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How can you see into my eyes like open doors,
leading you down into my core
where I’ve become so numb
without a soul my spirit sleeping somewhere cold,
until you find it there and lead it back home.Evanescence, “Bring me to life”
Am 18.11.2006 fand im Kölner Palladium ein Konzert zum neuen Album “The Open Door” von “Evanescence” statt. Es wäre mir völlig entgangen, wenn auf der neuen CD kein Hinweis auf die Deutschland-Konzerte geklebt hätte, Plakate hatte ich nirgendwo gesehen.
Ich buchte die Karten für Ingo, Micha und mich wie immer bei Eventim. Eine kostete 35 € (ohne Vorverkaufsgebühr). Einlass sollte um 19 Uhr sein, Beginn 20 Uhr.
Normalerweise sehen wir zu, dass wir eine halbe Stunde vor Einlass da sind, damit wir noch in Ruhe parken und uns anstellen können, aber diesmal waren ziemlich spät dort, erst um etwa 19 Uhr. (Wir hatten herumgetrödelt bei mir – ich hatte etwas zubereitet, damit wir nicht mit leeren Mägen hinfahren, frische Champignon-Suppe und Salat, Micha gefüllte Brötchen.
Und Ingo hatte an dem Tag Geburtstag.)
Als wir so spät ankamen, blieben wir direkt vor der Halle in einer Schlange von Autos stecken. Und standen, und standen, und standen… So langsam wurde es zeitlich eng und ich nervös. Ich hasse es, zu spät zu kommen.
Ist bei einem Konzert zwar nicht so peinlich wie im Kino, und bis zum Beginn des Konzertes war noch Zeit, aber man möchte schließlich einen guten Platz bekommen und vorher noch das eine oder andere erledigen.
Als wir endlich in die Nähe der Parkplätze kamen, waren die natürlich alle bereits hoffnungslos überfüllt. Wir folgten den Anweisungen des Parkwächters, der uns in eine bisher ungewohnte Richtung schickte. Was er jedoch als “Parkplätze” bezeichnete, war eine schmale Straße hinter einer Eisenbahn-Brücke, hinter der wir notgedrungen wie die meisten den Wagen abstellten und durch Matsch und Dornen den Rückweg antraten.
Die Schlange vor dem Palladium war schon in Bewegung und entsprechend lang – wenn auch nicht so lang wie bei meinem letzten Besuch im Palladium bei der “Once”-Tour von “Nightwish”.
Nicht bis ganz ans Ende der Straße, sondern nur 3/4. Es dauerte bestimmt über 30 Minuten, bis wir auch endlich in der Halle waren und wir Mädels sofort in Richtung Toilette stürmten. Dort musste man natürlich wieder anstehen.
Trotz allem bekamen wir nicht die schlechtesten Stehplätze, wie üblich hinten rechts neben der Bar, leider aber ohne praktischen Stahlträger zum Anlehnen in der Nähe oder freie Sicht durch Technikpulte, Rollstuhlrampe etc.
- Bei Konzerten mit Stehplätzen macht es echt keinen Spass, nur 1,65m groß zu sein.
Wir hatten ja mit dem Schlimmsten gerechnet vor dem Konzert, was Publikumsmenge und -Zusammensetzung betrifft und uns mental schon auf Phänomene vorbereitet, die man sonst nur bei Boygroups antrifft.
Immerhin war es die erste Tour der Band seit dem Erfolgsalbum “Fallen” in 2003, und es gab in Deutschland insgesamt nur zwei Konzerte, dieses eine in Köln und eines in Berlin. Zudem ist es wohl meine “mainstreamigste” Lieblingsband, die damals mit ihrem Vorgängeralbum durch sämtliche Charts galoppiert ist. Irgendwie schien sie besonders beliebt bei wütenden bis – nur ganz leicht – gruftig angehauchten Teenager-Mädchen zu sein.
Und es kann einfach nichts Gutes bedeuten, wenn es von Deiner Lieblingsband schon Klingeltöne bei Jamba gibt.
