Ich habe es fast verpennt: In den letzten Monaten gab es einige Jubiläen meines Internet-Daseins.
Dieses Weblog besteht nun schon seit Oktober 2002.
Es geht somit ins dritte Jahr. Das ist für eine private, regelmäßig aktualisierte Webseite eine beachtliche Zeit und für ein Weblog erst recht. Die meisten sprießen schnell aus dem Boden und verschwinden nach ein paar Monaten klammheimlich wieder, nachdem sie ewig verwaist waren, so sagt die Statistik und auch meine Beobachtung.
Ein paar kreative Pausen habe ich in den vergangenen 2 Jahren eingelegt, z.B. als ich wegen meines neuen Rechners verhindert war oder mich eine Phase extremer allgemeiner Unlust quälte. Zwischendurch wollte ich das Blog sogar schon einige Male einstampfen, wie z.B. im Sommer 2003.
Selbst im Normalbetrieb sind 2 Wochen ohne Update keine Seltenheit. Aber immerhin gibt es das Blog noch nach dieser langen Zeit und derzeit plane ich auch nicht, die Welt – oder eher gesagt, diesen exklusiven Leserkreis – vor meinen überlangen Meinungsäußerungen zu verschonen.
(Was mich daran erinnert, dass ich schon ewig etwas über das Phänomen Webblog sowie seine Anhänger und Hasser zu schreiben…)
Früher waren meine Einträge wesentlich kürzer und unpersönlicher, was vermutlich direkt damit zusammenhängt, dass es zu der Zeit auch noch für jedermann von meiner Startseite aus einzusehen war. Zu Anfang habe ich noch ein einfaches PHP-Script benutzt, das auch schon Suche, Archiv und Kommentare ermöglichte, aber eigentlich nur zum Einstellen von News gedacht war. Zu der Zeit wechselte das Layout auch schon öfter… Obwohl es das danach auch noch oft genug tat.
Aber die Zeiten sind Dank Styleswitcher inzwischen vorbei.
Irgendwann habe ich dann – von Hand” – zu Sunlog gewechselt, einer speziellen Weblog-Software, von der ich allerdings nicht die aktuellste Version nutzen kann, wenn ich den Styleswitcher beibehalten möchte.
Zwischendurch gab es mal eine eigene Domain für das Weblog, die nach Kündigung eine Sadomaso-Community an sich gerissen hat. Mit der Aufgabe von tankgirl.de wurde das Weblog dann auch privat. Wer hier ist, hat die Adresse von mir, ganz wenige kommen aus anderen Weblogs, wo ich die URL hinterlasse. Suchmaschinen indizieren dieses Weblog nicht.
Für manche Dinge wünsche ich mir manchmal mehr öffentlichkeit, aber insgesamt halte ich es so für den besten Weg. So muss ich mich nicht mit Trollen herumschlagen, laufe weniger Gefahr, in juristische Fallen zu tappen, und kann auch über persönlichere Dinge schreiben.
Im WWW zu bewundern sind Webseiten von mir seit Ende 1998.
Nun bricht das 6.Jahr öffentlicher Selbstdarstellung an.
Ich kann die Webseiten schon gar nicht mehr zählen, die ich in der Zeit hochgezogen und wieder platt gemacht habe. Als ich vor einiger Zeit mir mal die Backups von damals angeschaut habe, war ich selbst erstaunt, an manche meiner Werke konnte ich mich gar nicht mehr erinnern. (BTW, ich musste dabei die Erfahrung machen, dass auch korrekt gelagerte selbstgebrannte CDs nicht für die Ewigkeit haltbar sind.)
Damals habe ich angefangen mit einer Hardcopy von selfHTML (früher auch genannt Buch), diversen PC-Zeitschriften über Webseitenerstellung und Frontpage-Webseiten-Gefrickel. Mittlerweile schreibe ich den Code nur noch mit der Hand – wenn auch in einem komfortablem Quellcode-Editor – und das Ergebnis muss valide, weitestgehend barrierefrei, auf dem neuesten Stand der Technik und optisch ansprechend sein. Selbst der Quellcode muss bei mir schön aussehen.
