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War eine schwierige Geburt, aber 3 Wochen nach der Con ist hier endlich der Bericht.
Achtung, dürfte mein längster Eintrag überhaupt sein, und das will ja bekanntlich was heissen.
Bevor ich zu meinem persönlichen Resümee komme, zunächst der Ablauf im Schnelldurchlauf:
Mittwoch vor der Con:
Nachmittags zum Proben für Projekt “Löffel” zu Bennys Fitness-Studio nach übach Palenberg, anschließend Preview der Show vor Angestellten und Mitglieder mit vollem Kostüm und Make-Up und allen Requisiten inklusive selbstgebastelter Tür und Kaninchen.
Donnerstag vor der Con:
Meine Mutter kam, Essen machen, Sachen packen, Kostüme bügeln, bis nach 1 Uhr noch Plakate für die Kostümausstellung kleben.
Con-Freitag:
Kurz nach 6 Uhr aufstehen, frühstücken, duschen. Auto beladen, fahren, kurz nach 11 Uhr Ankunft in Bonn. Treffen mit Benny, Kerstin und Simon, Anstellen an der Conrezeption für Con-Paket. Treffen mit Marlen, Probe für den Kostümwettbewerb im Hauptsaal mit Technik und den anderen Teilnehmern (2mal). Besprechung und Proben in einem der kleineren Säle im Obergeschoss wegen “War Stars”. Danach mit meiner Mom Kostüme, Schneiderpuppen und Plakate aus dem Auto holen und im Modellbauraum der Kunstausstellung aufbauen. Zum Hotel Kronprinzen fahren, einchecken, umziehen und schminken für “War Stars”. Zurück zur Con, nach der Opening Ceremony treffen mit allen “War Stars”-Leuten, langes Warten mit Proben im Backstage Bereich, “War Stars”-Show, Gruppenfoto. Danach bis 2 Uhr zusammensitzen mit allen Beteiligten in der Lobby und Wein und Chips und Cookies. Zum Hotel, duschen, schlafen.
Con-Samstag:
Morgens mit Migräne aufgewacht, Tablette genommen, Benny Bescheid gegeben, wieder hingelegt. Mittags aufgewacht immer noch mit Kopfschmerzen, Tropfen genommen, nochmal hingelegt. Am frühen Nachmittag wieder mit Kopfschmerzen aufgewacht, nochmal mehr Tropfen genommen. Mama und Kerstin gekommen, Tumult im Nebenzimmer, ärger mit Hotelbesitzer, der Kerstin und Benny rausschmeissen wollte wegen Krümeln auf dem Boden, Polizei und Benny gerufen wegen Handgreiflichkeiten von seiten des Typen, endlos lamentiert, beide Zimmer geräumt. Zurück zum Maritim, Marc angerufen wegen Umziehmöglichkeit, noch freie Zimmer im GSI gefunden, eingecheckt, schnell umgezogen und geschminkt. Ab zum Treffen für den Wettbewerb, wieder lange Backstage warten, Kostümwettbewerb, Preisverleihung, viele Fotos machen, im Restaurant mit unseren Müttern zusammengesessen. Abends wieder mit anderen in der Lobby zusammengesessen, um 24 Uhr abgehauen, duschen, ab ins Bett.
Con-Sonntag:
Sehr früh aufgestanden, gefrühstückt, Sachen gepackt, ausgecheckt, Auto beladen. Ein bißchen herumgelaufen, ein halbes Ed Wasser Panel gesehen. Mittags im Auto geschminkt und ab zum großen “Matrix” Gruppenfoto mit den Wolf Brothers. Danach Ausstellung abgebaut und in Wagen geladen, umgezogen und abgeschminkt, Platz gesucht im Hauptsaal, das Panel von Tom Lenk und Julie Benz gesehen, Closing Ceremony, Verabschiedung von allen, die man im Getümmel finden kann, Heimfahrt.
Gesamteindruck:
Tja, das war sie nun, die FedCon XII, meine achte – bin seit der IV dabei und habe nur die VI verpasst. Sie ist DAS Ereignis, auf das ich jedes Jahr hinfiebere, um die Früchte meiner Arbeit zu ernten.
Dieses Jahr war es extremer als alle Jahre zuvor, weil die Arbeiten für den Kostümwettbewerb in Sachen Kostüm sehr aufwendig waren, da für zwei Personen, und in Sachen Show alles bei mir Dagewesene überboten. Und wie letztes Jahr hatte ich wieder meine Kostümausstellung dabei. Und es kam noch die zweite Aufführung von “War Stars” dazu. Es war deshalb auch die erste FedCon, für die ich keinen Eintritt zahlen musste.