Vor Ort war es dann aber doch nicht so schlimm: Die Halle war voll, aber wie gesagt, ich hatte sie schon voller erlebt. Und es gab nicht viel mehr pubertierende Mädchen als sonst auch, im Gegenteil, es waren auch viele ältere Leute darunter. Insgesamt eine entspannte Mischung aus Metal-Fans, Goths und Normalos. Die nicht wenigen Heavy-Metal- / Rock- / Gothic-Fans haben mich doch etwas gewundert, weil “Evanescence” oft als Mainstream, zu soft und gewöhnlich verspottet wird…
Aber bevor ich mich über solche selbsternannten Kenner des einzig wahren Musikgeschmacks aufrege, zurück zum Konzert:
Die Vorband “The Black Maria” – mir völlig unbekannt, offensichtlich Landsmänner der Hauptband – begann mit ein wenig Verspätung um kurz nach 20 Uhr. Sie waren wohl weder besonders gut, noch besonders schlecht, sie haben keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, oder überhaupt einen.
- Aber ich gehöre ja sowieso zu denen, die auf eine Vorband gut verzichten können, zumal sie nicht angekündigt war, zumindest nicht auf dem Ticket wie sonst üblich.
Was danach folgte, war etwas ärgerlich: rund 20 Minuten gar nichts, denn es wurde umgebaut. Ingo meinte zwar, das sei nicht selten, aber ich hatte bisher noch auf keinem Konzert erlebt.
Kurz nach 21 Uhr ging das Licht wieder aus, der Vorhang hoch und “Evanescence” begann endlich zu spielen.
Deko und Show in Form von irgendwelchen Pyro- und sonstigen Effekten gab es kaum bis gar nicht, nur das riesige Logo im Hintergrund auf schwarzem Vorhang, dazu jedoch eine ziemlich hübsche Lichtshow – soweit ich das denn überhaupt sehen konnte. Ich habe auf Grund des diesmal ungünstigen Stehplatzes, meiner Größe und des Paares vor mir, das dauernd die Köpfe zusammenstecken musste (ich habe immer so ein Glück!) leider kaum etwas gesehen. Ein paar Mal konnte ich einen Blick auf die Sängerin erhaschen und Teile vom Schlagzeug, das war es aber auch schon – schade. Ich bin zwar wegen der Musik da, aber ich würde zumindest gerne mal aus der Ferne die Personen sehen, die sie machen.
Die Stimmung war sehr gut, was wahrscheinlich auch an der Tatsache lag, dass man hierzulande nicht sehr oft in den Genuss eines “Evanescence”-Konzert kommen kann und alle ziemlich gespannt waren, inklusive mir. Jedenfalls hat es hat schön gerockt und es gab ordentlich Beifall.
Was mich allerdings wie üblich störte, war das Gesinge der Fans.
Für viele gehört das vielleicht dazu und trägt zur Stimmung bei, aber ich gehe nicht zum Konzert, um mich von den Sangeskünsten der Personen um mich herum zu überzeugen. Zumindest sollte man es nicht übertreiben, indem man nicht nur leichte, gängige Refrains mitsingt, sondern komplette Lieder, die teilweise richtig schwierig sind. Bei “In Extremo” und Konsorten ist es von der Art der Musik her kein Problem, mitzusingen, und der Gesang bzw. seine einwandfreie Qualität ist da auch nicht so wichtig – manche würden wahrscheinlich sogar sagen nicht vorhanden. Aber bitte nicht bei Bands wie “Evanescence” oder gar “Nightwish”, da sollte man das Musizieren bitte den Herrschaften auf der Bühne überlassen.
Was die betrifft: Die Jungs spielten und Amy Lee sang gut, von Beginn bis zum Schluss. Einwandfreie Qualität, ich habe nichts daran zu meckern.
