Schattendings

Geschichten aus dem Dunkel seit 2002

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“Nightwish”: “Once”-Tour-Konzert

“Nightwish”: Für die meisten eine unbekannte Band, deren Mitglieder lustige Namen tragen, die an IKEA-Möbel erinnern; für mich die beste Band auf ihrem Gebiet überhaupt und neben “Rage Against the Machine” und “Linkin Park”, die gänzlich andere Musik mach(t)en, meine absolute Lieblingsband.
Dass sie das aus gutem Grund sind, haben sie letzte Woche Dienstag im Kölner Palladium wieder bewiesen. Das war mein drittes Konzert insgesamt und das zweite “Nightwish”-Konzert nach der “Century Child” Tour, wo ich sie vor fast genau 2 Jahren im September 2002 schon einmal am gleichen Schauplatz gesehen habe.

Glücklicherweise trat keiner meiner zahlreichen Alpträume ein – Stau, Karte vergessen, was eben alles schief gehen kann und es auch manchmal tut, wenn man sich monatelang wirklich wegen etwas ein Loch in den Bauch freut. Jo war mit vollem Tank – was bei einem Gas-Auto nicht ganz so einfach ist – und staubedingt nur ein wenig später als wie vereinbart um 15 h bei mir. Marc fanden wir auch problemlos und schnell – was auch nicht ganz so selbstverständlich ist, da ich als Beifahrer sonst nicht auf die Strecke achte und nur per öffentliche Verkehrsmittel gut kenne. Unterwegs war rund um Köln wie zu erwarten bei der Uhrzeit etwas zähflüssiger Verkehr, aber wir kamen gut durch und fand auf Anhieb einen Parkplatz in der Nähe. Schon 18:45 Uhr standen wir an der Halle, Einlass sollte erst um 19 Uhr sein und Beginn der Vorgruppen erst um 20 Uhr.

Das war auch gut so, denn uns traf beim Anblick der riesigen Schlange vor dem Palladium der Schlag. Ich kann mich daran erinnern, dass vor 2 Jahren dort überhaupt etwas gewesen ist, was die Bezeichnung Schlange verdient hätte. Der diesjährige Hype um die Band auch unter den Mainstream-Medien – ich sage nur “Top of the Pops:bibber: – hatte wie zu erwarten Folgen. Nicht nur, dass die Karte 10 € teurer war (knapp 35 € statt zuvor 25 €), oder dass neben dem üblichen Publikum vorzugsweise in schwarz auch zahlreiche Teenies in Jeans und sogar pinken Shirts (Jos persönlicher Alptraum) da waren, es war einfach viel, viel voller. Ich schätze mal, dass vor 2 Jahren gerade mal rund 1000 Leute da waren und jetzt zwischen doppelt und dreimal so viele.
Die Schlange war mehrere Hundert Meter lang und wuchs auch noch mit jeder Minute. Marc mogelte sich wie üblich ;) nach vorne, aber ich mag sowas nicht, ich finde es unverschämt bei anderen Leuten und was ich selbst nicht ausstehen kann, werde ich natürlich auch nicht selbst praktizieren. So bin ich nun mal, zu nett und ehrlich für diese Welt. ;) Ich konnte Jo überzeugen, sich mir anzuschließen – allerdings musste ich seiner Entscheidung mit subtilen Andeutungen (Du weisst ja, wo du heute nacht schläfst?) sein wenig auf die Sprünge helfen. ;)
Wie wir so da standen und diskutierten, fand uns Ingo, den ich bis dahin nur virtuell kannte. Ich find’s immer noch beeindruckend, dass er mich unter all den Leuten erkannt hat, die Haare machen’s möglich. ;)
Wir drei machten uns auf den Weg ans Ende der Schlange… Hinter jeder Biegung der Straße kam noch mehr Schlange zum Vorschein. Ich gebe zu, ich hatte zwischendrin doch arge Zweifel, ob die alle in die Halle passen. Wenn nicht, hätten die Verantwortlichen auf jeden Fall auch meine unschönen Seiten kennengelernt. ]:-] Aber zum Glück kam es nicht so weit. Irgendwann ging es auch recht zügig voran, so dass wir fast schon fürchten mussten, dass wir am Eingang sind, bevor Ingos Leute samt seiner Karte eintreffen, aber sie gewannen das Wettrennen knapp. Kurze Zeit später waren wir nach einer Taschenkontrolle drin, und sie mussten innen nicht mal die Leute übereinander stapeln. ;)

