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Geschichten aus dem Dunkel seit 2002

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“Within Temptation”: “The Silent Force”-Tour-Konzert

Sonntag abend war ich mit Ingo im E-Werk in Köln, um mir das Konzert von “Within Temptation” zum aktuellen Album “The Silent Force” anzuhören.

Man muss dazu sagen, dass ich mir die Karte für 30 € bei Eventim.de gekauft habe, als ich noch so gut wie nichts von denen kannte. Ich habe da mal auf den Musikgeschmack der zahlreichen Leute gehört, die ähnliche Dinge wie ich mögen und mir “Within Temptation” empfohlen haben. Das hat ja schon bei “Edguy” ganz gut geklappt. ;)
Um dennoch nicht völlig unvorbereit zu sein, habe ich mir vor ein paar Wochen das Album gekauft. Es lief dann ungefähr 3 Wochen in Dauerschleife in meinem PC. ;) Bei den ersten Malen hat es mir noch nicht so gut gefallen, weil ich von “Nightwish” ein ganz anderes Niveau in Sachen Stimme gewohnt bin. Das heisst nicht, dass Sharon den Adel schief singt, aber ich fand ihre Stimme zunächst etwas piepsig und kraftlos. Aber nachdem ich mich mit der Tatsache abgefunden habe, dass eben nicht jede Sängerin die Stimmgewalt einer klassischen Opernsängerin wie Tarja Turunen haben kann, war es ok.
Man sollte die beiden Bands generell nicht vergleichen, auch wenn das oft gemacht wird. In erster Linie bin ich immer noch “Nightwish”-Fan, zumal das die Band ist, die ich schon am längsten kenne und mit der ich überhaupt erst zu dieser Art Musik gekommen bin. Aber “Within Temptation” mag ich mittlerweile eben auch sehr. ;)
Das Album zur Tour gefiel mir sehr gut – sonst hätte ich es ja auch nicht dauernd angehört über die obligatorischen Dutzend Mal nach dem Kauf jeder neuen CD hinaus. ;) Da gibt es nicht ein Lied, was ich nicht mag. Das Inro fand ich irgendwie sehr… elbisch. ;) Hätte glatt aus einem “Herr der Ringe”-Soundtrack sein können mit dem Chor und dem Orchester. Und überhaupt, Chöre und klassisches Orchester satt, da stehe ich ja bekanntermaßen drauf. :)
Ich habe mir dann auch gleich das erste Album der Band zugelegt, “Mother Earth”. Das gefiel mir allerdings nicht so gut. Es gab auch einige Lieder, die mir nichts sagten, vor allem die langen Stücke, die fast ausschließlich instrumental waren. Außerdem war der Gesang eine ganze Ecke schlechter als auf dem neuen Album.

Zurück zum Konzert:
Wir waren eine halbe Stunde vor Einlass dort und konnten ganz in der Nähe parken. Die Schlange fiel glücklicherweise auch sehr viel kürzer aus als beim letzten “Nightwish”-Konzert im Palladium direkt gegenüber. Aber in der eisigen Kälte waren auch die 50 m viel zu viel. Hände, Füße und Gesicht froren mir zu Eisklumpen, so dass ich am Einlass meine Taschen bei der Kontrolle fast nicht mehr öffnen konnte.
Ich war wirklich froh, in dieser Schlange zu stehen und nicht in der auf der Straßenseite gegenüber. Im Palladium lief parallel ein anderes Konzert, vermutlich irgendwas Mainstream- oder Techno-Artiges. Es waren viele Kiddies unter den Besuchern und einige kamen tatsächlich im T-Shirt dort an. Vermutlich hatten die schon einiges eingeworfen – mit den Bierflaschen, mit denen die lauthals herumschepperten, ist das und deren Gegröle noch vor Beginn der Veranstaltung allein nicht zu erklären. Das Sanitäter-Großaufgebot – ein halbes Dutzend inklusive Rettungstrage anstatt der üblichen 2 Männlein – sprach auch dafür.
Soviel mal wieder zum Vorurteil, auf Metal-Konzerten gehe es rau zu…
Die auf der anderen Straßenseite grübelten wohl auch, wer da gegenüber spielt und welch komisches schwarz-gewandetes Publikum sich dort eingefunden hatte, insbesondere als irgendwer mit einer Fernsehkamera ankam und die “Within Temptation”-Schlange filmte und ein Soundcheck im Innern des E-Werks dessen Wände samt Fenster zum Klirren brachte. ;)
Das Publikum unseres Konzertes war – im Gegensatz zum Publikum der “Nightwish”-Konzerte – erstaunlich normal. Darunter waren auch eine Menge Leute in Jeans und T-Shirt und nicht wenige ältere – wohlgemerkt als Besucher, nicht als Chauffeur ihrer Minderjährigen Kinder. ;) Entgegen meinen Erwartungen waren davon nur wenige zu sehen und der Anteil der Hardcore-Gothics hielt sich erstaunlicherweise auch in Grenzen, auch wenn der Großteil schon in schwarz kam.