Von dieser Con habe ich deshalb als Zuschauer fast nichts mitbekommen. Eine halbe Opening Ceremony (ab der Stelle, wo TAFKAV auftrat), ein halbes Ed Wasser Panel (ab dem Video über seinen Sohn), das Panel von Tom Lenk und Julie Benz (weil wir schon auf die Closing Ceremony warteten) und die Closing Ceremony selbst waren alles, was ich vom Programm gesehen habe.
Ich kann die Con deshalb schlecht beurteilen und außerdem hatte ich so viele persönliche Highlights, dass sie alleine deswegen für mich fantastisch war
, aber ich habe schon viele Leute gehört, die meinten, die Stimmung wäre nicht so umwerfend gewesen.
Die Con-Party am Samstag fiel bei mir wie bei den meisten wohl kurz aus, was in vielen Fällen an der Techno-Beschallung aus der Piano-Bar lag, wegen der man in der Hotel-Lobby nichts mehr verstehen konnte und die Klimaanlage, die irgendjemand wohl auf “Antarktis” gestellt haben muss, tat ihr übriges. Mir ist vor allem aufgefallen, dass fast die Hälfte der Besucher die Closing Ceremony vor dem Ende verlassen hat, obwohl der absolute Großteil inzwischen weiss, dass da noch das Goodbye-Video kommt. Fand ich doof.
Vielleicht lag es daran, dass sich nach so vielen FedCons schon die Routine eingeschlichen hat. Oder an der Meldung über Richard Biggs‘ Tod lag – er war fast schon Stammgast auf der Con und wegen seiner Nähe zu den Fans beliebt. Oder daran, dass keiner der Schauspieler ein Hightlight war wie z.B. Ray Park im letzten Jahr. Oder eben daran, dass die meisten Leute schon zum x-ten mal da sind und die meisten sich nur noch berieseln lassen und schon total übersättigt sind.
Die meisten Leute sind scheinbar zu konsumierenden Couch-Potatoes mutiert – ich habe noch nie so wenige in Kostüm herumlaufen sehen wie auf dieser FedCon, und wenn man dann doch jemand mit einem guten Outfit traf, waren es wieder die üblichen Verdächtigen, ebenso bei der Kunstausstellung oder bei Programmpunkten mit Fanbeteiligung wie dem Kostümwettbewerb und “War Stars” sowieso. Es sind immer die gleichen Leute, die was dazu beitragen… Und ich stecke ganz tief mit drin.
Ansonsten habe ich eigentlich keine Kritik an der Con. Nein, ich schreibe jetzt nichts über die miese Technik und die Karstadt-Plastiktüten.
Die Werbeberieselung per Leinwand muss schlimm gewesen sein, aber auch davon habe ich nichts gesehen.
Schauspieler:
So wirklich vom Sockel gerissen hat mich niemand.
Robert Picardo (”Star Trek:Voyager”, der Holodoc) habe ich schon auf meiner ersten FedCon gesehen und fand ihn immer noch sehr lustig und sympathisch.
Der Unterwäschen-Gag mit Virginia Hey (”Farscape”, Zaan) war cool
und sie schien ‘ne nette zu sein. Aber war dieses hellblaue BH/Top/Whatever-Teil auf der Closing nicht furchtbar??
Tom Lenk (”Buffy”, Andrew) war ja einfach zum Einschlafen, spulte alles wie auswendig gelernt hinunter. Naja, ist halt nicht jedermanns Sache, der arme Kerl tat mir echt leid.
Ed Wasser (”Babylon 5″, Mr Morden) war witzig und sehr nett zu den Fans, hüpfte ständig von der Bühne und rannte zu den Fragestellern hin, als mal wieder das Mikro ausfiel. Blöd nur, dass ich die meisten seiner Stories schon kannte.
Sein kleiner Sohnemann war auch ganz süß, wie er bei der Opening Ceremony mit dem Skateboard über die Bühne rollte, aber irgendwann war es auch zuviel des Guten. Die Wasser junior Fotoshow am Sonntag fand ich schon strange, insbesondere, wenn man bedenkt, dass Ed Wasser auch noch zwei Töchter hat, die er nicht einmal erwähnt hat.
Nennt es Blasphemie, aber Nichelle Nichols hat mich mit ihrer ständigen Singerei genervt. War nicht wirklich schön und der Sinn hat sich mir auch nicht erschlossen. Oder liegt es nur daran, dass ich mit “ST:TOS” rein gar nichts anfangen kann (bis auf die Filme)? Nun gut, sie ist ja wirklich nicht mehr die jüngste, insofern Respekt dafür, trotzdem so eine Con auf sich zu nehmen.