Die Schlange vorm Damenklo war zum Glück um einiges kürzer und kurze Zeit später fand man sich in jeder Hinsicht erleichtert in der Vorhalle bei den Merchandising-Ständen wieder. Diesmal gab es viel mehr verschiedenes Zeug, wirklich schöne Sachen. Da ich gerne zeige, was ich mag, und nicht nochmal den Fehler mache, bei einem Konzert kein Shirt mehr zu kaufen und nachher verzweifelt eins im Internet suchen muss, war mir auch egal, dass das Sweatshirt meiner Wahl stolze 30 € kostete: ein zweifarbiges Shirt mit Tribals vorne, hinten und an den ärmel, vorne mit dem “Nightwish”-Schriftzug, hinten der Spruch "one of the lost ones". – Eigentlich ein Männer-Shirt, aber die Girlie-Shirts mit dem Spruch "beauty always comes with dark thoughts" fiel mehr als klein aus. Nach dem Konzert nahm ich vor der Halle noch zwei günstige – und wahrscheinlich nicht linzensierte – Poster mit, von denen eines jetzt zusammen mit Bildern des Kölner Doms, einer Karte von Mittelerde und einem “Matrix Reloaded” Plakat die Wand meines Büros schmückt. ;)

Was die Vorgruppen betrifft… Naja. Die Musik der ersten Band sagte mir irgendwie gar nichts, habe nur mitgenommen die Erkenntnis, dass Headbangen ganz ohne Haare irgendwie nicht halb so lustig ist. ;) Die zweite Band, “Sonata Arctica” spielte Speed Metal – ähnlich wie “Edguy”, aber nicht so gut. ;) Manches könnte man ganz gut hören, aber gegen Ende wurde es nervig und eintönig und ich hoffte nur noch, dass jeder Song der letzte ist. Sie spielten fast eine Dreiviertelstunde.

Meine Füßen wollten schon da nicht mehr mitmachen, es war ziemlich heiss in der Halle und sehr eng. Leider durfte man auch da rauchen… :oerks: Ich stand mit meinen ohnehin ungünstigen 1,65m hinter zwei Riesen und musste mir den Hals verrenken, um überhaupt was von der Band zu sehen. Zum Glück konnte Marc die beiden überreden, Jo und mich nach vorne zu lassen, über uns kleine Menschen kann man ja bequem hinwegsehen. Wir standen so für den Rest des Abends direkt hinter der Technik in der hinteren Mitte des Saals und hatten fast freie Sicht auf die Band, yippieh! – Naja, nicht ganz, vor mir war noch ein Liebespärchen, dass dauernd knutschenderweise die Köpfe zusammenstecken musste. So was sollte echt in Kinos und Konzerten verboten werden, dass die nicht mal für die kurze Zeit die Finger voneinander lassen können und dann anderen Leute mit ihrer Fummelei die Sicht versperren. :( Aber ich sah auf jeden Fall sehr viel besser als beim letzten Mal.
Ich habe meinen Kram (Jacke, Tasche, neues Shirt) die ganze Zeit bei mir gehabt, weshalb ich anschließend einen steifen Nacken und dicken Schädel von der Umhängetasche hätte. Marc und Jo haben es irgendwie geschafft, eine Frau am Einlass mit Gummibärchen zu bestechen und davon zu überzeugen, sie raus zum Auto und anschließend auch wieder rein zu lassen, was eigentlich nicht üblich ist. Aber der arme imaginäre Hund im Auto, der dringend Gassi musste, erweichte dann doch Ihr Herz… ;-( ;)

Kurz nach halb zehn kam dann endlich die Band, wegen der wir alle da waren, sie spielten rund 2 h bis halb zwölf und natürlich vorzugsweise Stücke aus ihrem aktuellen Album “Once”, aber auch ein paar schöne alte Sachen, ohne Gewähr, was Vollständigkeit und Reihenfolge betrifft:

