flesch arterienverkalkung und nicht das verkalkte Wasser. Wie kann es dann sein, dass in Georgien die Anzahl der 100 jährigen in der Bevölkerung beispiellos hoch ist?Wahrscheinlich liegt es an die radioktivität aus Tschernobil
es gibt sogar ein Chor der hundertjährigen, der auf Tourneen geht. Die Senioren essen täglich Schaschlik aus Hammelfleisch und trinken dabei Rotwein und das reichlich!!!Der Wein wird in ein Horn reingegossen.Warum in ein Horn?Weil man es nicht abstellen kann und gleich austrinken muss
Hundertjährigen schadet es nicht
Kommentar 22
01.06.2008
19:35 Uhr
Gwen
@Geli was mich auf die Palme bringt, das ist die allgemein verbreitete unerschütterliche Glaube an die Unfehlbarkeit der deutschen Gesetzgebung im Bezug auf die Lebensmittelgesetze. Ich werde jetzt bewusst darauf verzichten, ein europäisches Land zu nennen, wo ich jede Zeit in einem normalen Supermarkt Lebensmittel kaufen kann, die eine Liste alle Zusätze detaliert aufführen und auf jedem Etikett stehen warnungen:”vorsicht für Allergiker.Enthält Weizen und Nüsse”. Ich kann als Histamin Allergikerin in diesem Land gut leben. Nicht so in Deutschland. hierzulande muss du nach solchen Produkten suchen gehen.ich habe doch das Gefühl, dass ich schreiben kann was ich will, doch in den deutschen Köpfen gilt Russland als verseucht, Georgien korrupt
England´s Kühe sind “verrückt”.
Ich bin etwas vom Thema abgekommen. Aha, das Wasser. Es gibt in der Nähe von München kaum noch ein sauberes Bach. Meine Hunde, die drin baden gehen, können ein Lied davon singen. Hautreizungen sind auch schon vorgekommen. Das braunes Flüsschen, dem man Würm nennt, stinkt auch ziemlich. In Zeitungen steht, dass das Wasser im Würm badetauglich ist
Kommentar 23
01.06.2008
19:54 Uhr
berndilein
Hallöchen,
ich wollte noch mal meinen Senf zu Kommentar 2 von Wolfgang abgeben:
Das mit dem Säure-Base-Verhältnis stimmt prinzipiell. Gerade aber der CO2-Kreislauf ist ein offener, d.h. überschüssige Kohlensäure wird über die Atmung wieder abgegeben. Und wer hat dir den Unsinn mit “guten” und “schlechten” Mineralstoffen erzählt? Mineralstoffe liegen als Kationen und Anionen in Wasser gelöster Salze vor. Da ist es total wurscht, wo sie herkommen.
Kommentar 24
15.04.2010
15:42 Uhr