Von dem Rest habe ich entweder nichts gesehen oder keinen bleibenden Eindruck von den Ceremonies gehabt.
Fan Stuff:
Bin diesmal völlig leer ausgegangen. Kein Bild mit einem Schauspieler und kein Autogramm. Die Zeiten, wo ich hätte zur ständigen Autogrammstunde hätte gehen können, weil ich auf dem Congelände und nicht mit anderen Dingen beschäftigt war, waren einfach zu kurz und dann saß Ed Wasser nie dort. Tja, die Sammlung meiner Lieblings-Bösewichter wird deshalb bis auf weiteres unvollständig bleiben.
Ray Park (”Star Wars: Episode I”. Darth Maul) habe ich schon, Adrian & Neil Rayment (”Matrix Reloaded”, dieTwins) auch. Tom Hardy (”ST: Nemesis”, Shinzon), David Boreanaz (”Angel”, selbiger) und eben Ed Wasser hätte ich auf jeden Fall noch gerne gehabt…
Ich habe mich mit “Matrix”-Merchandising getröstet: Mein Bruder hat mit einem Händler gegen Ende der Con Büsten der Twins heruntergehandelt, allerdings gab es die nur im Doppelpack günstiger. Normalerweise kaufe ich mir nichts außer Soundtracks, Büchern und DVDs, aber in dem Fall habe ich mal ‘ne Ausnahme gemacht.
Logischerweise habe ich den mit der Rasierklinge und mein Bruder den mit dem Maschinengewehr.
Lasche Sicherheitskräfte:
Als wir Samstag in vollem Ornat auf dem Weg vom GSI zum Maritim zum Kostümwettbewerb waren, kam uns ein Polizeiwagen entgegen. Wir dachten schon, der hält uns an, weil Simon eine Desert Eagle in der Hand hatte, mein Bruder seinen Shaolin-Säbel und ich mein Rasiermesser, aber nix. Auch auf der Con hielt uns niemand an, dabei hatte ich extra Dirk um eine Erlaubnis für die Schaukampfwaffen gebeten und hatte die Mail ausgedruckt dabei.
Hotel-Drama und Kopfschmerzen:
Nie wieder Hotel Kronprinzen! Ich war da jetzt seit 1996 schon mindestens 5mal und bis dahin war es immer problemlos und gemütlich, aber was die Show sollte, kapiere ich bis heute nicht. Der Typ ist total ausgerastet. Den Anfang habe ich ja nicht mitbekommen und ich konnte auch nur hören, was da los war, da ich im Nebenzimmer mit Brummschädel lag und verständlicherweise nicht im Nachthemd rausrennen wollte.
Kerstin war extra zurückgekommen von der Con, um die Krümel schwarzer Wasserfarbe wegzumachen, die die beiden am Vortag hinterlassen hatten, als sie Benny zu Darth Maul geschminkt haben. Irgendwie muss der Besitzer dazu gekommen sein und hat sich wahnsinnig über diese Krümel von Wasserfarbe aufgeregt. Das wäre ja eine riesige Sauerei und Unverschämtheit, so etwas hätte er ja in 20 Jahren im Hotelgewerbe noch nie gesehen. Da müsste dann eine teuere Reinigungsfirma kommen und das wegmachen oder man muss den ganzen Teppich austauschen, der hätte ja ein paar Tausend Euro gekostet.
- Nee, is klar. Die paar schwarzen Krümel sind also das Schlimmste, was er je gesehen hat. Da hat sich noch nie jemand besoffen und auf den Teppich gekotzt oder was verschüttet oder eine Zigarette fallen lassen? Wer’s glaubt. Der Teppich sprach jedenfalls eine andere Sprache, auf der gegenüberliegenden Seite, wo sie nicht geschminkt hatten, waren genauso viele Flecken, nur eben braun und schon alt. Vor allem ließ er sich überhaupt nicht beruhigen, obwohl Kerstin sich wirklich um Freundlichkeit bemüht und versichert hat, dass man das mit einem Staubsauger und Wasser und Seife entfernen kann und sie extra gekommen war, um die Flecken selbst wegzumachen. Ist ja nicht so, dass wir klammheimlich abreisen wollten und das Zimmer verwüstet hinterlassen haben. Selbst wenn’s nicht mehr rausgegangen wäre – wozu gibt’s Versicherungen?
