Dass die Existenz auf diesem Planeten eine Art kosmisches Fegefeuer darstellen muss, ahne ich ja schon seit lange Zeit. Dass aber nun auch die Temperaturen dem entsprechen, ist neu.
Seit Anfang letzter Woche werden im Großraum Düsseldorf regelmäßig Temperaturen zwischen 33 und 38°C (!) gemessen, und selbst nachts ist es noch weit über 20°C.
Wenn ich die ganzen Schlagzeilen in den meisten Zeitungen und die Fernsehberichte und -interviews sehe, habe ich den Eindruck ein Alien zu sein oder der einzige Mensch, dem jene Hitze noch nicht das Hirn im Schädel weichgekocht hat.
Aus tiefstem Herzen: ICH HASSE DIESES WETTER.
Ich kann nichts, aber auch gar nichts Positives daran finden.
Ich könnte die Begeisterung noch ansatzweise verstehen, wenn ich Urlaub hätte und von morgens bis abends untägig im Schatten an einem schönen (aber bitte nicht überfüllten) Badesee mit einem spannenden Buch und literweise köstlichem, eiskaltem Eistee verbringen könnte. (Mir persönlich aber sind die Temperaturen schon unter diesen Umständen viel zu viel.)
Aber wenn man übermüdet, überhitzt und schweissgebadet arbeiten, einkaufen und sich mit andere Menschen in heisse, stickige U-Bahnen quetschen muss, no way. Es ist einfach nur grauenvoll.
Manchen Menschen scheint das kaum etwas auszumachen, aber ich bin für solche Temperaturen, aggressive Sonneneinstrahlung und Ozonwerte offensichtlich nicht gemacht, insbesondere nicht bei meinen Wehwehchen:
Mein schlimmstes Erlebnis hatte ich letzte Woche Donnerstag, als ich den letzten Physiotherapie-Termin absagte. Trotz meiner Bedenken hatte ich mir wie üblich pflichtbewusst vorgenommen, hinzugehen. Aber nachdem ich eine halbe Stunde in einer unklimatisierten Bahn gegahrt wurde, in der ohne Übertreibung bestimmt 50°C herrschten und kein Lüftchen ging, dröhnte mein Schädel, meine Knie waren Butter und ich war so komplett nassgeschwitzt, dass es schon an Inkontinenz grenzte.
Die Dame am Telefon machte mich zwar dumm an, weil es so kurzfristig war – 5 Minuten vorher, da ich über eine halbe Stunde lang telefonisch nicht durchkam – aber selbst wenn ich den Termin aus privater Tasche zahlen muss, es hätten mich keine 10 Pferde dorthin gebracht. Nochmal in einen Backhofen namens Linie 849, nochmal Marsch durch glühende Sonne übers Klinikgelände und Umziehen in einem schwülen, stickigem Umkleideraum mit anderen nassgeschwitzten Menschen, um dann noch mehr Hitze und Körperwärme zu erhalten – nein Danke.
Ich vermeide mittlerweile alle Aktivitäten außerhalb des klimatisierten Büros und zu hause, wo ich zumindest bei Bedarf duschen kann.
Ich würde mich gerne um eine Wohnung bemühen, aber bei den Temperaturen durch Düsseldorfs Strassen und U-Bahnen hetzen und sich anschließend mit irgendwelchen Maklern herumschlagen…?
Wie schlimm das mit der Hitze ist, merke ich unter anderem an den Eiswürfeln in meinen Getränken.
Dank Entropie haben sie derzeit nur eine Überlebensdauer von nicht einmal 2 Minuten. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass das jemals zuvor der Fall war.
Die Hitzewelle von 2003 war lang, aber sie hatte nicht diese extremen Temperaturen. Mittlerweile erscheinen mir ja schon 30°C erstrebenswert.
- Ich merke gerade übrigens, dass ich mich fast wortwörtlich wiederhole.
Aber auch 3 Jahre nach der Hitzewelle hat sich meine Meinung nicht geändert.
Ja, ich jammere auch über den Winter und die Kälte. Das ist allerdings kein Widerspruch und auch kein Ausdruck des angeblich typisch deutschen Miesepeter-Verhaltens, sondern nur die berühmte sprichwörtliche Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Temperaturspanne, in der ich mich wohl fühle, ist sehr eng und liegt bei rund 15 bis 25°C Außentemperatur.
Dummerweise scheinen gerade diese Werte zwischen den Extremen immer öfter schlicht übersprungen zu werden. Während ich im Juni bei Tharanis in Hannover bei 18°C und viel zu leichter Sommerkleidung fror, sind es im Düsseldorfer Raum schon seit Wochen regelmäßig um die schweißtreibende 35 °C. Warum kann es nicht mal etwas dazwischen sein?! Rein theoretisch ist das auch im Sommer möglich.
Ich habe nun schon fast 30 Jahre in unseren Breitengraden gelebt, aber offensichtlich werde ich mich weder an heisse Sommer noch an kalte Winter gewöhnen. Ich sollte auswandern in milderes, maritimes Klima irgendwo an eine Küste. Die Ostsee soll sehr schön sein. Gegen England oder Irland hätte ich auch nichts.