- Ich weiss, das habe ich bisher über jede Band gesagt, deren Konzert ich besucht habe, obwohl ich schon über etliche davon Gemosere in irgendwelchen Foren gelesen habe. Anscheinend habe ich immer extremes Glück oder aber kein musikalisches Gehör, aber letzteres hätte irgendeinem meiner zahlreichen aktuellen und ehemaligen Musiklehrern mal auffallen müssen…
Die Spielliste hätte ich aus dem Kopf nicht mehr zusammenbekommen, aber zum Glück hatten andere ein besseres Gedächtnis.
(Ich liiiebe YouTube!
Endlich kann ich die Songs zum Anhören und -sehen direkt verlinken. Es ist zwar der Albtraum jedes Copyright-Inhabers, aber für Fans sehr schön. So lange niemand damit unberechtigterweise Geld macht, finde ich das vollkommen ok und hoffe, dass YouTube in dieser Form lange erhalten bleibt.)
Wer jetzt denkt, dass sich das nach ziemlich wenigen Songs für ein Konzert anhört… hat recht.
Das war der einzige Negativ-Punkt am Konzert, abgesehen von unserer selbstverschuldeten Hetzerei bei der Anfahrt: Es dauerte nur 1 Stunde und war damit das kürzeste Konzert, dass ich je besucht habe. Über die Gründe kann man nur spekulieren:
Vielleicht lag es daran, dass es von “Evanescence” noch nicht so fürchterlich viele Alben gibt. Aber warum haben sie dann nicht einfach mehr Songs aus den vorhandenen gespielt? Auf eines meiner absoluten Lieblingslieder, “Tourniquet”, habe ich vergeblich gewartet. (”Tourniquet” als Fan-Musikvideo mit Szenen aus “Underworld”. Muss ein Insider sein, den ich nicht verstehe, es gibt massig Fan-Musikvideos mit “Evanescence”-Songs zu diesem Film und “Teen Titans”…
)
Andere Konzertbesucher meinten, es läge daran, dass Amy Lees Stimme einfach keine längeren Konzerte verkraftet. Ich habe auf YouTube einen Konzertmitschnitt gesehen, der ähnliches vermuten lässt, ich glaube, es war ein Auftritt beim Wacken-Festival. Entweder hat sie da ewig lange gesungen oder war böse erkältet.
Wenn man etwas Ahnung von Stimmbildung hat, kann man hören, dass sie wie die meisten Pop-/Rock-/Musical-Sänger pure Kraft verwendet, um der Stimme Klang und Power zu verleihen. Diese Gesangstechnik heisst Belting, und dagegen ist so auch gar nichts einzuwenden.
- Ich jedenfalls mag ihre Stimme und Art zu singen, sonst würde ich mir “Evanescence” schließlich nicht antun.
In den meist schlecht ausgefallenen Reviews zur neuen CD hieß es öfters, ihre Stimme hätte so eine geringe Bandbreite. Den Vorwurf finde ich jedoch ungerechtfertigt.
Groß ist ihr Umfang sicher nicht, aber das ist er bei 90% der anderen nicht klassischen Sänger auch nicht. Und selbst diejenigen, die angeblich 3 Oktaven oder so schaffen sollen – von Mariah Carey und Whitney Houston habe ich das mal gehört – nutzen sie im üblichen seichten Pop-Gedudel nicht.
Wie auch immer: Mit Belting jedenfalls stößt man schnell an Grenzen. Höhere Tonlagen sind damit nur schwierig zu bewältigen, bei den meisten Leuten hört es sich grausam an, sie brüllen dann eigentlich nur noch, und irgendwann ist Ende der Fahnenstange. Darüber hinaus hilft nur der Wechsel von der Brust- in die Kopfstimme, was man auch bei einigen Liedern des neuen Albums hören kann, wo Amy Lee für ihre Verhältnisse sehr hoch singt. Wechseln muss jeder irgendwann, aber hier hört man es deutlich, weil sie es nicht gewohnt ist.