Das Ganze eskalierte wegen dem Typen, der meinte, die beiden müssten sofort das Zimmer räumen und er würde alles pfänden, was drin war, sie dürften da nichts mehr rausholen. Dann hat er sie am Arm gepackt und wollte sie die Treppe runterziehen. Da hat meine Mutter dann zuerst die Polizei und dann Benny angerufen. Die Polizei hörte sich alles an und schien eher uns zu glauben, riet uns aber von einer Anzeige wegen Körperverletzung ab, das würde nichts bringen. Meine Mom und Kerstin rubbelten alle Flecken weg bis auf einen, der nicht von den zweien versucht war – der Kerl sah das natürlich anders.
Wir bezahlten für eine Übernachtung und räumten beide Zimmer schnell aus – natürlich wollte ich auch keine Nacht mehr dort bleiben. Wir mussten uns dann noch blöde Sprüche anhören von wegen wir sollten in Zukunft nicht mehr versuchen, in diesem Hotel und einigen weiteren Zimmer zu buchen. Wir stünden jetzt auf der schwarzen Liste und würden keine mehr bekommen. Tja, offensichtlich ist die Sippenhaft in einigen Teilen Deutschlands noch vorhanden. Ich ließ mir die Bemerkung nicht nehmen, dass ich das sowieso nicht mehr vorhatte und auch dieses Jahr nur dort gebucht habe, weil im Gustav-Stresemann-Institut nichts mehr frei war.
Dort bekamen wir für diese Nacht dann auch noch ein Doppel- und ein Einzelzimmer, wie Marc uns mitteilte, der mit Moh dort abgestiegen war.
Das Ganze passierte 3 h Stunden vor Beginn des Kostümwettbewerbs. Ich befürchtete schon, dass die Arbeit von über einem halben Jahr für die Tonne war wegen dieser Scheisse.
Kostüm-Faulheit:
Ich war auf dieser Con ausgesprochen faul in Sachen Kostüm, hatte nur die Kostüme für die Autritte dabei und war sogar teilweise nur in zivil unterwegs. Shocking!
Ich war nicht sooo zufrieden mit meinem Twin-Kostüm. Bennys ist mir inklusive des Mantels gut gelungen, obwohl ich ja noch nie etwas für jemand anderen genäht habe, geschweige denn einen Herrenmantel, wofür es nicht mal Schnittmuster gibt. Mein Mantel usw. ist ebenfalls gut und die Perücke auch, aber trotz aller Bemühungen sah man immer deutlich die übergänge vom Latex zur Haut. Die Oberflächen sind nun mal anders und das sieht man immer, egal, wie man überschminkt. Ich merke auch, ich werde faul in Sachen Make-up und vertrage es nicht mehr gut. Ich hatte das Kostüm jetzt insgesamt 4mal an und die Perücke war extrem lästig. Ich brauchte jedes Mal fast 2 Tage, bis ich die letzten Kleberreste aus den Näckenhärchen hatte und einige konnte ich nur noch abschnippeln. Meine Haut war danach immer total schuppig. Außerdem bekomme ich immer Kopfschmerzen, wenn ich die Haare ungünstig unter solche Kopfbedeckungen quetsche. Ein Haargummi drückte sich mir Samstag quasi ins Hirn, lange konnte ich das Kostüm nicht tragen.
Die nächsten Kostüme werden entweder ohne Maske und Perücke oder Vollmaske, die zieht man sich über, klebt Augen und Mundpartien fest, fertig.
Meine Kostümausstellung:
Zum dritten Mal habe ich im Rahmen der Kunstausstellung auch einige meiner aufwendigeren Kostüme auf Schneider- und Schaufensterpuppen ausgestellt (Amidala #1, Drakh, Diva) und auf den Tischen rundherum auch Plakate 3 bis 4 großen Fotos und Beschreibungen der spektakuläreren und komplett selbstgemachten Kostüme sowie ein paar Bilder von der Herstellung ausgelegt. Letztes Jahr hatte ich die Fotos alle in einem Ordner, da hat aber keine Socke reingesehen. Das mit den Plakaten schien aber zu funktionieren, bin sehr oft drauf angesprochen worden (Ach DU warst das…”
)
Andere Fans:
Ich muss mein Urteil über TAFKAV wohl noch einmal überdenken. Marc und Michael haben sich länger mit denen unterhalten in den Con-Nächten und meinten, sie wären wirklich nett gewesen und hätten teilweise die gleichen Probleme wie wir. (Dass man für arrogant gehalten wird, obwohl man die Leute gar nicht kennt oder eben einfach viele Neider und Kritiker hat, sobald man irgendwie im Rampenlicht steht. Kenne ich sehr gut…) Tina, der Nightcrawler, hat sich auch in sämtliche unserer Gästebücher eingetragen, was ich vom Inhalt sehr nett fand. Ich habe geantwortet und auch die Antwort darauf war alles andere als unsympathisch. Ich weiss nicht mehr, wer mir da so negativ aufgefallen ist auf der letzten Galileo, aber sie war’s offensichtlich nicht, und als Gruppe waren sie diesmal auch ok. – Nicht nur, weil sie uns als “War Stars” und als “Matrix”-Truppe mit Lob überschüttet haben.