  • “Dark Chest of Wonders”
  • “Planet Hell”
  • “Sleeping Sun”
  • “Deep Silent Complete”
  • “Dead Boy’s Poem”
  • “Phantom of the Opera”
  • “Bless the Child”
  • “Slaying the Dreamer”
  • “The Kinslayer”
  • “;Wishmaster”
  • “Nemo”
  • “Ghost Love Score”
  • “Wish I Had An Angel”

Erwähnte ich schon mal, dass die Jungs und das Mädel für mich die besten sind? :) Und ich finde, sie werden mit jedem Konzert und jeder CD immer noch besser. Natürlich musste einiges vor allem bei den neuen Stücken von Band kommen, da sie nicht das Londoner Synphonie-Orchester inklusive Chor mit sich herumschleppten. Aber der ganze Rest klingt live genauso gut wie von CD und manchmal sogar besser, insbesondere die alten Stücke, da sich im Laufe der Zeit alle verbessert haben. Ganz zu schweigen von der Musik an sich und insbesondere das neueste Album, das ich absolut genial finde. :)

Tarja musste zwischendurch wegen der Stimme pausieren, da spielten die Jungs alleine irgendetwas von einer anderen Band, was ich nicht kannte.
"Ghost Love Score" und "Wish I Had An Angel" waren Zugaben. Vor dem letzten Lied fragte Marco Hietala noch in die Menge Do you have something to wish for? Alle riefen natürlich irgendwelche Titel durcheinandern, was sich mehrmals wiederholte. Eigentlich wolle er hören An angel!, aber da kam kaum jemand drauf. ;)
Besonders schnuckelig finde ich Drummer Jukka, der haut schön theatralisch rein. ;) überhaupt hat man bei allen den Eindruck von Spass an Musik und Show und Leidenschaft.

Auch ein Profi-Konzert ist vor technischen Pannen nicht gefeit:
Am Anfang war scheinbar der Sound noch nicht so ausbalanciert, so dass man bei den ersten zwei Liedern Tarja fast nur bei den hohen lauten Passagen hören könnte.
Irgendwann fiel über mehrere Lieder die Lichtanlage aus, d.h. zum Glück standen sie nicht völlig im Dunklen, aber die Beleuchtung änderte sich nicht mehr. Vermutlich war ein Techniker schuld, der irgendwann mal vom Technik-Stand über die Absperrung nach draußen gesprungen ist und dabei eines der Kabel losgerissen hat. Sie wurden plötzlich alle ganz hektisch und suchten mit Taschenlampen nach dem Grund. “Nightwish” machte einfach weiter. Glücklichweise schafften sie es noch rechtzeitig zum Ende, so dass bei “Nemo” auch wieder alles stimmte.

Es wäre auch ein Jammer gewesen, wenn es nicht geklappt hätte, denn gerade bei dem Lied gab’s Spezialeffekte: Es regnete am Rand der Bühne, passend zur Liedzeile Oh how I wish for soothing rain…. überhaupt war die Bühnenshow um einiges fetter, bei passenden Lieder wie “Planet Hell” oder “Wish I Had An Angel” schlugen Flammen hoch oder es explodierte an den entsprechenden Stellen etwas, wie z.B. jedes Mal bei der Zeile I wish I had an angel…. Am überraschendsten war jedoch der Regen aus Papierschnippseln bei “Ghost Love Score”. Ich wunderte mich noch, was für komische Wäschesäcke aus der Technik nach vorne gehievt wurden, bevor irgendwo aus der Mitte des Saales zwischen aus dem Publikum zwei Fontänen aus roten und weissen Papierschnippseln hochschossen und minutenlang die Leute berieselten, so dass man zeitweise kaum etwas anderes sehen konnte. Man stelle sich einen Saal voller schwarz gekleideter Metal-Fans vor, die beim Anblick von rosa Papierschnippselregen auf einmal in "ooohs" und "aaahs" ausbrechen und hinter den Schnippseln herhüpfen… Auch ich habe eine handvoll original “Nightwish”-Papierschnippsel, jawohl. :D

Schade, dass die Karten schon so früh ausverkauft waren. Mittlerweile habe ich eine ganze Reihe Leute um mich herum mit dem “Nightwish”-Virus infiziert. Benny wäre z.B. sehr gerne mitgekommen…

Ich habe die Tage nach dem Konzert das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. :)