Klassische Sänger hingegen trainieren daran, diesen Übergang (Passagio) ohne hörbaren Bruch hinzubekommen, außerdem nutzen sie die Atmung aus dem Bauch heraus sowie den Kopf als Resonanzkörper, wodurch Lautstärke und -höhe ohne Kraftaufwand möglich sind. Für die Stimmbänder ist es wesentlich schonender, beim Belting hingegen müssen sie die Hauptarbeit erledigen.
Um den Bogen zu Amy Lee wieder zu bekommen: (Ich merke schon, ich muss endlich mal einen Eintrag über Gesangsunterricht schreiben.
) Langes und lautes Singen mit der Belting-Technik strapaziert die Stimmbänder. Irgendwann hört man die Ermüdungserscheinungen dieser Muskeln. Als kurzfristige Folge schließen sie nicht mehr richtig, die Stimme bricht, kiekst, Töne können nicht mehr gehalten werden, sie hat keine Kraft mehr. Wenn man zu oft ans Limit geht oder trotz der Warnsignale darüber hinaus, kann es langfristig noch viel schlimmer kommen, auf den Stimmbändern können sich Ödeme und Geschwulste bilden und sie dauerhaft ruinieren.
Insofern keine dumme Entscheidung. 1 h von diesem Power-Gesang als pausenlos geforderte Lead-Sängerin ist wirklich nicht ohne.
Trotzdem ist es natürlich vielen im Publikum zu kurz gewesen.
Ich habe Leute sagen hören, “Evanescence” solle dann lieber gar keine Konzerte geben.
Meine Meinung ist das nicht, ich habe lieber 1 h “Evanescence” live als gar keine.
Dazu kommt in meinem Fall, dass ich Krüppel bei langem Stehen immer noch mehr Schmerzen bekomme, als ohnehin schon vorhanden sind. Da ich dieses Mal so Pech hatte mit dem Stehplatz, wusste ich gegen Ende des Konzertes gar nicht vor lauten Rücken- und Gelenkschmerzen, wie ich stehen sollte, und war fast froh, dass es zu Ende war.
Vielleicht hätte man beim Kartenverkauf darauf hinweisen sollen oder sogar die Kartenpreise reduzieren. Allerdings vermute ich, es macht in der Kostenkalkulation so einer Tour keinen Unterschied, ob man die Konzerthalle 1/2 oder 1h länger belegt, und eine Garantie für die Länge eines Konzertes gibt es sowieso nicht.
Devotionalien habe ich diesmal übrigens keine gekauft. Die üblichen Band-Shirts haben immer schreckliche Passformen, weil sie nicht für weibliche Formen gemacht sind, und die Auswahl an Girlie-Shirts ist immer gering und meistens nicht für meine Größe zu haben.
Konzert-Ende und Rückfahrt waren unspektakulär. Micha hat noch bei mir übernachtet…
Zum Schluss noch einige Hintergrundinformationen zur Band:
“Evanescence” wurde 1998 gegründet, der Name bedeutet “Dahinschwinden”, und es gibt wohl kaum ein englisches Wort, das von Deutschen so oft falsch ausgesprochen wird.
(Ich nicht, ich habe es immer richtig gemacht.
)
Die Band besteht aktuell aus:
Nicht mehr dabei sind Amy Lees Ex-Freund Ben Moody (Texte, Songs, Gitarre), David Hodges (Keyboard, Backgroundvocals) und Will Boyd (Bass).
Ihre wichtigsten und bekanntesten Veröffentlichungen waren die Alben “Fallen” (2003, weltweit 15 Millionen verkaufte CDs) und “The Open Door” (2006), von denen etliche Songs in den Charts waren.
- Mir persönlich gefällt “Fallen” besser. Ich fand die einzelnen Songs irgendwie origineller und reicher an Variationen. Es gibt vielleicht 2 oder 3, die ich nicht sofort nach den ersten Takten identifizieren kann und die mir auch vom Text her nicht viel sagen.