Die Wolf Brothers habe ich auf der RingCon 2003 schon mal für Ganymed wegen ihres Saurons und den Ringgeistern interviewt; da fand ich sie ziemlich distanziert, um es mal vorsichtig auszudrücken. Diesmal sprachen sie Benny und mich vor und nach dem Kostümwettbewerb an, weil sie unsere “Matrix”-Kostüme cool fanden und die Show und wir haben uns zum großen Gruppenfoto am Sonntag mittag verabredet. Eigentlich war nur die Rede von “ein paar Agenten und Niobe”, aber sie kamen dann mit Niobe, Trinity, dem Schlüsselmacher, einem Agenten, einem Swat-Typen und Neo (?) – und selbst als Twins.
Ok, das war naheliegend, aber es hat mich ziemlich irritiert und einige Umstehende wohl auch, die auf einmal doppelt doppelt sahen.
(Die haben sich vermehrt. – Eigentlich erstaunlich, wo es doch so schlechte Programme sind. – Eben, so ist das mit den Viren.”
) Wir Twins fanden es alle schade, dass unser Boss fehlte, weil keiner einen Merowinger zur Hand hatte. (Bewerbungen werden gerne entgegen genommen. Kostüm ist schön einfach, Französisch-Kenntnisse sind allerdings erforderlich.
)
Ich muss gestehen, dass ich schon etwas zu kämpfen damit hatte. Mein größter Alptraum war immer, monatelang an einem Kostüm zu werkeln, und nachher auf der Con noch jemandem im gleichen Outfit herumlaufen zu sehen. Das war aber noch schlimmer: Die sahen viel besser aus als wir und haben das mal so eben aus dem ärmel geschüttet.
Wahrscheinlich hätten sie es nicht mal angezogen, wenn wir nicht aufgetaucht wären, während wir uns schon Monate vorher ein Loch in den Bauch gefreut haben. Tja, da konnten wir und insbesondere ich nicht mithalten, das waren eben zwei echte männliche Zwillinge mit der gleichen Statur wie die Rayments.
- Aber ich fand’s nachher schön, von nicht wenigen zu hören, dass wir für sie trotzdem die besseren Twins waren. Wir hatten die coole Show und haben uns ein 3/4 Jahr lang in die Rolle hinein versetzt. Und nicht zu vergessen der beste Neo nach Keanu Reeves und das Kaninchen und (k)ein Löffel!
Außerdem haben sie ihre Klamotten gar nicht selbst gemacht, ha!
Als ich am Dienstag 2 Wochen nach der Con wieder ins Büro kam, fand ich in meinem Posteingang eine Mail von jemandem im LDS mit dem Titel ich glaube es ja nicht…
, der mir zu dem Auftritt auf der Con gratulierte und mich von den Wolf Brothers grüßte. Es war deren Anubis. Oh Mann, die Welt ist klein.;) Bei ca 3000 Leuten, die zur Con gehen und 80 Millionen Einwohnern in diesem Land, wie groß sind da die Chancen, dass a) ausgerechnet einer davon im gleichen Schuppen arbeitet wie ich und b) dann auch noch zum Gefolge der beiden gehört? Werde mal in Kontakt mit ihnen bleiben, wie sie es vorgeschlagen hatten. Irgendwie scheinen sie alle Kostümfreaks früher oder später zu assimilieren, wie die beiden Orks von der RingCon.
Ansonsten gab es natürlich wieder eine Menge an neuen und alten Gesichtern…
“War Stars”:
Zum zweiten und vorerst letzten Mal gab es auf der Con “War Stars – Die Rückkehr der Legenden” zu sehen. Der Zeitpunkt für die Show war nicht so doll – Freitag abend nach dem letzten Panel. Das verzögerte sich wie befürchtet, so dass wir erst um 22:30 Uhr dran waren. Der Saal war da schon halb leer und das Publikum nicht mehr so geduldig und begeisterungsfähig wie auf der JediCon am Samstag abend.