Einen Vorteil jedoch hat die Kälte gegenüber der Hitze: Man kann etwas gegen sie tun. Man kann die Heizung und im Büro aufdrehen, sich in mehr Kleidung hüllen, Decken, Wärmflaschen, ein warmes Vollbad, heissen Tee, die kuschelige Katze auf dem Bauch, etc. Zumindest zu hause kann ich mich dann wohlfühlen. Aber ab bestimmten Temperaturen helfen Gegenmaßnahmen nichts mehr. Kälter als Eis geht nicht und nackter als nackt auch nicht.
Ich will Kälte, Regen und Wind, und zwar sofort!
Seit Beginn der aktuellen Hitzeperiode hätte es hier schon 2 oder 3mal eine Abkühlung in Form von Gewitter geben sollen: Ein paar Wolken, etwas Wind, bestenfalls noch 3 Tropfen Regen. Danach war es wieder genauso heiss wie zuvor, nur noch schwüler.
Und eine Besserung scheint nicht in Sicht laut Wetterbericht. Hölle.
Huhu Jessica
Da kann ich dir einfach nur aus tiefster Seele zustimmen – ich finde das Wetter momentan einfach abartig, hier ist es dermaßen warm – zumal unser Wohnzimmer auch noch auf der Sonnenseite liegt und den halben Tag die Sonne reinbrennt
. Ich freu mich schon so auf den Herbst und den Winter, ich bin ja ein ein Wintermensch und würde mich über etwas Schnee gerade sehr freuen
.
Liebe Grüße Tina
Carsten-Dirk
Hi Jessica,
das Wetter ist auch für mich die Hölle. Bei uns im Büro zeigte das Thermoelement
über 30 °C an. Da meine Projektgruppe gerade an einem wichtigen Angebot arbeitet, welches in Kürze abgegeben werden muss, bin ich oft und lange im Büro. Das beste am Tag sind die frühen Morgenstunden und die Fahrt im klimatisierten Auto.
Mein Lichtblick die Kino-Nacht am Mittwoch mit dem Double-Feature von PotC.
Liebe Grüsse Carsten
Bei mir im Büro waren es gestern 31° C während draussen ca. 35 °C herrschten. Ich bin fast eingegangen. Mein Büro gehört ausgerechnet zu denen, welche sich chronisch über Nacht aufheizen. Nur wenn ich besonders früh zur Arbeit gehe, kann ich dem etwas entgegen wirken, in dem ich die Fenster aufreisse und zum richtigen Zeitpunkt wieder verschließe.
Leider hat bei uns nur der Chef eine Klima, schön für ihn, ich werde dafür den ganzen Sommer schonend auf kleiner Flamme gegart.
Jessica, ich leide mit dir!
Tharanis
Die Hitze ist zermürbend und ermüdend, besonders für Wintermenschen wie mich. Gruß an Akascha, die sich auch auf Schnee und Eis freut. In den 80er Jahren wurde noch eine neue Eiszeit prognostiziert, ach wäre es schön, wenn sie kommen würde. Nichts ist schöner als trockene Kälte über einer glitzernden Schneedecke.
Ich überlebe diesen Sommer nur, weil ich ständig eine Blumenspritze im Anschlag habe und mich mitsamt Kleid unter die eiskalte Dusche stelle.
Es ist alles so widerlich. Ich muss immer mit Katzenfutter aufpassen, dass die Fliegen nicht ihre Eier reinlegen. Alles verdirbt so schnell und stinkt. Nachts ist es nur auf dem Balkon erträglich, aber auf dem harten Boden kann ich auch kaum schlafen. Dabei sind die Temperaturen in Hannover nicht ganz so schlimm wie am Rhein, dennoch habe ich das Bedürfnis, in einen Gletschersee zu springen, so lange es Gletscher noch gibt.
Ich fürchte, dass immer mehr Sommer so wie 2003 und 2006 werden. Das Killerklima hat uns erreicht
und ich als kyrophiles Wesen, Relikt aus der Eiszeit werde zu Grunde gehen.
Ingo
Hi Jessica,puh war das mal wieder ‘nen Schei… Arbeitstag.So langsam wird ‘ne Abkühlung echt nötig.Ich steh jeden Morgen ‘ne Stunde eher auf und geh erst mal duchen.Ich hab’ mein Schlafgemach genau wie du unter’m Dach,da geht kein Lüftchen.Und dann stehe ich den ganzen Tag in meinem Kellerraum und wuchte irgendwelche schweren Kupferbänder hin und her.In meiner gesammten Abteilung stöhnen die Kollegen,da bringen auch die Ventilatoren nix,das ist wie in ‘nem Backofen.Ich hoffe nur die versprochene Abkühlung kommt tatsächlich am Wochenede.Denn Motorrad fahren bei der Hitze macht keinen Spaß.