Bei “The Open Door” ist es umgekehrt, es gibt 3, 4 richtig tolle Lieder wie “Lithium”, “Weight of the World”, “Lose Control” und “Lacrymosa” – wobei hier Herr W.A. Mozart nachgeholfen hat, denn der Chor im Hintergrund singt sein gleichnamiges Stück
(hier eine Kostprobe der Berliner Philharmoniker). Ihrer im Alter von 3 Jahren verstorbenen Schwester hat Amy Lee das Lied “Like You” gewidmet (wie schon zuvor “Hello”), ziemlich bedrückender Text. Den Rest bzw. in dem Fall die Mehrheit höre ich zwar auch gerne und oft, wie die ganze CD also, aber genau wie bei den Ausnahmen des vorigen Albums sind diese Songs nicht sehr individuell und haben keine große Bedeutung für mich.
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe aus den ganzen Quellen, die ich auf dem Streifzug durchs Web auf der Suche nach CD- und Konzertreviews abgeklappert habe, war wohl schon eher wieder eine Tour oder Album geplant, aber die Trennungen und Neubesetzungen innerhalb der Band sowie Krankheiten (Gitarrist Balsamo hatte einen Schlaganfall oder so) haben es verzögert.
Welchem Musik-Genre “Evanescence” zuzuordnen ist, darüber streiten sich mal wieder die Fachleute und solche, die sich dafür halten…
Zeitweise wurden ihre CDs in christlichen Läden vertrieben. – Das erscheint recht paradox, wenn man sie das Konzert-Publikum ansieht, das meist schwarz trägt und gerne diesen hier (“mano cornuto”) macht.
- Naja, in “Tourniquet” ist zwar mal von Gott die Rede, aber sonst fällt mir kein anderes ein, und das allein macht aus einer Band noch keine christliche Rock- oder White Metal-Band, sonst wäre “Nightwish” wegen “Gethsemane” ja auch eine.
Die Band sah das wohl ähnlich und sprach sich explizit dagegen aus.
Auf Wikipedia und in Musikmagazinen ist die Rede von Nu Metal, Alternative Rock, Crossover, Gothic Metal, sogar Pop
und „Tori Amos meets Linkin Park“.
- Aber ich erwähnte wahrscheinlich schon einmal, dass ich diese Diskussionen überflüssig finde. Warum muss man krampfhaft versuchen, alles und jeden in eine Schublade zu stecken?
“Evanesence” ist halt einfach “Evanescence”.
Es wird reichlich von E-Gitarren, Chören, Keyboard und anderen melodischen Instrumenten sowie natürlich weiblichem Gesang Gebrauch gemacht. Die Texte sind allesamt düster bis traurig oder kraftvoll bis aggressiv und sprechen mir oft aus der Seele. (”Hello” und “My Immortal” kann ich mir nur anhören, wenn ich emotional ausgeglichen bin.)
- Also alles genau mein Ding.
Wie man ihren Stil nennt, ob sie Mainstream sind (böse, böse), besonders originell oder innovativ, hat keine Bedeutung. Denn eigentlich gibt es für mich nur zwei Arten von Musik: Die, die mir gefällt, und die, die mir nicht gefällt. Diese jedenfalls gefällt mir.