Wir haben einige Kleinigkeiten geändert seit der Aufführung auf der JediCon. Diesmal waren die Dialogteile komplett mit Musik unterlegt – was mich persönlich auf der Bühne ziemlich irritierte – und die Pausen zwischen den Kurzfilmen länger, weil noch eine Sequenz mit dem DeLorean eingebaut wurde, damit Marty und die Kandidaten zwischendurch noch etwas quatschen können – wurde leider kaum genutzt und war für das Publikum irgendwann langweilig, wie man uns sagte.
Der Abspann war neu und viel besser mit Bloopers zu jeder einzelnen Person – mein Vorschlag.
Unser Zylone hatte diesmal tatsächlich Killersticks dabei, dicke Leuchtstäbchen in allen Farben. Am Ende beim YMCA nahm sich dann jeder zwei und wir warfen das Zeug ins Publikum. Einige flogen zurück und letztendlich landeten sie früher oder später scheinbar alle bei Wasser junior.
Ich war etwas verwirrt, als wir unsere Requisiten am Ende zusammengerafft haben und Marc B. Lee Hello Jessica!
zu mir sagte. Woher wusste er denn, wer ich war? Insbesondere, wo ich doch meist gar nicht zu erkennen bin?
Ich habe die ganze Zeit geglaubt, es geht völlig in die Hose, ich habe kaum Applaus oder Gelächter gehört zwischendurch. Meine Laune sank mit jeder Minute und ich habe mir nur noch gewünscht, dass es endlich vorbei ist und ich mich irgendwo verkriechen kann. Vielleicht sind Trekkies zurückhaltender als “Star Wars” Fans? Oder der Zeitpunkt war eben so ungünstig. An der Show lag es wohl weniger. Ok, sie ist SW-lastig, aber es gibt keine großartigen Insider-Witze.
Der Schlussapplaus überraschte uns alle dann doch – der war nämlich toll. Auch als wir rausgingen und draußen noch für ein Gruppenfoto – endlich mal komplett! – posierten, standen wir ewig lange im Blitzlichtgewitter, TAFKAV fiel vor uns auf die Knie, dutzendweise kamen Leute zu uns, um zu sagen, wie toll es fanden. Besonders süß der junge Mann, der beim Fotografieren über die halbe Halle zu uns rüberrief, wie lustig er alles fand und dass er seit Monaten nicht mehr so gelacht hätte. Auf dem Weg zum Parkhaus und darin kamen uns applaudierende Leute entgegen, die eine Menge Komplimente machten. Fozzys Kommentar: Wie kommt man nur auf eine Stunde so kranke Scheisse?! Super!!
Auch das Feedback im Forum war bis auf winzige Ausnahmen nur positiv.
Hat eigentlich jemand die tollen Plakate von Scott gesehen, die er zu jedem Charakter gemacht hat? Da man uns zwar auf der offiziellen FedCon Site angekündigt hat, wir aber nicht im Programm standen, das es dort zum Download gab, wollten wir sicherheitshalber so noch einmal auf uns aufmerksam machen.
Wer die Show verpasst hat oder einfach nochmal sehen will, der muss sich noch etwas gedulden. Die DVD ist in Arbeit. über die Site können wir sie aus Copyright-Gründen – die Musik, die Charaktere, der Name! – nicht mal kostenlos vertreiben, aber einfach “hier” schreien oder eine Mail an Marc oder mich schicken. Und angeblich ist sie schon als VCD-Datei bei Kazaa und Konsorten gesichtet worden…
Projekt Löffel:
Nun war der Tag X da, der 22.05.2004, Samstag abend, Kostümwettbewerb, auf den wir monatelang hingearbeitet haben.
Ich bin faul und zitiere dass, was ich schon im FedCon-Forum gesagt habe.
Für diese läppischen 3:50 min der “Matrix”-Showeinlage
Das alles, obwohl mein Bruder 2 Jobs gleichzeitig hat, gerade eine Stuntman-Ausbildung macht und mittendrin noch umgezogen ist, Simon nebenbei noch Abi machte und ich – naja, meine vollgestopften Tage dürfte ja jeder kennen, der hier mitliest.
