Nein, damit ist nicht der große Sonntagabend-Film bei Pro7 gemeint. Vermutlich würden Engländer oder Amerikaner es seltsam finden, dass ein deutscher Fernsehsender heute sein Unterhaltungsprogramm zur besten Sendezeit so nennt. Folgendes las ich heute beim Spiegel online über den allierten Luftangriff auf Dresden im Februar 1945:
Zuerst sprengen riesige Luftminen, sogenannte Blockbuster, Dächer, Fenster und Brandmauern weg.
Anschließend regnen Abertausende kleiner Brandstäbe und Phosphorbomben in die abgedeckten Häuser und verursachen zahlreiche Brände, die durch die Zugluft kräftig angefacht werden.
In nachfolgenden Angriffswellen werfen die Besatzungen der britischen Lancaster-Bomber, die das Rückgrat der nächtlichen Flächenbombardements bilden, Spreng- und Splitterbomben ab – mit dem erklärten Ziel, Feuerwehr- und Rettungstrupps zu treffen und Wasserleitungen zu zerstören.
Die zahlreichen Einzelbrände vereinigen sich ungehindert zu einem riesigen Flächenbrand. Eine gewaltige Heißluftsäule reißt in orkanartigen Stürmen Tausende Tonnen Umgebungsluft in die Straßen der brennenden Stadtgebiete. In dem Glutofen herrschen Temperaturen, die den Asphalt schmelzen lassen. Fliehende Menschen werden von den Stürmen ins Feuer geweht. Tausende andere, die etwa in Kellern Schutz suchen, sterben an Hitzschlag, Überdruck, Verbrennungen oder Kohlenmonoxidvergiftung.
Da in der Schule die neuzeitliche Geschichte auch im Leistungskurs ziemlich genau 1945 endete, waren mir die Details neu. Es zeigt mal wieder, dass Krieg eine großere Sauerei ist, egal von wem er aus welchen Gründen geführt wird.
Ich kenne ihn zum Glück nur aus dem Fernsehen oder dem Geschichtsbuch, aber ich bin immer wieder entsetzt, wie schnell manche Leute auch heutzutage danach brüllen. Sehr selektive Wahrnehmung, Verdrängung oder eine psychische Störung, das muss die Erklärung sein…
Dass Nazi-Deutschland nicht mit Wattebäuschchen besiegt wurde, habe ich aber auch im Geschichts-LK gelernt.
Davon mal abgesehen, ist die westeuropäische Stellung – mit allen Traumata, die der zweite Weltkrieg überall hinterlassen hat – leider recht einzigartig in der Welt. Es gilt nun auf politischem Wege den Rest der Weltkugel davon zu überzeugen, dass Frieden ein hohes Gut ist. Aber das in die Köpfe zu kriegen, die eben nicht unter einem solchen Nachkriegstrauma leiden, ist leider nicht so einfach.
Jessica
Unser Geschi-Unterricht sah ungefähr so aus:
Urknall
Dinosaurier
Steinzeit
Ägypter
Römer
ein bißchen Mittelalter, Inquisition, Entdeckung Amerikas, Renaissance,
Sonnenkönig, Französische Revolution, Napoleon
industrielle Revolution, deutsche Revolution
deutsch-französischer Krieg 1870/71, 1. Weltkrieg, Weimarer Republik, Aufstieg Hitlers, 2. Weltkrieg.
Dabei die letzten 4 Punkte in den letzten 2 Jahren der Oberstufe in Endlosschleife, das Ende des 2. Weltkrieges nur noch im Schweinsgalopp, danach nichts, weil da auch schon das Abi war. Ich kann mich nicht mal erinnern, dass solche “Details” vom Ende des Krieges überhaupt erwähnt wurde.
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