Im E-Werk war ich zum ersten Mal bei einem Konzert, nur irgendwann Ende der 90er, als ich noch in Köln gewohnt habe, hatte ich dort mal eine der legendären Stunk-(Anti-)Karnevalssitzungen gesehen. Die Halle ist doch recht klein und es wurde dementprechend voll. Leider durfte man auch da rauchen, ätzend.

Nach dem Gang zur Garderobe, Toilette und Bar ergatterten wir noch ein Plätzchen links neben der Technik im hinteren Teil des Saales, was ich sehr praktisch fand. Zum einen, weil dort ein Podest begann, mit dessen Hilfe ich immerhin 10 cm höher als mit meinen üblichen mickrigen 1,65m war, und zum anderen weil ich mich rechts bequem an einen Stahlträger lehnen konnte. 3 h stehen sind doch arg anstrengend für jemanden, der mit großen Schritten auf die 30 zugeht. :,) Außerdem war das Teil auch ein prima Schallschutz. Mein linkes Ohr war nachher ziemlich taub, meinem rechten hingegen ging es prima. ;)
Bloß die Frau vor mir nervte mich ziemlich, obwohl sie sogar noch ein Stück kleiner als ich war. Ich hätte prima sehen können, wenn die nicht dauernd hin- und hergewippt wäre. Wenn sie wie jeder andere, den der Bewegungsdrang bei der Musik packt, einfach mit dem Kopf genickt hätte, keine Problem, aber so hätte ich im gleichen Rhythmus mitschwanken müssen, um gut zu sehen. Ich habe echt immer ein Glück bei sowas, genau wie letztens bei “Nightwish” mit dem knutschenden Paar direkt vor mir. :wuetend:

Als Vorgruppe trat eine holländische Band mit einer weiblichen Sängerin und langhaarigen, heftig headbangenden Typen auf, deren Namen nirgendwo zu lesen war. Ich meine, sie hießen “Autumn” oder so, es könnte aber auch etwas völlig anderers gewesen sein. ;) Ist aber auch nicht wirklich wichtig, war nur das durchschnittliche eintönige Metal-Geschrammel, was bei den anderen auch nicht so ankam, den Reaktionen und spöttischen Bemerkungen in meiner Umgebung nach zu urteilen.

“Within Temptation” spielte:

  • “Intro”
  • “See who I am”
  • “A Dangerous Mind”
  • “Jillian”
  • “Angels”
  • “Stand my Ground”
  • “Pale”
  • “Forsaken”
  • “Memories”
  • “Caged”

Und als Zugabe:

  • “Deceiver of Fools”
  • “Aquarius”

Und als Zugabe nach der Zugabe ;) :

  • “Our Farewell”
  • “Mother Earth”
  • “Ice Queen”

sowie einige Stücke, die hauptsächlich instrumental und mir völlig unbekannt waren, eines davon hieß “The Silent Force”. Vielleicht waren das Stücke, die auf den Singles als Bonus drauf waren. Die kaufe ich mir ja nie, das jeweilige Album reicht mir.

Laut einem der Gitarristen gab’s den letzten Teil noch extra, da dies das letzte Konzert der Deutschland-Tournee war. Ohne Zugabe wäre es nun wirklich nicht gegangen, denn gerade auf “Deceiver of Fools” habe ich sehnsüchtig gewartet. ;) Insgesamt haben sie fast nur meine Lieblingslieder gespielt. – Ja, ich kann sie fast alle auch schon auswendig nach der Dauerberieselung der letzten Wochen. ^_^

Ich muss sagen, sie haben wirklich sehr gut gespielt. Insbesondere den Gesang fand ich klasse, kein Vergleich zu der “Mother Earth” CD und teilweise sogar besser als auf dem aktuellen Album. Auch seltsam, dass jemand live besser singt als auf CD, normalerweise ist ja eher umgekehrt. ;)
Allerdings fand ich es insgesamt doch etwas arg laut. Dass solche Konzerte laut sein müssen, ist mir schon klar ;) , und bisher war es auch immer ok, aber dieses Mal war es selbst mir zu extrem. Der Gesang war ausreichend laut, aber ich fand, das leider gerade die Orchester- und Chorteile vom Band ziemlich untergingen gegen die E-Gitarren usw.