Zu Ende ging uns allen wirklich die Luft aus und wir wollten es nur noch hinter uns bringen. Weniger die Arbeit und Proberei wurde uns zuviel, als vielmehr das ständige Bangen. Hoffentlich haben wir genug Platz, hoffentlich steht da nichts im Weg, hoffentlich haben wir genug Licht, hoffentlich macht die Technik keine Fehler mit unserem Playback, hoffentlich verheddert Benny sich nicht im seinem Mantel mit dem Schwert, hoffentlich kommen wir vor Aufregung nicht raus aus der Choreographie, hoffentlich fliegt mir nicht das Messer aus der Hand, hoffentlich bleiben die Perücken und Brillen auf dem Kopf bei dem Gezappel, hoffentlich hören wir die Musik deutlich genug, hoffentlich gefällt es den Leuten…
Unglaublich, aber wahr, keiner meiner zahlreichen Albträume wurde Wirklichkeit, es hat alles geklappt!!
Dabei hatten wir wohl mehr Glück als Verstand, denn wenn das Video mit der Matrix im Hintergrund und dem Sound hängengeblieben wäre, wäre es vorbei gewesen – und das ist ja wohl im Laufe der Con mehr als einmal passiert. Marlen hat die Technik wirklich gut und mehr als einmal instruiert, damit die nicht zu früh das Video starteten oder beendeten, das Licht stimmt, damit wir durch die Sonnenbrillen noch etwas sehen und die Sache mit unserer Tür geregelt.
Zum Glück hat das mit der Generalprobe am Freitag geklappt und wir konnten alles sogar mehrmals durchgehen. Das Stargate auf der Bühne hätte uns sonst nämlich zu schaffen gemacht mit der Tür. Em Ende war es ja sogar nützlich, sah echt gut aus, wie Neo durch das Tor weg”flog”.
Schon beim Proben haben uns dauernd Leute zugesehen und fanden es super, inklusive Dirk, der uns noch den Tipp gab, das Karnickel auf einen Kasten zu stellen, weil man es sonst vom Parkett aus nicht sieht. Er meinte, der Sieg sei uns sicher.
Die Sache mit dem weissen Kaninchen und der Tür ist uns übrigens erst 2 Wochen vor der Con eingefallen – wenn wir noch mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir ein richtiges Kostüm besorgt und Kerstin hätte dann über die Bühne hoppeln dürfen, statt nur die Strippe zu ziehen. ;->
Was soll ich sagen? Projekt Löffel war ein voller Erfolg! Es hat sich gelohnt!!
Das Feedback war überwältigend. Der Applaus bei der Show sprach ja für sich.
Zwischendurch bei den Kampfpausen dachten die Zuschauer immer, es wäre vorbei, was dazu führte, dass wir nach der Zeitlupe die Musik vor lauter Applaus nicht mehr hörten und auf gut Glück weitermachen mussten.
Es regnete Komplimente zur Show und zu den Kostümen, sowohl auf der Con, als auch im Forum, in unserem Gästebuch und per Mail, siehe hier.
Mir hat sogar jemand aus ihren Fotos ein Video gebastelt und geschickt. Einer meinte, wir wären für ihn der einzige Grund gewesen, weshalb ihm die Con Spass gemacht hätte. Da zahlt jemand ein paar Hundert Euro für so eine Veranstaltung und wir waren für ihn das Highlight… Cool.
Im Parkhaus applaudierten Leute, als wir ihnen entgegen kamen und immer wieder hat man uns fotografiert und angesprochen. – Allerdings traute sich das nicht jeder. Ich habe Leute hinter unserem Rücken öfters über uns tuscheln hören. (Nee, das sind keine Profis, sondern Fans. Das sind wirklich Geschwister. Die hat die Kostüme gemacht und der die Choreographie…
)
Letzte Woche fragte mich jemand, ob ich ihm ein Autogramm auf seine Space View gebe.
(War natürlich ein Scherz.) Fozzy hat uns nach dem Contest fast schon auf Knien angefleht, auch am Wettbewerb der nächsten Galileo teilzunehmen… Jemand meinte, eigentlich könnte man meinen Namen schon in die FedCon-Pokale eingravieren.
Es war der 4. FedCon Kostümwettbewerb, den ich in Folge gewonnen habe.
Was will man sich mehr wünschen?
Wir haben genau das erreicht, was wir wollten: Den Leuten und der Jury hat es gefallen, das wird gut in Erinnerung bleiben, wir hatten trotz aller Mühe viel Spass dabei und wir haben unserem Lieblingsfilm erfolgreich gehuldigt.
Wir – Benny, Simon, Kerstin und ich – sind uns danach erst mal alle in die Arme gefallen.
(Warum erinnert mich das jetzt an “Galaxy Quest”…? Gruppenknuddeln.