Informationen zum Eintrag: Id 128 29.10.2004 21:16 Uhr 1687 Wörter, 26mal angesehen Kategorie(n) Unterhaltung, Vertraulichkeit: 0 Tags , , , , , , Kommentare nicht (mehr) erlaubt Trackbacks / Pings erlaubt
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4 Reaktionen

Hallo Jessica

Ha, endlich ist dein Bericht fertig, hab ja schon die ganze Zeit darauf gewartet.
Orginal Nightwish Papierschnipsel habe ich leider nicht bekommen, weil wir nirgendwo in der Nähe dazu standen – und vom Boden aufheben, fand ich dann doch zu eklig ;o).
Das Lied was du nicht kanntest heißt übrigens “Symphonie of Destruction” und ist von Megadeth ;o).
Hehe, weißte wen ich schnukelig fand? Tuomas – auf den Bilder fand ich den immer gar nicht so gut, aber in echt schaut der ziemlich gut aus *kicher*.
Ach ja, das Konzert war einfach genial, ich war auch sehr begeistert und schwebte noch Tage danach auf der Nightwish Wolke 7 durch die Gegend. Und wenn Halloween vorbei ist und ich meine Kürbisleuchtekette wegnehme, dann kommt an die Stelle auch ein inoffizielles Nightwish Poster, was wir nach dem Konzert gekauft haben :oD.
Danke auf jeden Fall für deinen schönen Bericht und die Videos werde ich mir jetzt gleich mal reinziehen.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße Tina

Kommentar 1 30.10.2004 09:01 Uhr

Hi Jessica.Ich würde sagen das Nightwishkonzert war das Konzerthighlight des Jahres.Zur Ehrenrettung von Sonata Arctica muß ich sagen die haben sich verbessert.Das letzte mal habe ich die vor vier Jahren inne Zeche Bochum als Vorband von Strativarios gesehen ,die standenda wie betellt und nicht abgeholt und
die Bühnenpevorments war auch nicht so der Hit.Aber Nightwish waren mal wieder echt genial,trotz Soundproblemen,von denen wir aber nicht so wirklich etwas gemerkt haben.Was mir aufgefallen ist ,die scheinen unter die Pyromanen gegangen zu sein ,so wie die rumgesprengt haben.
Das ich dich unter all den Leuten sofort erkannt habe liegt wohl daran das ich deine Seiten sehr genau studiere,da zahlt sich deine Mühe doch wieder aus.Schade nur das wir uns hinterher aus den Augen verloren haben ,wir hatten nämlich auch ‘ne Mords Gaudie.Ich habe noch von Bibo erfahren das nicht nur der Stau auf der Bahn schuld war das meine Karte beinahe zu spät angekommen wäre,nee die Herrschaften musten noch ‘ne Dönerbude entern und haben mir mal wieder nix mitgebracht die Säcke.So denn live mal wieder long and prosper,schönen Gruß Ingo.
Vielleicht sehen wir uns ja beim nächsten Laserdomeausflug wenn du magst.

Kommentar 2 01.11.2004 20:34 Uhr

Kleiner Nachtrag zu meinem Kommentar.Wenn dein _Bruder Nightwish noch live sehen möchte,kann er ja mal probieren ob er noch Karten für den 28.12. bekommt,da spielen die in der Arena Oberhausen.

Kommentar 3 01.11.2004 23:21 Uhr
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Jessica

@Ingo: Hehe, Du hast mich doch nur von hinten gesehen und die Fotos zumindest hier im Standard-Design des Blogs und auf der Ich-Seite sind nicht sehr aktuell. Insofern finde ich es trotzdemdem bemerkenswert. ;)
Ich sag mal ja zum Laserdome. Yeah, ballern! ]:-] Lange nicht mehr gemacht, hoffentlich loose ich nicht total ab. ;)
Ich glaube nicht, dass mein Bruder alleine zum Oberhausener Konzert hingehen würde. Außerdem ist ja es ja arg knapp bis Ende Dezember, 2 Monate vor dem Kölner Konzert war da auch schon alles ausverkauft. So oder so wäre es schöner gewesen, er wäre in Köln mit dabei gewesen.

Kommentar 4 01.11.2004 23:58 Uhr

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