Fast alles habe ich mit PHP und MySQL automatisiert, die wenige restliche Dateiverwaltung übernimmt Macromedia Dreamweaver.
Meine größte und bestbesuchteste Webseite war meine “Babylon 5″ Schatten-Seite (schönes Wortspiel *sg*), bis sie von meiner Kostüm-Seite auf beiden Gebieten überholt wurde – aktueller Zählerstand dort geht gegen 40.000, auch wenn ich das nicht ganz glaube – und ich sie letztendlich wegen veralteter Inhalte vom Netz genommen habe.
Mittlerweile habe ich fast alles eingestampft bis auf die Startseite mit Gästebuch, Impressum und Bildergalerie (allerdings nur noch spärlich gefüllt), die Projekt “Löffel”-Seite, die Kostüm-Seite und dieses Blog. Langfristig werden wohl auch nur diese letzten beiden bleiben. Eigentlich wollte ich meine Vegetarier-Seite überarbeiten und ein Demo des Styleswitchers den staunenden CSS-Laien präsentieren, aber im Moment habe ich einfach absolut keine Lust…
Und bald auch bricht das 4.Jahr an, in dem ich damit nun schon meine Brötchen verdiene.
Vor allem aber: Ich bin seit Ende 1994 online.
Satte 10 Jahre! Damit bin ich ein Dinosaurier unter den Internet-Usern.
Alles hat angefangen mit dem Internet Relay Chat (IRC) bei einem damaligen Freund im Channel #aachen.
Kurze Zeit später ging ich mit einem 14.4er Elsa-Modem (Neupreis über 1.000 DM), einem altem 386er mit OS/2 Warp sowie weiterer exotischer Software, die heute kein Mensch mehr kennt, selbst online.
Damals hatte ich eine feste IP-Adresse (!) und Zugang über einen Aachener Provider für einen Festpreis von 30 DM im Monat zuzüglich Telefongebühren. Das war anfangs nicht viel, aber kurze Zeit später verdoppelte die Post die Gebühren. Da blieb ich sogar bis 1997, als ich schon in Köln wohnte. Irgendwann musste ich nicht mehr zahlen, da ich jemandem beim Provider kannte.
(Auch 1997 war es nicht so leicht, einen vernünftigen Provider in Köln zu finden, und wenn ich die Wahl habe zwischen dem Aachener Provider mit höheren Telefonkosten und AOL, würde ich mich immer für ersteres entscheiden.)
Meine erste Mailadresse war tankgirl@alexboy.oche.de, die noch heute im Web zu finden ist, wenn man nach meinem Namen googelt. (Ich war damals auf einem schweren Malcom-McDowell-Trip und Tankgirl war auch mein Nick im IRC.)
Als ich anfing, wussten die meisten Menschen in Deutschland nicht einmal von der Existenz des Internet und Email nutzte kein Normalsterblicher. Wer sich in Newsgroups und IRC tummelte, war meist Student, Wissenschaftler oder ein totaler Computerfreak – und in der Regel männlich. Wenn ich damals jedes Mal 10 Cent für die Frage Bist du wirklich eine Frau??
bekommen hätte, bräuchte heute fast schon nicht mehr arbeiten gehen.
Anfangs verbrachte ich viel Zeit in Newsgroups und IRC-Chats. Das legte sich allerdings nach dem ersten Rausch wieder. 1998 war ich nochmal eine Weile heftig im Web-Chats unterwegs, vor allem im TenForward von ChatCity, aber dank diverser Trolle hatte ich nicht allzu lange Spass daran. Letztes Jahr habe ich mich in einem Anflug tödlicher Langeweiler mal wieder in einen Chat gewagt, aber irgendwie war es nur hohles Geblubber…
Damals würden die Postfächer nicht vollgemüllt mit Spam, Viren, Hoaxes oder Kettenmails. Bestenfalls bekam man mal eine Mailbombe, wenn man sich mit jemandem im Usenet in die Haare geraten war, der lustig von seinem Uniaccount großen Datenmengen verschicken konnte, an denen dann der Empfänger mit seinem 14.4er-Modem ewig lud. – Ja, ich war schon damals mit süßen 18 eine “Ein-Frau-Armee” (O-Ton Michael Westerweller
). (Den Typen habe ich später übrigens sogar persönlich kennengelernt auf dem Kölner Trekdinner, die Inkarnation des typischen Computer-Freaks mit Null Sozialkompetenz, unattraktivem Äußeren und mit 30 noch zu hause bei Mutti.)