Das Drumherum war gut gemacht. Die Bühnendeko bestand aus einer großen Leinwand flankiert von zwei antiken efeubehangenden Säulen – die Schrift darauf war 100%ig elbisch ;) – und steinernen Engeln in Lebensgröße auf beiden Seiten. Auf der Leinwand wurden dann passend zum Song ein Film abgespielt, z.B. Eislandschaften zu “Ice Queen”, verschiedene Naturbilder zu “Mother Earth”, Weltraumszenen oder brodelnde Vulkane und ein animiertes “The Silent Force” Logo. Dazwischen war manchmal so eine Art Wasseroberfläche eingeblendet, und ich könnte schwören, das sah genauso aus wie der Ereignishorizont eines aktivierten Stargates. ;) Ab und zu loderten auch ein paar echte Flammen auf. Zwischendurch tauchte die Sängerin in einem der Gogo-Dance-Käfigen auf, der neben dem DJ-Pult an der rechten Seite des Saales über dem Publikum war. Vor der Zugabe hatte Sharon del Adel sogar noch Zeit, sich umzuziehen und tauschte ihren schwarzen Rock und weisses Top mit einer Menge Schnallen gegen gegen ein schwarzes Glitzerkleid mit Flatterärmeln.

Ansonsten fand ich die Band wirklich sympathisch, was vorher nicht so der Fall war. Ich hatte von den Promo-Fotos den Eindruck, sie seien etwas zu ernst und übertrieben melodramatisch, aber wahrscheinlich war’s der übliche Fehlschluss. Metal- und Gothic-Bands gucken alle immer furchtbar böse auf PR-Fotos, und am Ende waren sie live immer locker und lustig drauf. ;)
Ok, Sharons dramatisches Arm-Gefuchtel ist nicht jedermanns Sache, aber ich habe schon viel Peinlicheres gesehen. ;)

Die Stimmung im Saal war sehr gut, weiter vorne hüpfte, tanzte und klatschte alles, aber in meiner Ecke war es schon für’s Klatschen fast zu eng.
“Within Temptation” spielte insgesamt ziemlich genau 96 Minuten, wie mir der Monitor am Technikerpult verriet.

Viel länger hätte es auch nicht dauern dürfen, denn leider hatte ich selbst für meine Verhältnisse mal wieder grauenhafte Kopfschmerzen. :( Daran war nicht die laute Musik schuld, die hatte ich schon seit dem Aufstehen, aber durch das anstrengende Stehen, den Rauch und die Lautstärke wurde es natürlich auch nicht besser, sondern trotz Schmerzmittel unerträglich.

Nach Konzert-Ende wurde es außerhalb des Konzertsaales richtig ungemütlich, denn dummerweise gab es nur einen Treppenaufgang für Empore, Toiletten und Garderobe, der auch noch neben dem Ausgang mündete, wo sich eh schon alles knubbelte, weil natürlich alles nach draußen strömte und direkt daneben auch noch der Souvenirshop war. Während Ingo sich den Weg hinunter zur Garderobe durchschlug, kämpfte ich mir bis zum Shop vor und investierte etwas Geld in Oberbekleidung. ;)
Ein Konzert ohne Merchandising, das geht nun wirklich nicht, und da ich ohnehin ein paar neue Klamotten gut gebrauchen kann, hält sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen. Da ich normale T-Shirts öde finde und es die sowie die Longsleeves wieder mal nur in Herren-Ausfertigung gab, nahm ich eine flauschige Kapuzenjacke mit Logo hinten, Bandname vorne und verziertem rechten Ärmel.

Um Punkt 0 Uhr war ich dann wieder zu hause. Meine Haare stanken widerlich nach kaltem Zigarettenrauch, so dass ich doch noch zu so später Stunde duschen ging. Da ich vorher auch nichts Anständiges gegessen hatte, machte ich mir noch eine Pizza. Ob 1:30 Uhr im Bett oder 2:00 Uhr spielt nun wirklich keine Rolle mehr. ;) Dementsprechend k.o. war ich am nächsten Tag. :fertig:
Aber das Ganze hat sich doch gelohnt. :D

Informationen zum Eintrag: Id 154 01.03.2005 22:55 Uhr 1693 Wörter, 18mal angesehen Kategorie(n) Unterhaltung, Vertraulichkeit: 0 Tags , , , , Kommentare nicht (mehr) erlaubt Trackbacks / Pings erlaubt
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6 Reaktionen

Hi Jessica,ja finde ich auch der Abend hat sich gelohnt.Es hat sich bei mir doch ausgezahlt das ich mir am Montag bis neuen Uhr frei genommen habe.Ich war zwar schon um zwanzig vor eins wieder zu Hause,aber um vier Uhr aufstehen das hätte ich dann doch nicht geschafft.
Also ich fand nicht das es zu laut war,bei Rammstein oder Manowar war’s heftiger.
Was soll das denn heißen mit großen Schritten auf die dreißig zu gehen,komm du mal in mein Alter du Kücken;),dann darfst du dich vielleicht mal beschweren.Aber so ist das mit der heutigen Jugend nicht mehr belastbar.