Id 265
09.01.2007
21:05 Uhr
2605 Wörter, 10mal angesehen
Kategorie(n) Unterhaltung, Vertraulichkeit: 0
Tags evanescence, freunde, köln, konzert, musik, rezension
6 Kommentare
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DruMalfoy
Danke für den Bericht. Ich mag Evanescence auch wahnsinnig gern und im Grund ist es mir auch egal, wie man die Art von Musik jetzt einordnet. Ich hab “The Open Door” zu Weihnachten geschenkt bekommen und war eigentlich ziemlich enttäuscht davon. Mir gefällt “Fallen” um Klassen besser. Hauptsächlich deswegen, weil auf der neuen CD so viele Lieder mit diesem komischen Weit-weg-Hall-Effekt (wie immer der korrekt heißen mag) gemacht wurden. Ich höre lieber die Stimmen der Sänger – ganz besonders wenn’s jemand ist, wie Amy Lee, die wirklich singen kann. Aber irgendwie kann ich auch mit den älteren Songs mehr anfangen. Oder ich hab mich nur noch nicht genug mit den neuen beschäftigt…
Was du da allerdings übers Belting schreibst, ist genau das, was mir meine Gesangslehrerin beigebracht hat, was nicht passieren soll. Auch beim Belting darf die Kraft eigentlich nicht von den Stimmbändern kommen (sondern eben aus dem Bauch und den Flanken – eben dem Gürtelbereich, darum “Belting”), eben weil dann genau das passiert, was du oben beschrieben hast. Gute Belter drücken nicht auf ihre Stimmbänder. Aber so hoch rauf wie mit der “klassischer” Technik kommt man natürlich nicht. Allerdings mag ich klassisch nicht so, weil dadurch die meisten Stimmen ihre typische Färbung verlieren. Wahrscheinlich bin ich eine Banausin, aber ich höre einfach nicht welche Opernsängerin das jetzt ist, wenn ich eine höre. Für mich klingt eine wie die andere (naja, eine Sopranistin und eine Altistin kenn ich schon noch auseinander und einige wenige Ausnahmen, die ich raushöre, gibts aus – Kathleen Battle z.B. weil sie extrem quiekig klingt – jedenfalls für meinen Geschmack). Bei Musical-Singerin hingegen kann ich meistens nach eine Phrase schon sagen, wer das ist.
Wer richtig gut ist, verwendet eh Soft-Belt und “mischt” sozusagen die beiden Techniken – Amy Lee kriegt das eigentlich sehr gut hin.
Okay, das war jetzt ein langer erster Kommentar – beim Thema Gesang komm ich immer ins Schwafeln
Kommentar 1
14.01.2007
12:24 Uhr
Oh, doch noch ein Kommentar zum Bericht!
Und schön, Dich hier zu sehen.
Nun, ob Amy Lee nun Soft-Belting oder nur Belting praktiziert, kann ich so nicht raushören. Ich bin jetzt nicht der Belting-Experte, aber vielleicht kommt das ja noch.
Für mich klingt es jedenfalls ziemlich anstrengend, daher kann ich verstehen, dass man nach 1h schlapp macht.
In der Praxis ist es laut meiner Gesangslehrerin leider so, dass selbst Musical-Darsteller im Londoner Westend – sie hat eine Weile dort gewohnt und sich natürlich eine Menge Vorstellungen angesehen – es einfach falsch machen. Sie meinte, geschätzte 90%. Von den ganzen Pop- und Rock-Sternchen, die noch nie eine Gesangsstunde hatten, natürlich ganz zu schweigen.
Wenn bei manchen Leuten beim Singen schon die Adern auf Hals und Stirn hervortreten und sie einen puterroten Kopf bekommen, ist es wohl die falsche Technik.
Den meisten kann man irgendwann anhören, dass die permanente Vergewaltigung der Stimmbänder nicht sonderlich gut tut.
Wir hatten mehr als einen solcher Fälle in der Musikschule, selbst professionelle Musicaldarsteller, die von bekannten großen Musikschulen kamen. In einem Fall kam es zu den Knoten auf den Stimmbändern, ich glaube, die mussten sogar operativ entfernt werden. Bei manchen bleibt ein permanenter Schaden zurück oder es braucht Jahre, um eine vernünftige Technik zu lernen und die Stimme wieder aufzubauen. Keine Ahnung, was die vorher für Gesangslehrer hatten.
Aber ich hatte schon selbst mehr als einen, da gibt es halt auch gute und schlechte…
Das mit der Individualität der Stimme sehe ich leider auch so.
Es gibt Ausnahmen, aber bei den meisten klassischen Sängerinnen und Sängern kann ich auch nicht heraushören, wer es ist.