So denn live long and prosper,schönen Gruß Ingo(auch toal verschwitzt;))
Man sieht, wie sehr das Thema einen hierzulande betrifft – ich hatte noch nie innerhalb so kurzer Zeit so viele Kommentare.
Da bin ich ja fast froh, dass es auch anderen Leuten so geht wie mir – insbesondere, weil ich diese Woche schon wieder einige Erlebnisse mit Mitmenschen hatte, die diese grauenhafte Wetter auch noch geil fanden.
Es ist für mich schon lange keine Frage des persönlichen Geschmacks mehr: Seit über einer Woche fühle ich mich regelrecht krank und elend. Wie gesagt, ständige heftige Schwindelgefühle, Knie wie Butter, Übelkeit und Kopfschmerzen, Kopfschmerzen, Kopfschmerzen. Fast noch schlimmer als eine waschechte Grippe, denn dagegen gibt es Mittelchen und man kann einen Großteil einfach im kuscheligen Bett wegschlafen. Bei diesem Sommerleiden hilft aber nichts und nirgendwo. – Außer im Büro. Der Grund, weshalb ich trotz aller Beschwerden brav ins Büro gehe, ist die dortige Klimaanlage. Für die paar Stunden geht es mir dann besser. Vielleicht sollte ich um Asyl bitten und einfach für die Dauer dieser verfluchten Hitzewelle dort einziehen. Ich möchte mal wieder mehr als 2 h am Stück schlafen.
Gestern war der bisher ätzendste Tag – 37°C in Düsseldorf. Keine Ahnung, ob sich die Sonne an dem Tag besonders ins Zeug gelegt hat, aber als ich aus dem Büro kam, war es noch schlimmer als je zuvor. Ich hatte das Gefühl, den Kopf in einen Backofen zu stecken und keine Luft mehr zu bekommen.
Ich musste den allerletzten Rest Willenskraft zusammenkratzen, um ein paar benötigte Lebensmittel einkaufen zu gehen – denn die 100 m zum Aldi und zurück liegen in praller Sonne.
Diese Woche sagte mir jemand, er hätte schon überlegt, mit der klimatisierten Linie S11 Düsseldorf – Bergisch-Gladbach ein bißchen sinnlos in der Gegend herumzufahren, denn dort wäre es kühl genug, um wieder etwas Schlaf zu finden.
Und die gleiche Idee kam mir auch schon. Ist doch pervers.
Carsten-Dirk
Hallo Zusammen,
bei mir war der gestrige Tag auch ein Hitze Höhepunkt. Kam ich doch erst spät ins Bett, da die Kinonacht extrem lang und anstrengend war, durfte ich umso länger im Büro bleiben. Wie üblich gab es die Terminsache kurz vor Feierabend, so dass ich 12 h unseres netten erhitzen Büros genießen konnte. Danach merkte ich auf der Rückfahrt, dass ich zu wenig getrunekn hatte…
Im übrigen habe ich wahrscheinlich das einzige Kino erwischt, wo die Klimaanlage / Lüftung versagt hatte. Es kam das Gefühl auf, dass ich in einer Sauna mit Kinoleinwand sass. Unerträglich. Hätte das Kino nicht kostenlos Mineralwasser gesponsert, wären mancher Besucher nicht auf zwei Beinen nach Hause gekommen.
Der Film “Pirates of the Caribean , The Deadmens Chest” ist sehenswert, kommt aber nicht an den ersten Teil heran.
Tharanis
Ich habe gestern auch länger als gewöhnlich in einer tief gelegnen U-Bahn Station gebracht, weil es dort angenehm kühl war. Darüber hinaus fällt mir als einziger klimatisierter Ort das Kino ein. Ich war extra um der Hitze zu entfliehen letztens in “Poseidon” und war angenehm überrascht, sehr spannender Film. Nächste Woche geht es in die Piraten, den will ich sowieso sehen, aber die Klimaanlage des Kinos ist eine weitere Motivation.
Gestern abend hat es reichlich geregnet und die Nacht war seit langem wieder angenehm kühl. Aber ich habe keinen Zweifel, dass die Hitze zurückkriechen wird. Die Sonne brennt so sehr auf der Haut, als hätte man den Arm an eine Flamme gehalten.
Nachtrag: Seit Freitag ist diese mörderische Hitze hier vorbei!
War das herrlich, ich bin nach der Arbeit sofort ins Bett gegangen, um endlich wieder ein paar Stunden am Stück zu schlafen ohne Brummschädel danach – man weiss ja nie, wie lange es dauert. Ich war so k.o., dass ich das Bett erst 14 h später wieder verlassen habe…
Die Übelkeit und extreme Schwindelgefühle sind weg, auch meinem Kopf geht es besser.
Samstag kam die Hitze nochmal wieder, aber danach sanken die Temperaturen erneut. Regen, Wind, Kühle – herrlich!
Heute waren es tagsüber 20°C, also fast 20°C (!) weniger als letzte Woche um die Zeit.
Laut Deutschem Wetterdienst war das Ganze nicht rekordverdächtig, aber ich glaube, die Statistik ist nicht sehr aktuell.
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