)
Aber das Schönste von allem für mich war, als mein Bruder mir nach diesem Erfolg vor ein paar tausend Leuten bei der Preisverleihung für die viele Arbeit gedankt und schöne Blümchen übergeben hat. Wer erlebt so etwas Tolles schon? Auch wenn es sentimental klingt: Dies ist einer der Momente in meinem Leben, den ich nicht vergessen werde.
)) – Und wenn, hilft mir nicht zuletzt dieser megalange Eintrag, mich zu erinnern.
Die schönen Blumen sind zwar inzwischen leider verwelkt, aber ich habe ein Foto gemacht.
Er hat die Dankesrede in Gedanken wohl schon Dutzende Male geprobt, aber trotzdem hat er einige vergessen, die uns unterstützt haben. Aber immerhin unsere Mom hat er nicht vergessen.
Leider hat außer mir wohl keiner die Anspielung am Ende verstanden, Morpheus’ Rede vor Zion (vor der “Techno-Party”).
Auch süß: Meine Mom lief den ganzen Con-Samstag mit einem T-Shirt mit uns drauf und einem “Es gibt keinen Löffel”-Button herum.
(Was mich ja zu der Geburtstagsanzeige bewogen hat.)
Simon bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht danach, er war auch sichtlich happy. Auch seine Mutter fand es toll, obwohl sie zuerst nicht so begeistert war, dass er während seines Abiturs so oft mit uns geübt hat. Er war wirklich ein toller Neo.
Marlen hat uns nach dem Wettbewerb gebeten, es Sonntag auf der Closing Ceremony noch einmal aufzuführen, aber Simon konnte nicht, weil er Montag mündliche Abiprüfung hatte und noch lernen musste. – Er selbst wankte zwar, aber seine Mutter neben ihm tat ihr übriges dazu.
Ist auch besser so, ein zweites Mal in so kurzer Zeit – womöglich mit Patzern – hätte den Gesamteindruck wahrscheinlich kaputt gemacht.
Bilder von der Show, von der Herstellung, vom Proben und von den Kostümen gibt es unter follow-the-white-rabbit.net, falls es jemand hier noch nicht kennt. Die Bilder von der Show, die ich zusammengerafft habe, sind wirklich toll. Sieht irgendwie viel spektakulärer aus als auf Video oder in echt.
Demnächst kommt irgendwann der Videoclip vom Autritt hinzu. Die Texte müsste ich auch mal überarbeiten… Seufz, wirklich schade, dass die Site trotz der vielen Arbeit kaum Besucher hat.
Trotz allem hat das Ganze auch 3 große Nachteile, die ich schon lange kommen sah:
Die Sache war so aufwendig, das werde ich nicht noch einmal schaffen (wollen), geschweige denn überbieten können. Jetzt sollte ich vielleicht zurücktreten, denn es kann nur noch abwärts gehen…
Ich hoffe, wir treffen uns auch ohne Projekt Löffel nicht nur alle 3 Monate mal.Schnüff… Kein Wunder, dass man nach sowas erst mal ein Loch fällt. Das ist der schlimmste Conblues aller Zeiten. Habe versucht, ihn mit Post-Con-Diskussionen zu vertreiben, aber es half nur mäßig.
Nun ja, mal schauen, ob wir es vielleicht noch einmal irgendwo aufführen. Vielleicht drehen wir das Ganze irgendwann richtig schön an geeigneter Location nach. Hat hier jemand zufällig eine Tiefgarage?
Und natürlich haben wir schon wieder Pläne für die nächsten Cons…
Id 114
14.06.2004
03:19 Uhr
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Kategorie(n) Fandom, Vertraulichkeit: 0
Tags conventions, familie, fedcon, freunde, Kostüme, kostümwettbewerb, matrix, star wars
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Da hattest du ja doch noch einiges zur Fed Con zu berichten gehabt
Danke fürs Online stellen !!
Kommentar 1
23.06.2004
09:59 Uhr
Jessica
@Angy: Schön, dass wenigstens einer den Bericht gelesen hat.
Ich habe ja nicht gesagt, dass ich nichts zu erzählen habe, nur eben kaum was allgemein zur Con, sondern nur eine Menge speziell zu unseren Aktivitäten.
Danke nochmal für das Video vom Kostümwettbewerb! Mein Bruder war letzte Woche Freitag bei mir und hat sich ein Loch in den Bauch gefreut, als wir es zusammen angeschaut haben.
Kommentar 2
04.07.2004
15:16 Uhr
Kommentar 3
06.07.2004
17:51 Uhr