Mir haben auch schon Leute gesagt, dass sie mich auf Gesangsaufnahmen überhaupt nicht erkannt haben, weil es mit der Sprechstimme nicht mehr viel zu tun hat. Aber Belting liegt mir irgendwie überhaupt nicht, und ich vermeide es möglichst, außer in den Tonlagen, wo es auf Grund der Tiefe nicht anders geht. Es gibt ein paar Songs, da klappt es, und man klingt auch wieder mehr wie man selbst
, bei den meisten jedoch klappt es nicht. Aber da ich ohnehin lieber Klassik bzw. Musicals singe, wo man weitestgehend auch ohne Belting auskommt, kann ich damit leben.
(Ja, ich komme beim Gesang auch ins Schwafeln. Es gibt halt kaum Leute, mit denen man sich darüber unterhalten kann. Da muss ich ja in Zukunft aufpassen, dass ich keinen Unsinn schreibe, wenn hier jetzt jemand mit Ahnung von der Materie mitliest.
)
Kommentar 2
14.01.2007
13:50 Uhr
Huch, ich bin erst heute auf die Idee gekommen, mal in den RSS-Feed zu schauen et voila, zwei neue Blog-Einträge bei Schattendings. Nicht, dass es aufwendig wäre, den Feed-Reader zu betätigen, ein winziger, bequemer Mausklick, aber ich muss mich eben erst daran gewöhnen.
Würden alle Konzerte nur eine Stunde dauern, könnte ich viel öfter Konzerte besuchen, denn eine Stunde würde ich aushalten, alles darüber wird kritisch.
Eigentlich ist die Evanscene Musik ja wunderschön, aber sie wirkt auf mich sehr melancholisch und daher schlecht für meine Psychohygenie. Das Video zu Lithium ist klasse, spielt alles im Schnee, aber auch so traurig
Im Frühjahr sollen Deine Lakaien nebst Symphonieorchester nach Hannover kommen. Nachdem ich In Extremo geschwänzt habe, habe ich mir den Besuch dieses Konzertes fest vorgenommen.
Kommentar 3
14.01.2007
17:01 Uhr
jen
Die Vorband hieß “Revelation Theorie”
Wie kommst du auf den Namen den du da angegeben hast? Der ist leider absolut falsch… Hab mir nach dem Konzert auch ihre CD geholt, fand die super. Das Konzert natürlich sowieso!
Kommentar 4
13.10.2008
20:07 Uhr
@jen: Ich habe mal gegoogelt, und Du scheinst recht zu haben, die einzige andere Quelle, die ich zu jenem Konzert nach der Zeit noch finden konnte, sprach auch von “Revelation Theory“.
Wie ich auf den Namen “Black Maria” gekommen bin, weiss ich beim besten Willen nicht mehr – immerhin ist das Konzert fast 2 Jahre (!) her und die Information nicht wirklich wichtig für mich.
War es ja damals schon nicht.
Aber irgendeinen Grund wird es wohl gegeben haben, ich habe mir den Namen sicher nicht aus den Fingern gesaugt, denn wie ich im Bericht schrieb, habe ich den zuvor noch nie gehört, dennoch gibt es die Band, und laut Wikipedia waren sie auch schon zusammen mit “Evanescence” auf einer Tour Anfang 2007 unterwegs. Vielleicht habe ich irgendwen gefragt, vielleicht war es irgendwo angekündigt und wurde kurzfristig geändert…
Kommentar 5
13.10.2008
20:56 Uhr
Nadine Olefir
Evanescence ist die geilste Rockband wo es gibt. Aber Nighwish ist auch nicht schlecht. Amy Lee und die anderen, seit nicht traurig oder böse.Ok?. Ich mag aber euch am meisten.Mehr als Nightwish. Aber Nightwish ist auh sau geil. Beide sind Sau Saugeil. Aber ihr seid die Nummer 1. Und Nightwish die Nummer 1,2.Hab euch ganz doll lieb.
Kommentar 6
23.05.2009
16:53 Uhr