So denn live mal wieder long and prosper,schönen Gruß Ingo

Kommentar 1 02.03.2005 13:54 Uhr

Ich könnte jetzt spöttisch sagen, dass es für Dich nicht zu laut war, gerade weil “Rammstein” und “Manowar” vorher viel lauter waren. :P Meine Ohren sind so viel Dezibel nicht gewohnt, aber das hat ja auch was Gutes.

Und sehr belastbar war ich noch nie. ;) Ihr dürftet ja mittlerweile wissen, dass ich schon in jungen Jahren gesundheitlich ein Wrack bin. :aua: ;)

Kommentar 2 02.03.2005 22:06 Uhr

Ich finde es toll, dass du viel unterwegs ist und vieles mitbekommst, was in der Welt so los ist. Ich kann sehr gut nachempfinden, wenn einige Leute sich störend benehmen. Ich ärgere mich insbesondere über diese blöde Knutscherei an den Orten, wo man auf ganz andere Dinge konzentrieren möchte. Z.B,. Im Museum. Neulich habe ich auch so etwas erlebt und habe mich zur Tode geärgert. Es war in einer Galerie. In einem Bar wäre es ja nicht schlimm, aber ausgerechnet in museen oder Konzerten…nein, danke!

Kommentar 3 03.03.2005 08:40 Uhr

Hallo Jessica
Da hab ich doch gar nicht mitbekommen, dass du einen neuen Eintrag geschrieben hast :grmpf:. Dass ich dich beneide, dass du Within Temptation sehen konntest, hab ich ja schon irgendwo geschrieben – danke auf jeden Fall für den Konzertbericht :) . War sehr interessant zu lesen – mein Lieblingslied des aktuellen Albums “It’s the fear” haben sie gar nicht gespielt :( .
Ich hoffe irgendwann kommen Within Temptation auch zu mir in die Nähe!
Liebe Grüße Tina

Kommentar 4 03.03.2005 19:32 Uhr
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Jaxa

Hmm, der Eintrag ist mir auch entgangen. Es kam bloss irgendwann die Tage eine Mail wegen einem Testeintrag, hast Du da nochmal etwas umgestellt?

Ich bin aber auch überrascht, dass die Sängerin von Within Temptation live besser klingt. Mir war sie ja beim ersten Album öfters etwas zu quietschig (vom zweiten kenne ich bis dato nur ein Lied), aber wenn sie das mittlerweile abgestellt hat wäre das wirklich gut, an sich fand ich die Musik ja nicht schlecht.

Na ja, jetzt muss ich mir erstmal ein paar Deine Lakeien Alben besorgen ;) Das neue kommt ja demnächst raus, und Amazon hat ein paar der älteren momentan auf 9,99 Euronen runtergesetzt :) Irgendwelche Empfehlungen? Bis jetzt habe ich nur “White Lies”.

Kommentar 5 06.03.2005 17:44 Uhr
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Jessica

@Jaxa: Offensichtlich hat sich der Webserver bei diesem Eintrag hier verschluckt, es wurde keine Mail versandt. Da ich mich zur Überprüfung auch für den Mailservice eingetragen und nichts bekommen habe, hatte ich das mit dem Testeintrag nochmal getestet. Da klappte wieder alles, also war das wahrscheinlich nur Pech.

Das Album “The Silent Force” kann ich wirklich nur empfehlen. Aber ich kann’s Dir auch mitbringen, wenn ich zum “Lakaien”-Konzert zu Dir komme. ;)

Ich weiss, dass das neue Album von den “Lakaien” Mitte des Monats erscheint, ich hatte es Dir ja gemailt. ;) Ich habe es schon bei Amazon bestellt. Wenn Du “Kasmodiah” noch nicht hast, empfehle ich Dir das. Ist meiner Meinung nach neben “White Lies” das beste von denen.

@Tina: Ja, schade um “It’s the fear”, das mag ich auch gerne. Meinetwegen hätten sie dafür “A Dangerous Mind” weglassen können, das finde ich nur durchschnittlich gut.

Kommentar 6 06.03.2005 18:47 Uhr

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