Es gab auch keine Dialer-, Flash- oder Porno-versuchten Seiten, und genausowenig eBay, Google oder Amazon, aber dafür eine Menge Textwüsten und grauenvolles Web”design”.
Die Leute wussten noch, was Netiquette heisst. Damals fand ich viele der Regeln dämlich und überflüssig, heute wünsche ich sie mir oft zurück…
Ja, damals sah das Internet ein wenig anders aus. Claudia Klingers Artikel im Webwriting Magazin trifft so einiges, was ich auch denke. Bei manchen Dingen ist man froh, dass sie sich geändert haben, bei ganz vielen allerdings wünsche ich mir oft die alten Zustände zurück.
Irgendwie war die Internet-Welt damals um vieles einfacher. Sicher nicht in technischer Hinsicht, denn man musste schon wissen, was man tat, es gab keine CD zum Einschieben, mit der man dann einfach und schnell “drin” war. Aber in menschlicher Hinsicht, irgendwie war vieles enthusiastischer und offener.
Mit Zunahme der Userzahlen ud der Vereinfachung des Zugangs zum Internet strömten halt auch immer mehr Abzocker aller Art wie Juristen im Abmahnwahn, Dialer-, Viren-, Spam- und Phishingmails-Verbreiter, pubertierende Skriptkiddies, Trolle und einfach kranke Hirne mit kruden Weltvorstellungen ins Internet.
Mohmoh
Hallo Jessica!
Ich hab ein wenig in meinen bookmarks gestöbert und tatsächlich die webstie zum HdR-Musical wiederentdeckt. Seit den ca. 1,5 Jahren, die ich davon nun schon weiß, hat sich allerdings an der website nichts geändert. Ob’s also wirklich in die Realität umgesetzt wird, weiß ich also nicht.
Hier also nun der link: http://www.thelordoftheringsmusical.com/
Es gab wohl schon mal ein HdR-Musical (wurde in Berlin aufgeführt), das sogar noch den “kleinen Hobbit” mit umfaßte, Also geschichtenumfangsmäßig ein ziemlicher Brocken, doch die Musik ist ganz nett. Doch leider floppte es wohl mehr oder weniger, denn niemand, dem ich je sonst begegnet bin, hat davon gehört. Marc hat eine Aufnahme davon…
Meine erste Begegnung mit dem Internet hatte ich, glaub ich, 1996. Damals bekam der erste in meinem Bekanntenkreis einen Anschluß. Yahoo gab’s damals, glaub’ ich, schon.
Ich find’s immerwieder faszinierend, wie schnell man sich an neue Bequemlichkeiten gewöhnen kann. Wenn ich daran denke, früher ohne e-mail ausgekommen zu sein!? Unvorstellbar!!!
Mir tun bei dem Gedanken an die vielen Briefe, die ich ohne e-mail stattdessen schreiben müßte, die Finger weh… und erstrecht die Telefonrechnung, wenn ich stattdessen telefonieren würde.
Außerdem wäre ich ohne Internet und Datenbanken nur noch am Durchwandern von Bibliotheken und Kopiersessions vor beschäftigt. Ich bin ja jetzt schon genervt, wenn’s einen Artikel mal nicht als .pdf online gibt…
Mit den Worten “Danke, daß ich zu dieser Zeit mitsamt Internet leben darf” (bitte nicht ernst nehmen) verabschiedet sich die Micha
Hallo Jessica
Dann mal herzlichen Glückwunsch zum Dreijährigen :o). So lange gibt es mein Blog noch nicht – und ich bin auch noch nicht ganz so lange im Internet unterwegs wie du, sondern erst seit 1998. Man wie die Zeit vergeht, das kommt mir alles vor, als wäre es noch gar nicht so lange her…
Meine erste Homepage hättest du mal sehen sollen – die war damals bei Fortunecity und einfach grottig *lol* – eigentlich schade, dass es die nicht mehr gibt…
Liebe Grüße Tina
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